Zitat
Original geschrieben von maximumhandy
Die Abgeordneten erhalten auch eine Altersentschädigung: Sie wird erst nach der Ableistung von zwei vollen Legislaturperioden (derzeit 2 x 4 Jahre) vom Bundestag bezahlt. Anderenfalls werden die Abgeordneten in der Rentenversicherung nachversichert oder erhalten einen gleichwertigen Betrag unter Verzicht auf Rentenleistungen für die Zeit ihres Mandats in einer Summe.
Derzeit beträgt die monatliche Mindestpension 1.682 €; der Betrag steigt mit längerer Zugehörigkeit und erreicht nach 23 Jahren Bundestagszugehörigkeit ihren Höchstanspruch: 4.836 €. Nach dem 18. Mandatsjahr sinkt das Pensionseintrittsalter auf 55 Jahre. Die Altersentschädigung ist voll zu versteuern. Nach zwölf Jahren im Bundestag erhält ein ehemaliger Abgeordneter heute 36 % der Abgeordnetenentschädigung.
Erhalten Politiker aus mehreren Quellen Zahlungen, so werden diese in der Regel nach einem bestimmten Schlüssel aufeinander angerechnet.
Also es wird meiner Meinung nach heftiger darüber geredet, wie es tatsächlich ist.
Alles anzeigen
Ich glaube Du siehst das unter einem ganz falschen Blickwinkel. Es mag ja sein dass andere Menschen am Ende genauso hohe Bezüge haben, aber die haben dafür ein Leben lang gearbeitet! Der Abgeordnete hat nach lächerlichen 8 Jahren bereits einen Status, der jeden normalen Arbeitnehmer 40 Jahre Schufterei kostet. Und das auch nur im Moment noch; wenn in Zukunft das umlagefinanzierte Rentensystem stirbt und jeder selber vorsorgen muß steht der Abgeordnete, der weiterhin eine staatliche / stattliche Rente bezieht, nochmal wieder besser da.
Wenn man das ganze dann auch noch vor dem Hintergrund sieht dass das Volk demnächst bis 67 arbeiten soll wird das ganze zur Realsatire.
Auch sonst ist es IMHO eine falsche Sichtweise wenn man die Abgeordnetenbezüge in Relation zu Sparkassen-Direktoren oder Wirtschaftsmanagern setzt.
Niemand wurde gezwungen in die Politik zu gehen und wer es trotzdem macht weiß wieviel er da verdient, oder wieviel er im Vergleich zu einem Wirtschaftsführer nicht verdient. Was anderswo verdient wird ist kein Argument.
Es ist OK dass Abgeordnete gutes Geld verdienen um einerseits der Bestechlichkeit vorzubeugen, andererseits auch Schlaumeier aus der Wirtschaft in die Politik zu holen, auch aufgrund der Verantwortung und weil ein Abgeordneter, der seine Aufgabe gewissenhaft erfüllt, tatsächlich lange Arbeitstage hat.
Das gute Gehalt haben sie aber. Die Bezüge, die ein Abgeordneter bekommt, nebst allen Sozialleistungen und Ansprüchen für später - die jeder andere selbst bezahlen muß / vom Gehalt in Abzug gebracht wird - sind in weit überdurchschnittlicher Höhe. Der Vergleich kann nicht nur ein Herr Ackermann, Bill Gates oder ein Pharmamanager sein, sondern das muß man auch mal in Relation dazu sehen was ein Durchschnittsbürger verdient, was ein Malocher für harte körperliche Arbeit bekommt und auch was man Hartz IV-Empfängern erzählt womit sie überleben sollen.
Es schließt sich IMHO aus dass man politische Entscheidungen trifft und nebenher für irgendwelche Industrieunternehmen tätig ist weil Interessenskonflikte und Befangenheit vorprogrammiert sind.
Einen ehrenamtlichen Posten im Fußballclub, wo man am Wochenende zur Zerstreuung hingeht, mag ich noch hinnehmen. Aber wer auf der Payroll eines Industrieunternehmens oder eines sonstigen Konzerns steht verliert IMHO seine Glaubwürdigkeit.
Das gleiche gilt wenn jemand diverse Posten bekleidet. Dann MUSS man sich fragen wie derjenige das zeitlich unter einen Hut bringen will, das geht eigentlich gar nicht.
Und nicht zuletzt stellt sich auch ganz einfach die Frage nach der Glaubwürdigkeit. Ob es rechtlich in Ordnung ist ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist dass es auf das Volk einen sehr schlechten Eindruck macht wenn jemand einfach nur den Eindruck erweckt auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen. Allein schon das Feingefühl sollte einen Politiker dazu bringen sich nicht dem Verdacht auszusetzen nicht neutral zu sein. Und dieser Verdacht schwingt immer mit wenn die Leute eine solche Nähe zu irgendwelchen Konzernen haben.
Dann soll derjenige bitte in der Wirtschaft Karriere machen, aber eben nicht mehr im Bundestag den neutralen Abgeordneten mimen, weil das ist eine Farce.