Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von sir*deluxe
    undd viel ist das auch nicht ... sondern mittelmaß ...


    Ja, aber es ist kein lockeres Abhängen wie auf einer Landwache, sondern da ist man schon gut beschäftigt...



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    Original geschrieben von sir*deluxe
    sorry, aber du hast keine ahnung von der finanzierung der karren, oder ?? so eine e-klasse in der behördenversion ist günstiger als 'nen vergleichsweise ausgestatteter passat in der nicht-behörden-version ... da sind halt sie subventionen der hersteller. 'nen A6 avant mit 'nem quattro-motor gab es anfang des jahres zb für unter 30.000 € zu haben ... also, nicht sofort meckern wenn man sich damit nicht so richtig auskennt ... danke.


    Ein Vectra oder Passat Kombi ist aber schlichtweg preiswerter als ein E-Klasse-Kombi und es ist in der Tat so daß gerade bei den NEFs inzwischen nur noch sehr hochpreisige Autos gefahren werden. Warum?
    1992 war ein NEF ein Passat oder Omega Kombi und ich weiß noch gut wie auf unserer Wache bei Neuanschaffungen 2x bewußt nicht Volvo, Mercedes, BMW oder Audi gekauft wurde weil man argumentierte daß es einen blöden Eindruck macht wenn eine Hilfsorganisation einerseits um Spendengelder bittet, andererseits aber mit nagelneuen Autos aus dem gehobenen Preissegment durch die Gegend fährt.
    Ich fand dieses Argument schlüssig und hinterfrage auch heute, in Zeiten knapper Kassen, warum man nicht Passat oder Vectra fahren kann, sondern es E-Klassen, 5er-BMW's, Audi A8 oder Volvo 850 sein müssen. Qualitativ sind die Oberklassewagen sicher nicht so furchtbar viel besser, dafür aber wesentlich teurer - auch einen Passat kann man als Behördenfahrzeug kaufen.
    Und würde man sich nicht nur bei deutschen Herstellern umsehen, beispielsweise der Apotheke VW, sondern generell allen Automarken, z. B. auch bei Japanern (die in der Zuverlässigkeit wesentlich besser dastehen) könnte man sicher noch ganz andere Preisverhandlungen führen.



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    Original geschrieben von sir*deluxe
    das halte ich für ein ganz großes gerücht !!! da würde nämlich zum einen keine krankenkasse mehr zahlen, und zum anderen müssten ja pro wache genausoviele nef's wie RTW's vorgehalten werden, und daraus würde resutlieren, dass deine freundin für ihren job pro schicht noch geld bezahlen müsste, damit das system funktioniert.


    Der Vorteil des Rendez vous-Systems (für die unbedarften Mitleser: der Notarzt fährt in einem eigenen Auto zum Notfallort und trifft dort auf den Rettungswagen) ist doch gerade daß der NA flexibler ist und nach der Versorgung eines Patienten zum nächsten RTW weiterfahren kann, während der erste Patient im RTW in die Klinik gebracht wird. Es muß also keineswegs genauso viele NEF's wie RTW's geben.


    Davon abgesehen stimme ich Andi zu: die Tendenz den NA immer gleich mit rauszujagen ist deutlich spürbar.
    Für mich ist das eine Folge der um sich greifenden Manie sich in jeder Hinsicht absichern zu müssen - keiner will irgendeine Verantwortung übernehmen, Patienten sind auch viel abgebrühter als früher Kapital aus irgendwelchen Dingen schlagen zu wollen, also schickt man lieber immer gleich einen Arzt anstatt auch mal der Kompetenz von RA's zu vertrauen.


    Das gleiche kann man aber genauso bei der Unterscheidung KTW - RTW beobachten. Inzwischen fahren zu jedem Quatsch Rettungswagen, wo früher bestenfalls ein KTW gereicht hätte oder man Leuten, die wegen irgendwelcher Kinkerlitzchen den Rettungsdienst anrufen, verbal die Ohren lang gezogen und sie an den Hausarzt verwiesen hätte.


    Früher konnten junge Leute ihrer Oma noch selber die Treppe herunter helfen. Heute geht das scheinbar nicht mehr. Da muß dafür der Krankenwagen kommen weil die Oma einen Termin bei einem Arzt hat oder ins Krankenhaus muß. Sie läuft aber in vielen Fällen bei uns genauso zum Auto wie sie das auch bei der Verwandschaft hätte machen können.


    Genauso ist es ja kaum noch möglich Leute zu Hause zu lassen. Es war in meiner Anfangszeit durchaus gängig daß Patienten, die - um es an einem konkreten Beispiel festzumachen - schlichtweg nur betrunken waren bestenfalls zuhause in stabiler Seitenlage ins Bett verfrachtet wurden - ausschlafen kann man dort auch. Das wäre heute unmöglich - was ist wenn derjenige zuhause später stolpert und es heißt "Hättet ihr den mitgenommen wär's nicht passiert..."? Harmloseste Beulen am Kopf, wie sie jedes Kind regelmäßig mal abbekommt, werden behandelt als ginge es um ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, weil es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1: 1 Million doch keine Beule ist sondern eine raffinierte Verletzung, bei der etwas Schlimmeres passieren könnte. Also wird generell jeder eingepackt und mitgenommen. Ob es Sinn macht oder nicht.


    Im übrigen haben zumindest die Träger des Rettungsdienstes auch durchaus das Interesse ihre Fahrzeuge möglichst in Bewegung zu halten - die Vorhaltekosten sind immer gleich, und ein NEF verdient Geld wenn der Arzt zu Einsätzen geschickt wird - nicht wenn das Auto in der Garage bleibt. Einen Notarzt zu alarmieren ist bei bestimmten Meldestichworten normalerweise nicht erforderlich und jeder weiß es - aber es gefällt den Trägern eben gut wenn ihr Auto viel unterwegs ist.


    Dazu kommt daß die Führung meist in der Hand eines ärztlichen Leiters liegt - und wo kämen wir hin wenn er zugestehen würde daß erfahrene RA's vieles genauso gut könnten wie ein Arzt, manchmal sogar besser sind als unerfahrene Notärzte, die einem immer wieder begegnen. Aber da sich niemand in die Nesseln setzen will und ein gewisses Standesdünkel gepflegt wird, wird der Abstand künstlich aufrecht erhalten - sonst wären RA's in manchen Bereichen ja ebenbürtig und die Exklusivität wäre gefährdet - und das ist nicht gewollt.


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    Original geschrieben von sir*deluxe
    330,- € ist sehr günstig !! in meinen kreisen, in denen ich arbeite, kostet ein einsatz von RTW & NEF zusammen ca 500 € ... abgesehen davon werden die mitarbeiter nach BAT bzw AVR bezahlt, da ist es egal, was ein RD-einsatz kostet oder nicht ... das sind bundesweit einheitliche tarife, entweder bei den hilfsorganisationen intern bundesweit oder halt beamtentarif ...


    Die langjährigen Beschäftigten haben meist Gehälter nach BAT oder AVR - die jungen nicht.
    In meiner Gegend kenne ich es so daß die Anzahl der Stellen, die der Kreis der Hilfsorganisation bezahlt - nach Tarif - durchaus großzügig bemessen ist. Die Schlaumeier der HiOrg stellen aber nicht wirklich so viele Vollzeit-Mitarbeiter ein wie sie an Stellen bezahlt bekommen, sondern haben teilweise anstatt eines Vollzeitbeschäftigen 3 oder 4 geringfügig beschäftigte 400-EUR-Kräfte, die in der Stunde 6 EUR und am Wochenende gar nix bekommen. Das ist unter dem Strich ein riesiges Geschäft für die HiOrgs, bei denen dadurch massig Geld hängen bleibt - die paar 400-EUR-Leute kosten bei weitem nicht so viel wie der Kreis für die eine Vollzeitstelle, die sie besetzen, an die Wache bezahlt.


    Ich hatte ja schon mal geschrieben daß neben den 6 EUR, die in der Woche bezahlt werden, an den Wochenenden ehrenamtlich gefahren wird. Wer nicht ehrenamtlich fahren möchte fährt auch in der Woche nicht - so einfach ist das.
    Die 6 EUR gibt es rund um die Uhr, egal ob Tag- oder Nachtdienst.
    Da der Kreis aber für Nächte, Feiertage und Wochenenden natürlich wesentlich mehr Geld zahlt - weil das ja auch normal ist daß es da mehr Kohle gibt - fließt hier also weiteres Geld in die Kasse der Wache. Wochenenddienste werden also vom Kreis bezahlt - von der Wache aber nicht... Ich habe keine Zahlen, aber man muß sich das alles nur mal vor Augen halten, dann kann man wohl ermessen wieviel Geld da gescheffelt wird, von denen die Mitarbeiter nie etwas sehen.


    Und ein anderer Aspekt: Was verdient eigentlich ein ungelernter, illegaler polnischer Erdbeerpflücker? Der verdient vermutlich mehr als ein seinen Beruf ausübender, Verantwortung tragender, erfahrener deutscher RA, der rund um die Uhr 6 EUR bekommt und am Wochenende ehrenamtlich tätig ist, faktisch also einen Stundenlohn von 4-5 EUR hat. Das geht jetzt nicht gegen den Polen, sondern die Abzocker-Mentalität, mit der Leute in einem schwierigen Beruf mit Verantwortung arbeiten, dafür aber nicht adäquat bezahlt werden.


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    Original geschrieben von sir*deluxe
    zum eigentlichen thema:


    die ausbildung zum RS als überbrückung halt ich für nicht verkehrt, allerdings darfst du dir keine hoffnungen machen, da unterstützung von staatlicher seite zu bekommen. das fände ich auch die höhe, abgesehen davon, dass der markt total überfüllt ist mit RS und RA. den rettungshelfer zu machen ist totaler blödsinn, da kannste es auch gleich sein lassen. 'ne stelle zu finden wird natürlich nicht ganz so einfach aus eben angegebenem grund. aber 'nen versuch ist es wert. und wenn man dann eine wache hat, am besten noch an seinem studienort oder aber von dem nicht allzuweit entfernt, dann lässt sich nebenher gutes geld verdienen. man sollte dann aber zusehen, dass man schon regelmäßig fährt, weil ansonsten ein ganz ganz großer qualitätsverlust gegeben ist. und wie hier schon jemand schrieb, 'nen blaulichtgeilen hobbyretter braucht kein mensch, wenn man den RD ruft ... da muss professionelle hilfe kommen und kein überdurchschnittlich aufgeregter RS, der am liebsten im RTW sitzen bleibt, somit nicht versorgt, und dann ganz schnell wieder mit blaulicht ins krankenhaus fährt ... oder der den notfallkoffer am gürtel trägt aber nicht weiss, was 'nen larynxtubus ist ... ;)


    Aber vielleicht wäre es dann auch gleich besser Zeitungen auszutragen, bei McD zu arbeiten, zu kellnern oder sonstwas zu machen, wo man mehr Geld mit weniger Einsatz verdient und weniger Verantwortung trägt. Und wo man - um nochmal ein Schlagwort zu nutzen - nicht anderen Leuten den Job wegnimmt.

    Hi,


    erstmal danke für die Blumen :-)


    Ich unterstelle auch niemandem daß er absichtlich als Jobkiller auftreten will, sondern habe schon verstanden daß Du das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden willst.


