Hi,
also erstmal Tapete kontrollieren. Wie oft wurde die schon überstrichen? 2, 3 Anstriche sind OK, danach ist es besser auch die Tapete zu erneuern... Wenn sie noch einen Anstrich verträgt auf festen Sitz kontrollieren und ggf. lose Stellen wieder festkleben - und dann natürlich auch antrocknen lassen!
Außerdem mußt Du den Raum gründlich von Spinnweben, Staubflusen, Katzen- Hunde- und Freundinnen
-Haaren reinigen - sonst finden die sich nachher auf der frisch gestrichenen Wand wieder, und das natürlich erst wenn alles fertig und trocken ist...
Danach machst Du "Trick 17" von Malern und Lackierern - sehr preiswert aber großer Effekt: Du kaufst Dir eine Flasche Acryl und so eine "Pumpgun"
dazu - Du weißt schon, diese Dinger mit denen man Kartuschen für Acryl, Silikon im Bad etc. verarbeitet.
Acryl ist nicht teuer, eine Kartusche kommt auf ca. 5 EUR/Stk., wenn Du Glück hast weniger. Je nach Zimmergröße sollte eine Kartusche locker reichen.
Das Acryl drückst Du mittels des Pumpgerätes in alle Ecken/Kanten des Zimmers und der Decke. Mach es nicht zu dick, ziehe einfach eine kleine, durchgehende "Wurst" durch die Kante. Mit dem Finger - angefeuchtet in etwas Spüli-Wasser - gehst Du hinterher und drückst bzw. ziehst die Acryl-Wurst einfach schön in die Kante rein (ist verständlich wie ich das meine?).
Das Acryl sorgt für einen fliessend aussehenden, elastischen Übergang der Tapeten in den Ecken und vor allem dem Übergang von der Wand zur Decke, was später sehr gut aussieht, denn Du siehst dann nicht mehr die Schnittkanten der Tapetenbahnen, sondern eben einen fliessenden Übergang.
Da das Acryl nicht teuer ist, dazu schnell trocknet und das Aufbringen nicht kompliziert/zeitaufwändig ist kannst Du hier mit wenig Arbeit, Kosten und Aufwand einen sehr gut aussehenden Effekt schaffen.
Wenn das Acryl trocken ist (gib ihm ca. 1/2 Stunde) kannst Du mit dem Streichen anfangen.
Arbeite, wenn es irgend geht, nur bei Tageslicht. Selbst die besten Lampen lassen einen beim Streichen nicht so gut sehen wie Tageslicht!
Zuerst klebst Du alles ab was nicht entfernt werden kann. Dazu eignen sich große Plastikplanen und Malerkrepp, dieses gelbe, elastische Band. Steckdosen- und Lichtschalter-Abdeckungen, Lampenschirme oder Rolladengurt-Blenden bitte abschrauben, Fußleisten lockern und ebenfalls von der Wand wegziehen - das dauert nur wenige Minuten und macht sich später optisch seeeeehr viel besser als zu versuchen "drumherum" zu streichen (wird Dir nämlich nicht sauber gelingen und sieht immer Kacke aus, denn Du hast Farbschmiere oder zumindest viele Sprenkel auf Steckdosen etc. Außerdem sieht man später immer ganz deutlich wenn hinter den Abdeckungen nicht angestrichen wurde, weil die Blenden auf Rauhfasern oder unebenen Wänden natürlich nie ganz plan aufliegen).
Vergiß nicht auch den Boden abzudecken - entweder auch mit Folie (aber vorsicht - rutschig) oder dem typischen Maler-Fußboden-Papier, oder ganz einfach auseinandergefalteten Aldi-Kartons (aber dann drauf achten daß die sich nicht verschieben und der Teppich doch noch stellenweise freiliegt).
Zu der Farbe wurde Dir ja schon geraten daß Du nicht die vermeintlich Billigste nehmen solltest - die deckt oft schlecht und Du mußt ein 2. oder gar 3. Mal streichen. Das ist unnötige Arbeit, nervig und dazu am Ende doch teuer weil Du von der billigen Farbe viel mehr kaufen mußt. Also nimm lieber gleich eine hochwertige Farbe.
Bevor Du anfängst zu streichen mußt Du die Farbe sehr gut (!) durchrühren um die Farbpigmente gleichmäßig zu verteilen, die setzen sich nämlich gerne auf dem Boden des Eimers ab. Wenn Du doppelt so lange gerührt hast wie Du eigentlich kannst und Dein Arm schon weh tut bevor Du angefangen hast zu streichen paßt es mit dem Umrühren.
