Eine "ketzerische" Bemerkung vorneweg: ist es denn wirklich so daß es so schlimm ist im Kindergarten, oder liegen vielleicht einfach nur die Nerven blank? Die Belastung der Schwangerschaft, dazu auch noch Zwillinge, bei der Hitze und mit dem Bauch läut's nicht so wie sonst, eher harmlose Bemerkungen treffen auf eine psychisch sehr angespannte Schwangere... Bist Du sicher daß es nicht nur die Hormone sind?
Deine Beispiele könnte man nämlich auch als "dumme Sprüche" abtun, die nicht gerade nett, aber im Rahmen des üblichen Arbeitstages-Stresses fallen. Mein Chef kommt mir auch schon mal mit einem blöden Spruch ohne daß das gleich Mobbing ist.
Die Frau von der Gewerbeaufsicht kann Deine Frau schlecht mobben weil die mit dem Kindergarten / der Leiterin nichts zu tun hat. Da kann ich also keine Systematik erkennen. Vielleicht war das einfach nur eine ganz harmlose, verwunderte Bemerkung ohne tieferen Sinn?
Selbst wenn da mal eine etwas blöde Bemerkung kommt: für viele Betriebe IST es ein Problem wenn Angestellte wegen einer Schwangerschaft ausfallen. Das bringt Aufwand und Kosten mit sich. Insofern habe ich grundsätzlich ein gewisses Verständnis wenn Chefs "not amused" sind wenn Angestellte wegfallen oder weniger leistungsfähig sind. Das rechtfertigt natürlich in keiner Weise Mobbing!!!
Aber mir immer wieder auf daß Schwangere / gestreßte Hausfrauen mit Kindern sich keinerlei Gedanken über andere machen, sondern wie selbstverständlich erwarten daß die komplette Umwelt Kinder auch als absolut unangreifbares "Totschlagsargument" betrachten. Daß Kinder / eine Schwangerschaft Umstände mit sich bringen, die ohne Kinder / Schwangerschaft nicht wären, das wird oft ausgeblendet. Meine Freundin z. B. hat ein kleines Kind und das wird immer wieder gerne benutzt um mich "mundtot" zu machen: alles steht immer nur unter dem Aspekt "wegen dem Kind muß es so oder so laufen" und das in Frage zu stellen kommt Gotteslästerung gleich. In machen Fällen frage ich mich aber: mit welchem Recht? Dann pennt der Kleine eben mal nicht zuhause im Bett, sondern macht den Mittagsschlaf im Kindersitz...
Ich will damit einfach sagen: Hinterfrage kritisch ob da wirklich Mobbing im Spiel ist oder einfach nur "Nickeligkeiten" ablaufen, weil sich ein paar Frauen anzicken, die eine wegen Schwangerschaft und Hormonen, die andere wegen Hitze oder was weiß ich was. Wenn es tatsächlich nicht nur Stutenbissigkeit ist:
Wichtig ist: ALLES dokumentieren, was da jetzt an dummen Sprüchen und Anmachen kommt!
Immer wieder scheitert ein Vorgehen gegen Mobbing daran daß ein Opfer "nichts in der Hand hat", da steht schnell Aussage gegen Aussage oder sind Bemerkungen anders formuliert gewesen etc.
Natürlich ist ein eigenes Protokoll "parteiisch", aber in Deutschland gilt Papier nun mal sehr viel. Wenn die Lage eskaliert ist es sehr wichtig ein entsprechendes Protokoll, ein "Mobbing-Tagebuch", präsentieren zu können. So steht ihr nicht mit leeren Händen da. Es macht auf Dritte - Träger der Einrichtung, Vorgesetzte, ganz hoch gegriffen: Gerichte - immer einen ganz anderen Eindruck ob man da nur etwas behauptet, oder Fakten, Fakten, Fakten anhand eines Gedächtnisprotokolls vorlegen kann. Ihr solltet also alles pingelig genau aufschreiben und notieren.
Ansonsten würde ich nichts tun was die Gesundheit von Mutter oder Kindern gefährdet. Wenn es im Kindergarten nicht gut läuft und sie sogar die Chance hat nicht mehr hingehen zu müssen - welchen Grund bitte gibt es dann noch das zu tun? Schwanger ist nicht krank, aber wenn man Arbeitsunfähigkeit bescheinigt bekommt / bekommen kann bleibt man zuhause, egal ob man sich verabschiedet hat oder nicht. Das auch unter dem Aspekt sich selber nicht "angreifbar" zu machen; stell Dir vor es passiert ein blöder Arbeitsunfall und man dreht die ganze Sache nachher dahin "Tja, wäre ja auch nicht passiert wenn ihr der Anweisung des Arztes, nicht weiter zu arbeiten, gefolgt wärd". Selbst wenn es nichts miteinander zu tun hatte - solche Sachen wenden sich schnell gegen einen, und wenn Mobbing im Spiel ist schon dreimal.
Da würde ich nichts riskieren und aus falsch verstandenem "Sendungsbewußtsein", wegen der süßen kleinen Kinderchen, Verabschiedungsszenen machen wollen. Nix gegen Deine Frau und schön wenn sie Spaß an der Arbeit hat, aber das, was Du beschreibst, ist ja kein lustiges Wir-haben-uns-alle-lieb-Spielchen, sondern wenn sie gemobbt wird sollte / muß sie sich da in jeder Hinsicht so positionieren daß SIE auf der sicheren Seite ist, und nicht Dritte. "Kinderkram" wie "ich will mich erst verabschieden" scheinen mir da eher fehl am Platze.
Ansonsten würde ich allerdings auch jetzt in jedem Fall noch aktiv werden und um eine Lösung nachsuchen. Selbst wenn das jetzt nichts mehr ändert, oder Deine Frau nicht mehr zur Arbeit geht - auch hier wieder: Dokumentation!
Wenn in 2 oder 3 Jahren die Elternzeit vorbei ist und die Mobberei weitergehen würde hättet ihr dann schon dokumentiert daß das ein fortgesetztes Verhalten ist, welches auch jetzt schon zu unfairem Verhalten Deiner Frau gegenüber führte.
Nicht daß man euch später unter fadenscheinigen Gründen irgendwelche negativen Dinge präsentiert, so als wäre Deine frau nicht mehr leistungsfähig aus dem Mutterschutz zurückgekehrt oder so einen Blabla. Wenn es dann schon einen Schriftverkehr gibt nachdem auch jetzt schon versucht wurde Deiner Frau am Zeug zu flicken sieht die ganze Sache später dann auch ganz anders aus, steht in einem ganz anderen Licht. Insofern würde ich selbst dann etwas schreiben wenn Deine Frau ab sofort nicht mehr in den Kindergarten gehen würde.