ZitatOriginal geschrieben von sir*deluxe
undd viel ist das auch nicht ... sondern mittelmaß ...
Ja, aber es ist kein lockeres Abhängen wie auf einer Landwache, sondern da ist man schon gut beschäftigt...
ZitatOriginal geschrieben von sir*deluxe
sorry, aber du hast keine ahnung von der finanzierung der karren, oder ?? so eine e-klasse in der behördenversion ist günstiger als 'nen vergleichsweise ausgestatteter passat in der nicht-behörden-version ... da sind halt sie subventionen der hersteller. 'nen A6 avant mit 'nem quattro-motor gab es anfang des jahres zb für unter 30.000 € zu haben ... also, nicht sofort meckern wenn man sich damit nicht so richtig auskennt ... danke.
Ein Vectra oder Passat Kombi ist aber schlichtweg preiswerter als ein E-Klasse-Kombi und es ist in der Tat so daß gerade bei den NEFs inzwischen nur noch sehr hochpreisige Autos gefahren werden. Warum?
1992 war ein NEF ein Passat oder Omega Kombi und ich weiß noch gut wie auf unserer Wache bei Neuanschaffungen 2x bewußt nicht Volvo, Mercedes, BMW oder Audi gekauft wurde weil man argumentierte daß es einen blöden Eindruck macht wenn eine Hilfsorganisation einerseits um Spendengelder bittet, andererseits aber mit nagelneuen Autos aus dem gehobenen Preissegment durch die Gegend fährt.
Ich fand dieses Argument schlüssig und hinterfrage auch heute, in Zeiten knapper Kassen, warum man nicht Passat oder Vectra fahren kann, sondern es E-Klassen, 5er-BMW's, Audi A8 oder Volvo 850 sein müssen. Qualitativ sind die Oberklassewagen sicher nicht so furchtbar viel besser, dafür aber wesentlich teurer - auch einen Passat kann man als Behördenfahrzeug kaufen.
Und würde man sich nicht nur bei deutschen Herstellern umsehen, beispielsweise der Apotheke VW, sondern generell allen Automarken, z. B. auch bei Japanern (die in der Zuverlässigkeit wesentlich besser dastehen) könnte man sicher noch ganz andere Preisverhandlungen führen.
ZitatOriginal geschrieben von sir*deluxe
das halte ich für ein ganz großes gerücht !!! da würde nämlich zum einen keine krankenkasse mehr zahlen, und zum anderen müssten ja pro wache genausoviele nef's wie RTW's vorgehalten werden, und daraus würde resutlieren, dass deine freundin für ihren job pro schicht noch geld bezahlen müsste, damit das system funktioniert.
Der Vorteil des Rendez vous-Systems (für die unbedarften Mitleser: der Notarzt fährt in einem eigenen Auto zum Notfallort und trifft dort auf den Rettungswagen) ist doch gerade daß der NA flexibler ist und nach der Versorgung eines Patienten zum nächsten RTW weiterfahren kann, während der erste Patient im RTW in die Klinik gebracht wird. Es muß also keineswegs genauso viele NEF's wie RTW's geben.
Davon abgesehen stimme ich Andi zu: die Tendenz den NA immer gleich mit rauszujagen ist deutlich spürbar.
Für mich ist das eine Folge der um sich greifenden Manie sich in jeder Hinsicht absichern zu müssen - keiner will irgendeine Verantwortung übernehmen, Patienten sind auch viel abgebrühter als früher Kapital aus irgendwelchen Dingen schlagen zu wollen, also schickt man lieber immer gleich einen Arzt anstatt auch mal der Kompetenz von RA's zu vertrauen.
Das gleiche kann man aber genauso bei der Unterscheidung KTW - RTW beobachten. Inzwischen fahren zu jedem Quatsch Rettungswagen, wo früher bestenfalls ein KTW gereicht hätte oder man Leuten, die wegen irgendwelcher Kinkerlitzchen den Rettungsdienst anrufen, verbal die Ohren lang gezogen und sie an den Hausarzt verwiesen hätte.
Früher konnten junge Leute ihrer Oma noch selber die Treppe herunter helfen. Heute geht das scheinbar nicht mehr. Da muß dafür der Krankenwagen kommen weil die Oma einen Termin bei einem Arzt hat oder ins Krankenhaus muß. Sie läuft aber in vielen Fällen bei uns genauso zum Auto wie sie das auch bei der Verwandschaft hätte machen können.
Genauso ist es ja kaum noch möglich Leute zu Hause zu lassen. Es war in meiner Anfangszeit durchaus gängig daß Patienten, die - um es an einem konkreten Beispiel festzumachen - schlichtweg nur betrunken waren bestenfalls zuhause in stabiler Seitenlage ins Bett verfrachtet wurden - ausschlafen kann man dort auch. Das wäre heute unmöglich - was ist wenn derjenige zuhause später stolpert und es heißt "Hättet ihr den mitgenommen wär's nicht passiert..."? Harmloseste Beulen am Kopf, wie sie jedes Kind regelmäßig mal abbekommt, werden behandelt als ginge es um ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, weil es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1: 1 Million doch keine Beule ist sondern eine raffinierte Verletzung, bei der etwas Schlimmeres passieren könnte. Also wird generell jeder eingepackt und mitgenommen. Ob es Sinn macht oder nicht.
Im übrigen haben zumindest die Träger des Rettungsdienstes auch durchaus das Interesse ihre Fahrzeuge möglichst in Bewegung zu halten - die Vorhaltekosten sind immer gleich, und ein NEF verdient Geld wenn der Arzt zu Einsätzen geschickt wird - nicht wenn das Auto in der Garage bleibt. Einen Notarzt zu alarmieren ist bei bestimmten Meldestichworten normalerweise nicht erforderlich und jeder weiß es - aber es gefällt den Trägern eben gut wenn ihr Auto viel unterwegs ist.