Oder Du machst es komfortabel mit einer guten, kräftigen Bohrmaschine, in die Du ein Umrühr-Dings (keine Ahnung wie man die nennt...) einspannst. Wenn leichter Rauch aufsteigt oder es verbrannt riecht hast Du allerdings eine besonders preiswerte No-name-Bohrmaschine überanstrengt...
Na immer noch besser als Deine Arme, die beim Streichen noch lahm genug werden 
Wenn Du die Farbe selber tönen möchtest rühre auf jeden Fall genügend davon an, weil wenn Du später merkst daß es knapp wird oder Du gar nachmischen mußt wirst Du nie, nie, nie, nie wieder den exakt gleiche Farbton hinkriegen. Deswegen gilt hier: absolut großzügig viel anmischen, so daß es auf jeden Fall reichen wird. Und auch dann wieder: rühren, rühren, rühren, um die Tönung komplett gleichmäßig im Farbeimer zu verteilen.
Alternativ kannste fertig getönte Farbe kaufen.
Dann malst Du zuerst mit einem Pinsel alle Ecken und Kanten, außerdem alle Bereiche, die Du mit einer Rolle nicht erreichen kannst. Ich nehme dafür immer den Heizkörper-Pinsel, mit dessen Stiel ich erst im Eimer umgerührt habe und der vorher schon den Tapetenkleister angerührt hat *g*.
Danach streichst Du mit der Rolle die großflächigen Bereiche und arbeitest immer "von oben nach unten", also zuerst die Decke und dann die Wände streichen, wobei Du dich auch dort von oben nach unten vorarbeitest (der Sinn ist daß eventuelle Farbspritzer, die nach unten tropfen, kurze Zeit später glattgestrichen werden und keine "Lacknasen" hinterlassen).
Ob Du längs, quer, diagonal oder in welchen Mustern auch immer rollst ist im Grunde egal - es muß nur komplett decken - und das ist natürlich am besten zu gewährleisten wenn Du jede Stelle mindestens 2 Mal in unterschiedlichen Rollrichtungen erwischst...
Wenn sich die Tapete an einzelnen Stellen ein klein wenig wellt oder Blasen macht ist das nicht schlimm. Feuchtes Papier wellt sich nun mal... Dieses Phänomen verschwindet auch wieder sobald das Papier getrocknet ist, dann ist die Tapete wieder glatt.
Sollte sich irgendwo eine Ecke oder Kante der Tapete durch die Feuchtigkeit der Farbe leicht lösen kannste einfach ein klein wenig Farbe zum "Festkleben" nutzen.
Wenn Du durch bist kontrollierst Du nochmal genau ob Du überall gewesen bist oder ob es noch Stellen gibt, wo keine Farbe hingekommen ist. Da besserst Du eben nach. Aber bitte genau und, wie erwähnt, vor allem bei Tageslicht schauen - es ist mitunter gar nicht so einfach Stellen zu entdecken, wo die Farbe nicht hingekommen ist, denn feuchte Farbe ist einen Tick dunkler als die getrocknete Farbe und deswegen meist relativ nah am "Rauhfaser-Altanstrich-weißgrau". Der Farbton hellt sich also beim Trocknen (ergo: wenn's zu spät ist...) noch auf und die "vergessenen" Stellen werden dann um so deutlicher sichtbar.
Im Idealfall wird ein kompletter 2. Anstrich nicht erforderlich sein. Sollte die Farbe aber an sehr vielen Stellen unzureichend gedeckt haben mußt Du eben doch nochmal ran. Das ist die Strafe für den Kauf zu billiger Farbe oder zu legeren Arbeitens. :p
Beim Trocknen bitte nicht die Fenster aufreissen damit es schneller geht - denn schnell hast Du Insekten, Staub etc. auf der noch feuchten Wand, außerdem tut es der Farbe nicht so furchtbar gut. Also lieber eine leicht längere Trocknungszeit bei geschlossenen Fenstern in Kauf nehmen.
Die Abklebungen kannst Du schon beginnen zu entfernen solange die Farbe noch feucht ist. Dadurch gibt es beim Abziehen keine "Bruchkante", von der Farbe abplatzt. Aber bitte aufpassen dabei! Weil wenn Du mit Deinen Abklebungen, auf denen ja auch noch feuchte Farbe haftet, an die eigentlich abgeklebten, zu schützenden Stellen kommst, hast Du doch noch eine Sauerei angerichtet und die mühsame Verpackerei war umsonst.
Wenn die Farbe trocken ist (nach ein paar Stunden) befestigst Du Fußleisten, Steckdosen-/Lichtschalter-Abdeckungen - fertig.
Viel Spaß! :top: