Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Die Geschichte ist m.E. viel banaler: Die drei Herren haben sich in dieser Position gebauchpinselt gefühlt und waren lange Zeit relativ naiv. Ich finde, Zastrow liefert ein recht glaubwürdiges (und auch nicht unkritisches) Portrait der drei Herren ab.


    Die Herren stehen ja auch mehr als dumm da.


    Es ist hochnotpeinlich für das Gremium, wenn die Kosten komplett aus dem Ruder laufen und eine zur Finanzkontrolle vorgesehene Instanz hat es wochen-, monate- oder sogar jahrelang nicht kritisiert. Die Ausreden, man sei hinter's Licht geführt worden, habe auch keine Befugnisse zum Eingreifen und nebenbei keine Holschuld gehabt, sind albern.


    Das Selbstverständnis einer Kontrollinstanz muss doch sein, zu kontrollieren. Sollte das nicht ermöglicht werden - wie in diesem Fall - fordert man auch ohne "Rechtsgrundlage" Zahlen an und wenn die nicht kommen, legt man das Mandat aus Protest nieder - weil ansonsten vorprogrammiert ist, dass man nur als Legitimations-Hampelmann missbraucht wird.


    Die Aufgabe wurde nicht bezahlt, die Herren sind alle gut versorgt und stehen in keinem Abhängigkeitsverhältnis zum Bischof. Es wäre also ein Leichtes gewesen, sich gegen seine Vereinnahmung zu wehren. Aber die haben ihre Aufgabe schlichtweg nicht erfüllt - peinlich für Leute, die sich für clevere und erfahrene Aufsichten gehalten haben.
    Ich glaube auch, dass die Herren sich ob der an sie herangetragenen Aufgabe gebauchpinselt fühlten, aber wenn ein bisschen Schleimerei schon ausreicht um diese Leute von ihrer vorgesehenen Kontrollaufgabe abzuhalten, dann machen sie eine denkbar schlechte Figur.


    Die jetzt plötzlich zahlreichen Auftritte Riebels, der die Schuld nun auf Tricksereien des Bischofs schiebt, sind IMHO nur Schadensbegrenzung und Vorwärtsverteidigung in eigener Sache, um das eigene Versagen schönzureden.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Das Problem liegt auch darin, dass es zu wenig effektive Kontrollmöglichkeiten in der Katholischen Kirche generell gibt. Das ist keine nach Gesichtspunkten der Gewaltenteilung aufgebaute Institution - ganz im Gegenteil.


    Na und? Die Kirche ist kein demokratischer Staat ist und muss deswegen auch nicht die gleichen Strukturen vorweisen. In Firmen und Behörden herrscht auch keine Demokratie - Führungskräfte entscheiden und die Angestellten müssen es akzeptieren.
    Mir ist nicht ganz klar wie du auf den Anspruch kommst, die Kirche müsste demokratisch aufgestellt sein. Das muss sie nicht und sie kann es auch gar nicht, denn religiöse Glaubensgrundsätze werden als gottgegebene Wahrheit, als Wille Gottes, verstanden. Es ist damit schlechterdings unmöglich, dass zugleich per Mehrheitsentscheid festgelegt werden soll, welche Gebote gelten sollen. Dann wäre die kirchliche Lehre kein göttliches Absolutum mehr, sondern demokratisch gewählte oder koalierte Beliebigkeit der handelnden Menschen. Es würde die Lehre ad absurdum führen.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich sehe die Eskalation der Medienberichterstattung auch nicht unkritisch - das hatte ich ja schon im ersten Posting angesprochen. Ich reagiere aber ausgesprochen allergisch auf jeden Versuch, der Presse einen Maulkorb zu verhängen.


    Medienpolitisch sehe ich ein ganz anderes grundsätzliches Problem. Diese Geschichte um den Bischof wurde im Wesentlichen von der FAZ und dem Spiegel recherchiert, und zwar von den jeweiligen Printredaktionen. Wer wird diese wichtige Aufgabe wahrnehmen, wenn es keinen Printjournalismus mehr gibt? Das Fernsehen, Online-Blogger?