    Meine Schwester ist ebenfalls RA und jetzt Anästhesistin. Sie sagt immer daß eine RS- oder RA-Ausbildung für's Medizin-Studium durchaus sehr wirkungsvoll hilft. Weniger weil man da den endlosen Biochemie-Stoff lernt und dann für die Uni schon drauf hat, sondern mehr weil man den Umgang mit Patienten lernt und Grundlagen in allen medizinischen Bereichen hat, die einem immer wieder weiterhelfen. Man darf eben nicht vergessen daß ein RA 2-3 Jahre Notfallmedizin gepaukt hat und im besten Fall auch entsprechende Praxiserfahrung hat.
    Ein Medizinstudent steht im 1. klinischen Semester zum ersten Mal bei einem Patienten und kann dann alle Nervenstrukturen auf Latein aufsagen - aber Basics wie Blutdruck messen - Fehlanzeige. Sobald es in die Praxis ging hatte sie als RA oft Vorteile, und das nicht nur in den ersten Semestern.


    Allerdings - und das ist der Grund warum ich Dir abrate: als ich 1992 angefangen habe lief es auf meiner Wache auch schon recht professionell für damalige Verhältnisse. Aus heutiger Sicht war's aber Spielerei... Früher wurde relativ viel improvisiert, Hauptsache der Patient wurde ordentlich versorgt. Heute ist alles standardisiert, wer welchen Notfallkoffer mitschleppt, wer welche Handgriffe zu tun hat... früher langte einfach der zu, der am nächsten stand. Dazu kommt eine irrwitzige Dokumentation und die zunehmende, zum Teil auch übertriebene Klagebereitschaft der Leute. Es wird manchmal, gerade in großen Städten, einfach mal behauptet daß etwas nicht OK gewesen wäre - vielleicht kann man ja etwas rausholen.


    Unter dem Strich führt das dazu daß man sich immer in alle Richtungen absichert und wissen muß was man tut und läßt, was man darf und was nicht - und vor allem: was man verantworten kann wenn kein Notarzt da ist - und was man lieber bleiben läßt. Gerade da kommt man als Hobbyretter ins Schwimmen, weil die Standard-Handgriffe zwar klappen, aber plötzlich mußt Du selber unter Zeitdruck und psychischem Druck unter oft suboptimalen Umgebungsbedingungen entscheiden und handeln. Und da hilft nur Erfahrung...


    In unserem Bereich z. B. sind zusätzliche jährliche Fortbildungen inkl. Prüfung - neben den gesetzlich vorgeschriebenen 30 Stunden - für die Defibrillation und Zugänge (Infusionen...) seitens des Kreises vorgeschrieben. Daraus ergibt sich auch daß Du es Dir nicht leisten kannst die Maßnahme zu unterlassen, aber wenn's in die Hose geht gibt es ebenfalls einen auf den Deckel - zu Recht, als Patient würde ich mich auch nicht von irgendwelchen Pfadfindern mit solchen lebensgefährlichen Dingen therapieren lassen, obwohl es im Falle des Falles das einzige Mittel ist, was mich rettet. Und die Verantwortung möchte ich, obwohl ich immerhin RA bin und die Fortbildungen habe, wegen mangelnder Einsatzerfahrung jetzt nicht mehr so tragen.


    Ich will das also niemandem madig machen, sondern nur sagen daß man auf andere Weise mehr Kohle verdient bei wesentlich weniger Verantwortung und Streß. Wenn Du bei McD nen Burger anbrennen läßt - egal. Wenn Du mit dem Defi einen Patienten grillst und das war kontraindiziert ist derjenige tot.


    Zu deinem Argument mit der Türkei: Klar, Du hast als RS ein paar gute Grundlagen, und das könnte manchmal nützlich sein. Andererseits: wenn Du hier in D eine RS-Ausbildung machst kennst Du deutsche Hightech-Medizin und hast die tollsten Fahrzeuge und Geräte zur Verfügung. Das alles fehlt Dir in der Türkei. Da hast Du Dein Knowhow, aber es nützt wenig weil Du es ohne MAterial nur begrenzt anwenden kannst...