Dazu kommt daß die Führung meist in der Hand eines ärztlichen Leiters liegt - und wo kämen wir hin wenn er zugestehen würde daß erfahrene RA's vieles genauso gut könnten wie ein Arzt, manchmal sogar besser sind als unerfahrene Notärzte, die einem immer wieder begegnen. Aber da sich niemand in die Nesseln setzen will und ein gewisses Standesdünkel gepflegt wird, wird der Abstand künstlich aufrecht erhalten - sonst wären RA's in manchen Bereichen ja ebenbürtig und die Exklusivität wäre gefährdet - und das ist nicht gewollt.
ZitatOriginal geschrieben von sir*deluxe
330,- € ist sehr günstig !! in meinen kreisen, in denen ich arbeite, kostet ein einsatz von RTW & NEF zusammen ca 500 € ... abgesehen davon werden die mitarbeiter nach BAT bzw AVR bezahlt, da ist es egal, was ein RD-einsatz kostet oder nicht ... das sind bundesweit einheitliche tarife, entweder bei den hilfsorganisationen intern bundesweit oder halt beamtentarif ...
Die langjährigen Beschäftigten haben meist Gehälter nach BAT oder AVR - die jungen nicht.
In meiner Gegend kenne ich es so daß die Anzahl der Stellen, die der Kreis der Hilfsorganisation bezahlt - nach Tarif - durchaus großzügig bemessen ist. Die Schlaumeier der HiOrg stellen aber nicht wirklich so viele Vollzeit-Mitarbeiter ein wie sie an Stellen bezahlt bekommen, sondern haben teilweise anstatt eines Vollzeitbeschäftigen 3 oder 4 geringfügig beschäftigte 400-EUR-Kräfte, die in der Stunde 6 EUR und am Wochenende gar nix bekommen. Das ist unter dem Strich ein riesiges Geschäft für die HiOrgs, bei denen dadurch massig Geld hängen bleibt - die paar 400-EUR-Leute kosten bei weitem nicht so viel wie der Kreis für die eine Vollzeitstelle, die sie besetzen, an die Wache bezahlt.
Ich hatte ja schon mal geschrieben daß neben den 6 EUR, die in der Woche bezahlt werden, an den Wochenenden ehrenamtlich gefahren wird. Wer nicht ehrenamtlich fahren möchte fährt auch in der Woche nicht - so einfach ist das.
Die 6 EUR gibt es rund um die Uhr, egal ob Tag- oder Nachtdienst.
Da der Kreis aber für Nächte, Feiertage und Wochenenden natürlich wesentlich mehr Geld zahlt - weil das ja auch normal ist daß es da mehr Kohle gibt - fließt hier also weiteres Geld in die Kasse der Wache. Wochenenddienste werden also vom Kreis bezahlt - von der Wache aber nicht... Ich habe keine Zahlen, aber man muß sich das alles nur mal vor Augen halten, dann kann man wohl ermessen wieviel Geld da gescheffelt wird, von denen die Mitarbeiter nie etwas sehen.
Und ein anderer Aspekt: Was verdient eigentlich ein ungelernter, illegaler polnischer Erdbeerpflücker? Der verdient vermutlich mehr als ein seinen Beruf ausübender, Verantwortung tragender, erfahrener deutscher RA, der rund um die Uhr 6 EUR bekommt und am Wochenende ehrenamtlich tätig ist, faktisch also einen Stundenlohn von 4-5 EUR hat. Das geht jetzt nicht gegen den Polen, sondern die Abzocker-Mentalität, mit der Leute in einem schwierigen Beruf mit Verantwortung arbeiten, dafür aber nicht adäquat bezahlt werden.
ZitatOriginal geschrieben von sir*deluxe
zum eigentlichen thema:
die ausbildung zum RS als überbrückung halt ich für nicht verkehrt, allerdings darfst du dir keine hoffnungen machen, da unterstützung von staatlicher seite zu bekommen. das fände ich auch die höhe, abgesehen davon, dass der markt total überfüllt ist mit RS und RA. den rettungshelfer zu machen ist totaler blödsinn, da kannste es auch gleich sein lassen. 'ne stelle zu finden wird natürlich nicht ganz so einfach aus eben angegebenem grund. aber 'nen versuch ist es wert. und wenn man dann eine wache hat, am besten noch an seinem studienort oder aber von dem nicht allzuweit entfernt, dann lässt sich nebenher gutes geld verdienen. man sollte dann aber zusehen, dass man schon regelmäßig fährt, weil ansonsten ein ganz ganz großer qualitätsverlust gegeben ist. und wie hier schon jemand schrieb, 'nen blaulichtgeilen hobbyretter braucht kein mensch, wenn man den RD ruft ... da muss professionelle hilfe kommen und kein überdurchschnittlich aufgeregter RS, der am liebsten im RTW sitzen bleibt, somit nicht versorgt, und dann ganz schnell wieder mit blaulicht ins krankenhaus fährt ... oder der den notfallkoffer am gürtel trägt aber nicht weiss, was 'nen larynxtubus ist ...
Aber vielleicht wäre es dann auch gleich besser Zeitungen auszutragen, bei McD zu arbeiten, zu kellnern oder sonstwas zu machen, wo man mehr Geld mit weniger Einsatz verdient und weniger Verantwortung trägt. Und wo man - um nochmal ein Schlagwort zu nutzen - nicht anderen Leuten den Job wegnimmt.