    Ich glaube, dass die Form nicht die ausschlaggebende Rolle spielt. Es ist am Ende wurscht ob es Print-, Fernseh- oder Onlinejournalisten sind, solange die Presse ihre Funktion erfüllt.


    Die wird aber nicht erfüllt wenn ein Medium vom anderen abschreibt, wenn banale Nicht-Ereignisse wie der Flug des Bischofs nach Rom etc. aufgebauscht werden und alle Redaktionen nachziehen wenn eine das Thema zum Aufreger stilisiert. So ist das mit der 4. Macht eigentlich nicht gedacht.


    Was ist mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, was mit dem Schutz von Persönlichkeitsrechten, was mit der Unschuldsvermutung? Die Presse verstößt hier eklatant und flächendeckend gegen Grundprinzipien, das sind keine Ausrutscher Einzelner.


    Ich bin nicht für einen Maulkorb, aber ich erwarte eine funktionierende Selbstreinigung und Eigenkontrolle. Der kommen aber nicht mal mehr die Redaktionen nach, von denen man einen erhöhten Anspruch an die eigene Integrität erwartet.

    Robert,


    über diesen Punkt sind wir aber längst hinaus. Der Spiegel bringt im Augenblick täglich 5, 6, 7 neue Titelgeschichten über Limburg und den Bischof, ARD und ZDF senden Brennpunkte, die Zeitungen haben das Thema auf Seite 1, keine Talkshow, in der es nicht um dieses Thema geht. Ist das angemessen und verhältnismäßig?


    Wenn man den verlinkten Artikel von Volker Zastrow liest - ja, das ist guter Journalismus. Das Geseiere, was SPON und andere pausenlos herausfeuern, ist peinlichster BILD-Zeitungs-Stil und hat mich qualitativem Journalismus absolut nichts mehr zu tun.
    Da wird ohne jede neue Erkenntnis weiterhin ein Skandalartikel nach dem anderen gebracht und der Sinn ist nur, Stimmung zu machen und die Leser aufzustacheln. Es ist keinen Deut besser als Sudel-Edes Propaganda-Sendung, nur mit anderen Inhalten.

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    Original geschrieben von FloHech
    Schön langsam ist das Ganze an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Breaking News auf SPON: Bischof fliegt mit Billigflieger nach Rom mit Handyfoto eines Mitreisenden bzw. Passagier...


    Wo sind wir denn... Hetzjagd. Nebenbei schreiben die Qualitätsmedien über Mobbing und die Folgen auf die Betreffenden. Klasse...


    Man fragt sich wirklich, woher das kommt. Das moralische Fehlverhalten des Bischofs ist unbestritten, aber der hat in allererster Linie Kirchengelder verprasst. Es mögen auch 2-3 Millionen EUR Steuergeld dazwischen gewesen sein, aber das sind echt Peanuts gegenüber dem, was sonst allerorten von Beamten und Politikern verschwendet wird. Mit den anderen Millionen hat der Bürger nichts zu tun, das ist sozusagen ein arbeitsrechtliches Problem der Firma Kirche, wenn da ein Mitarbeiter Firmenvermögen auf den Kopp haut.


    Bei einem Bauvolumen von 31 Millionen EUR sind übrigens fast 6 Millionen EUR als Umsatzsteuer in die Staatskassen zurückgeflossen, während die anderen Millionen der Limburger Bauwirtschaft zugute kamen. Die Gesellschaft hat von der Sache also massiv profitiert, 31 oder 40 Millionen aus Kirchenvermögen wurden umverteilt in öffentliche Kassen. Mir geht einfach nicht in den Kopf, wieso das nirgendwo mal erwähnt und klargestellt wird. Rafft das keiner? Oder wird es bewusst nicht gesagt weil man dann ja den ganzen Skandal begraben könnte und dem Bischof fast schon das Bundesverdienstkreuz umhängen müsste?


    Bei der Hetzjagd - weil etwas anderes ist es inzwischen nicht mehr - bestürzt auch, dass sich die Bevölkerung nicht gegen eine Presse wehrt, die ihrer Funktion nicht mehr nachkommt. Von einer möglicst sachlichen Berichterstattung über Fakten sind wir inzwischen Lichtjahre entfernt.