    Lange Rede wenig Sinn: Die Idee ist nicht verkehrt, ich denke aber daß es Dir - gerade auch angesichts der Auslagen, die erstmal entstehen - kaum wirklich nützen wird den RS zu machen. Wenn Du es allein aus Interesse machst - kein Thema. Aber ich denke daß es heute kaum noch etwas bringt wenn man sich verspricht daß man damit irgendwelche Vorteile für sich ergattern kann.

    Ich bin 1992 durch den Zivildienst Rettungssanitäter geworden, wegen der netten Truppe dort "hängen geblieben", habe 1996 die Rettungsassistenten-Ausbildung gemacht und war dann noch 8 Jahre bis 2004 in dem Job tätig. Ich mache jetzt nichts mehr aktiv (neuer Job) habe aber nach wie vor einen guten Draht zur Wache. Insofern erzähle ich Dir mal eine Geschichte.


    Rettungsdienst ist Landesrecht und NRW hat bundesweit das löchrigste Schulsystem, aber das schärfste Rettungsdienstgesetz. Es kann also sein daß es anderswo etwas lascher zugeht - das Prinzip dürfte aber überall gleich sein.


    Früher gab es den ehrenamtlichen "Krankenwagenfahrer", der das nebenher in seiner Freizeit machte - aber die Zeiten sind lange vorbei. Die Medizin schritt fort und die Ausbildung wurde immer anspruchsvoller und umfangreicher.
    Da es seit 1989 zwar das Berufsbild des Rettungsassistenten gab, dieser aber genauso viel oder wenig durfte wie andere Rettungsdienst-Mitarbeiter hat sich in der Öffentlichkeit nicht verbreitet daß in den Rettungswagen inzwischen Spezialisten sitzen, die ihren Job genauso lange und umfangreich gelernt haben wie andere Menschen mit einer anspruchsvollen Berufsausbildung. Die Leute denken immer noch daß nur Zivis und Ehrenamtliche den Rettungsdienst bestreiten...


    In der Branche wurde klar daß als Rettungssanitäter bald kein Blumentopf mehr zu gewinnen wäre und man RA sein muß um langfristig am Ball bleiben zu können. Also machten die Enthusiasten die Berufsausbildung - und die Rettungswachen hatten dann viele RA's. Die bekamen nur wenig oder gar kein Geld (Ehrenamt) weil: "noch" dürfen sie ja nicht mehr wie jeder einfache RS auch...


    Irgendwann kam die Gesetzesänderung, und ab da durfte nicht mehr jeder RS das, was der RA darf. Die Rettungswachen hatten kein Problem weil sie ja inzwischen recht viele RA's hatten und ihren Dienstbetrieb locker aufrecht halten konnten. Nun hatte der Gesetzgeber aber bestimmt daß ggf. nur einer von 2 Leuten auf dem Rettungswagen RA sein MUSS - und da kam den Hilfsorganisationen eine schlaue Idee: notwendigen RA's hat man genügend in der Mannschaft - also stellt man für die andere Stelle keinen RA mehr an, sondern nur noch einen RS. Natürlich zu einem niedrigeren Tarif, denn der Mann ist ja viiieeel weniger ausgebildet und unflexibler einsetzbar. Oder, ganz schlau: man stellt einen zweiten RA an, bezahlt ihn aber nur wie einen RS - dann schlägt man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe.
    Und so kommt es zu einem Lohndumping, durch das massenweise RA's als solche tätig sind, faktisch aber zum Hungerlohn eines RS arbeiten.


    Da der Rettungsdienst oft von Hilfsorganisationen betrieben wird gibt es auch noch viele Ehrenamtliche: Leute, die keine Freundin haben und oft auch nur schwer kriegen werden, aber glauben die Menschheit retten zu müssen. Die denken daß sie als Wochenend-Hobbyretter fachlich genauso routiniert und erfahren sind wie Profis, die das tagtäglich machen... und sie glauben daß sie ihrer Organisation etwas Gutes tun wenn sie Positionen besetzen, für die man sonst Mitarbeiter einstellen müßte. Blöderweise ist Rettungsmedizin inzwischen zu anspruchsvoll um das "mal eben nebenher" zu machen.


    Der Gesetzgeber und die Träger des Rettungsdienstes tragen dem Rechnung - die Ausbildungsvorschriften und Anforderungen werden immer größer und einem "Otto Normalverbraucher" dürfte es selbst mit viel Enthusiasmus kaum noch möglich sein die Ausbildung neben einem normalen Job zu absolvieren. Wochenlang jeden Abend und an jedem Wochenende zu pauken und 6 Wochen Praktikum in einem Jahr am Stück zu machen - wer kann das schon?


    Ich habe bisher meine nötigen jährlichen Fortbildungen gemacht und dürfte theoretisch als RA fahren - und mache es nicht weil ich es mir mangels Routine nicht mehr zutraue.


    Lange Rede, wenig Sinn: Ich habe nicht generell etwas gegen die Idee "mal eben RS zu werden", ich bezwifele aber daß es sinnvoll ist. Bei der Uni bringt es Dich nicht vorwärts, auf den Wachen wirst Du von RA's die ihr Geld wie jeder andere, der einen Beruf gelernt hat, verdienen müssen, schief angeschaut, und viel Kohle kannste auch nicht verdienen. Du legst aber garantiert erstmal die Kosten für die Ausbildung privat vor.


    Auf meiner Wache bekommen gestandene RA's, wenn sie nur einen Aushilfen-Vertrag bekommen, 6 EUR pro Stunde. An den Wochenenden erwartet die Hilfsorganisation, die blöderweise immer noch die Finger im Spiel hat, ehrenamtliches Arbeiten. Faktisch liegt der Verdienst damit irgendwo zwischen 4 und 5 EUR. Dafür tragen die Leute Verantwortung für Menschenleben, springen in den Straßengräben herum und müssen sich von hektischen Angehörigen oder Gaffern anpöbeln lassen oder hören daß sie "Krankenwagenfahrer" wären.


    Deswegen ist meine Meinung und mein Rat: bleib bei McD, mache da gutes Geld und klaue nicht anderen, die wirklich eine Berufsausbildung als RA haben, ihren Job. Besser und routinierter sind die nämlich immer, und Du wirst Dich weder als RS noch als Patient wohl fühlen wenn Du merkst daß Du der Sache fachlich/handwerklich nicht gewachsen bist weil in dem Job nichts so wichtig ist wie viel Erfahrung und Überblick - was Du als Hobbyretter beides gar nicht haben kannst.


    Meine Erfahrung nach 13 Jahren Rettungsdienst war daß ich mich zum Ende hin immer stärker gefordert fühlte, weil der medizinische Fortschritt und die Erwartungen an die Professionalität immens angestiegen sind und das keine Sache mehr ist, die man nebenher macht. Und als Patient würde ich mich auch wohler fühlen wenn da ein Profi kommt anstatt eines blaulichtgeilen Hobbyretters.

    Ich glaube das Problem ist nicht die Akustik, sondern Du bist überarbeitet. Mache eine Abmachung mit Dir daß Du spätestens um x Uhr Feierabend machst und versuche dann wirklich abzuschalten. Gönne Dir Ruhepausen, sorge für Abwechslung am Wochenende - raus aus der Hütte und etwas ganz anderes machen, andere Gedanken im Kopf haben und nicht immer an die Firma denken.


    Ich bin mir ziemlich sicher daß sich das andere Problem dann auch erledigt.

    Ich fand es nicht schlecht gemacht. Natürlich ist die Liebesgeschichte fiktiv und absichtlich weichgezeichnet. Gerade das soll aber wohl den harten Kontrast zur Grausamkeit und dem Schrecken der damaligen Zeit darstellen.


    Mich erinnert die Machart sehr an "Titanic", auch da hat man die reale Story in eine Liebesgeschichte eingebettet - hier läuft es absolut analog, auch was die Charaktere angeht.