    Ich ertappe mich manchmal bei der Frage, welche Kräfte im Hintergrund eigentlich ein Interesse daran haben, dass sich das Volk an "Brot und Spielen" in Form aufgebauschter Skandale abarbeitet. Wer will da eigentlich wovon ablenken?


    Wir haben keine Regierung, in den USA ist Stillstand, der die Weltwirtschaft bedroht, Fokushima läuft aus dem Ruder, die Schuldenkrise ist unbewältigt, vor Italiens Küsten sterben hunderte Menschen weil sie aus der Armut flüchten und in Europa auf besseres Leben hoffen.


    Und in den Medien kommen Schlagzeilen und Eilmeldungen weil der Bischof nach Rom geflogen ist.


    "Realität ist was für den, der nicht mit Drogen umgehen kann."
    unbekannter Author

    Offenbar nicht. Man muss nur mal googlen oder sich die Bewertungen bei Amazon durchlesen. Immer mehr Nutzer sind betroffen und Samsung macht nix.


    Dazu dann auch noch der Regio-Lock... Mann, Samsung... müssen die Leute erst wieder reihenweise zur Obstfirma oder HTC wechseln bevor ihr reagiert?

    Die Kirche wird die Baukosten aus ihrem Vermögen bestreiten, welches in Limburg bei 100 Millionen EUR liegen soll. Ob sie davon 5, 9, 31 oder 40 Millionen für die neuen Bauten ausgeben ändert nur den Kontostand des Vermögens. Ich glaube nicht, dass an anderer Stelle mehr oder weniger ausgegeben wird/würde nur weil sich die Kosten des Baus verändern.


    Natürlich hat sich das Vermögen auch aus Steuergeldern aufgebaut, aber ein direkter Zusammenhang zwischen Steuergeld und Baukosten dürfte eher nicht bestehen. Die Kirche kassiert Kirchensteuer, staatliche Zuwendungen, Erträge aus Immobilien, Ländereien, Spenden und was weiß ich noch. Alles fließt in einen Topf. Der bezahlt die neuen Bauten. Woher weiß man jetzt, welcher Anteil an den Kosten aus welcher Quelle gespeist wurde?


    Und ohne den Bau wäreen auch nicht weniger Zuschüsse oder Kirchensteuern an das Bistum geflossen. Insofern kann ich nicht ganz sehen, dass es "uns" nun real mehr Geld kostet.


    Bei der moralischen Komponente, dass der Bischof ein Taugenichts ist und dass man hinterfragen muss, wie eine den Armen und geistigen Dingen zugewandte Kirche so viel Geld und materiellen Wert anhäufen kann, bin ich bei den Kritikern.


    Ich habe aber den Eindruck, dass manchmal auch nur aus Prinzip kritisiert wird weil die kath. Kirche generell immer für Aufreger gut ist.

    Wie man hier erfährt waren erhöhte Baukosten bereits vor Baubeginn und im ersten Jahr nach Tebartz-van Elsts Amtantritt bekannt. Ob dieses allein durch den damals neuen Bischofs entstanden ist, muss erstmal geklärt werden. Es könnte nämlich auch sein, dass im Rahmen der Bauvorbereitung Kostensteigerungen erkennbar wurden. Es bestreitet ja niemand, dass der Bischof teure und umstrittene Luxusmaßnahmen eingebracht hat, aber ganz so einfach, alles ihm anzulasten ohne erstmal die Fakten zu klären, ist auch kein guter Stil.


    Wenn man keine rein funktionale Lagerhalle im Industriegebiet hochzieht sondern Gebäude eines historischen Stadtkerns mit modernen Bauten kombinieren will, ist das schwierig und teuer. Technische Erfordernisse, die sich erst während des Baus ergeben, lassen sich nicht immer genau voraussagen. Hier müssen der Bauherr, sein Architekt, Behörden und Baufirmen zusammenarbeiten und es ist nun mal nicht genau planbar, wie sich die Kosten entwickeln. Preissteigerungen nun einem einzelnen Beteiligten, dem Bauherrn, zuzuschieben, ist ein bisschen einfach. Wer sagt außerdem, dass die ursprünglichen finanziellen Planungen ausreichend waren? Immerhin liefen die Limburger Planungen noch unter dem Vorgängerbischof an und bei baulichen Großprojekten ist es ein beliebter Sport, am untersten Ende zu kalkulieren, was sich am Ende aber nie halten lässt. Regelmäßig werden dabei gutgläubige Bauherren über den Tisch gezogen.