    Ich fand allerdings schon daß gut dargestellt wurde wie erschreckend die Zeit damals war. Plötzlich steht die Krankenschwester an der Wand und soll erschossen werden, nachdem sie einmal den Mund gegenüber den Soldaten aufgemacht hat...


    Wie gesagt, ich fand es sehr beeindruckend und ich werde mir den 2. Teil geben.


    Naja, und Felicitas Woll ist aus männlicher Sicht natürlich schon auch nett anzuschauen :D

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    Original geschrieben von diego206
    Haus würde etwa 200000€ kosten. Momentanes Einkommen liegt bei 2500€ (brutto) und es liegt noch fast ein Jahresgehalt auf der Bank.


    Vermietet wird das Ganze dann in einem 14000 Seelen Ort der 15 km von einer größeren Stadt entfernt liegt. Eigentlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen, oder?


    - Woher weißt Du denn wieviel es kosten würde? Hast Du schon eine wasserdichte Aufstellung der Kosten von einem Architekten oder schätzt Du das einfach mal so ins Blaue hinein?


    - Das Bruttogehalt sagt nicht viel aus. Was hast Du netto, hast Du andere Verbindlichkeiten laufen..........?


    - Wie ist der sog. Mietspiegel in der Gemeinde? Du mußt Dich immer an das ortsübliche Preisniveau halten (zu teuer würde aber auch deswegen nicht gehen weil Du dann keinen Mieter findest, der Deine Miete zu zahlen bereit ist).


    Ich denke ganz einfach daß man solche Kalkulationen nicht mal eben über den Daumen schätzen kann, sondern da brauchst Du fachmännischen Rat. Oder weißt Du genau was für eine Heizungsanlage Du brauchst und wie teuer die ist? Nimmst Du Holz- Kunststoff- oder Alufenster - da gibt es im Preis und den Eigenschaften Unterschiede...


    Diese Liste kann man seitenlang fortsetzen. Über welche Summen man redet kannst Du aus der hohlen Hand heraus unmöglich überblicken, da muß man schon ganz konkret wissen wie das Objekt ausschauen soll - und dazu wiederum brauchst Du gaaanz viel Beratung weil Du über viele Details entscheiden mußt, die das Aussehen, die Bauausführung und dann natürlich auch die Kosten bestimmen.


    Es geht allein schon damit los ob Du einen Bauträger beauftragst, der Dir die Hütte zu einem Festpreis schlüsselfertig hinsetzt, oder ob Du Vieles selber machen willst und selber einen eigenen Architekten hast.


    Oder ganz generell: Was unterscheidet ein Mehrparteien-Haus von 2 oder 3 nebeneinander gesetzten Reihenhäusern? Was ist seitens der Gemeinde-Bauordnung erlaubt, was spricht finanziell oder bei der Bauausführung für das eine oder das andere...?


    Es gibt da so viele Dinge zu bedenken...

    Klar werden solche Objekte nachgefragt und vermietet... Die Frage ist: zu welchem Preis?
    Wenn Dein Grundstück in der Mönckebergstraße in Hamburg, der Prinzregentenstraße in München, der Zeil in Frankfurt oder der Hohen Straße in Köln liegt kannst Du da ganz andere Mieten kassieren als wenn Dein Grundstück in einem 200-Seelen-Kaff fernab einer großen Stadt liegt.


    Genauso schaut's mit der Finanzierung aus: Dein Alter interessiert da eher wenig, aber es stellt sich die Frage nach Deiner Bonität. Wenn Du keinerlei Eigenkapital hast, keine Planung hast wie teuer das Haus werden soll und keine Zahlen vorlegen kannst welche Einkünfte Du erwartest wird Dir auch keine Bank den Hausbau finanzieren.


    Du mußt also schon mit konkreten Zahlen und einem soliden Eigenkapital / Einkommen aufwarten können, denn keine Bank finanziert ein Haus, um dann nachher zu sehen ob Du dir das überhaupt leisten kannst.


    Erschließungskosten etc. sind nur Peanuts, das sind Kleinigkeiten am Rande...