    Dass dieser Bischof lügt und trügt macht ihn moralisch zwar untragbar, bis auf die falsche Eidesstaatliche Erklärung spielt das alles aber nicht in einem strafrechtlich relevanten Rahmen. Rein arbeitsrechtlich gilt das Kirchenrecht, was aber weltliche Staatsanwälte nicht tangiert. Die interessiert auch bei anderen Leuten betriebliches Fehlverhalten nicht wenn ein Arbeitnehmer Mist baut und der Chef und die Kunden unzufrieden sind.


    Ich mag den Bischof auch nicht, aber die Vehemenz der medialen Treibjagd nimmt mobbinghafte Züge an und damit Überhand.


    Wenn der Bischof Kirchengeld verprasst ist das verwerflich, aber die Kirchensteuer wäre ohne den Protzbau nicht geringer und das Geld für andere Projekte nicht höher. Dass die Kirche ihr eigenes Vermögen in kostspielige Immobilien steckt kann man moralisch verachten, aber so zu tun als würde es den Bürger direkt sein eigenes Geld kosten - wie es bei der Elbphilarmonie, S21 und dem BER und den unzähligen landesweiten Geldverschwendungen der Fall ist, das ist unreflektiert.


    5,9 der 31 Millionen EUR sind übrigens als Umsatzsteuer in die Staatskassen zurückgeflossen. So hat der Staat und haben diverse beteiligte Handwerksbetriebe vom Vermögen des Bischöflichen Stuhl profitiert und das Geschrei, da habe einer Millionen aus Staatskassen und Steuergelder des "kleinen Mannes" verprasst, das stimmt so nicht. Beide haben auch gut verdient an der Sache. Zumal die Bauten nicht dem Bischof persönlich gehören, sondern die Wertschöpfung geht zugunsten des Bistums. Das hat das Geld dann halt nicht mehr auf dem Konto, aber als Immobilie da stehen.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Weil die Zahl der "Leidtragenden" (die im hiesigen Thread durch den Limburger Bischof repräsentiert wird) im Verhältnis zur Bevölkerungszahl eher gering ist, scheint es mir, das auch keinerlei Interesse besteht, sich dieser "Kollateralschäden" überhaupt anzunehmen.


    Die Gemengelage wird dadurch verkompliziert, dass die Betroffenen sich häufig tatsächlich falsch verhalten haben und die Kritik an sich stimmt. Gefährlich wird es erst dadurch, dass ein Presseorgan das Thema als Aufreger und Quotenbringer identifiziert. Damit ist das Agenda Setting erfolgt und andere Redaktionen müssen mit- oder nachziehen, denn das Thema wird, unabhängig von seiner ursprünglichen Minimalbedeutung, jetzt tatsächlich zum Inhalt der breiten öffentlichen Diskussion.


    Der Betroffene wird sich dann so oder so um Kopf und Kragen bringen, denn verteidigt er sein Verhalten oder versucht es zu erklären, wird er als uneinsichtig hingestellt. Reagiert er nicht auf die Vorwürfe, steht er als arrogant und abgehoben da.


    Beteiligte Institutionen, die sich erstmal eine objektive Übersicht verschaffen müssen und gerade angesichts einer erhöhten öffentlichen Aufmerksamkeit besonders vorsichtig und gewissenhaft vorgehen, werden medial auch sofort wegen ihrer zögerlichen Nicht-Reaktion kritisiert.


    Im konkreten Fall geht es um Peanuts, weil die allermeisten Menschen mit der katholischen Kirche sowieso nichts am Hut haben. Die staatlichen Zahlungen an die Kirche gehen mehrheitlich in konsensfähige Projekte und landen regelmäßig nicht in kritisierbaren Luxusgütern. 31 Millionen sind absoluter Peanuts gegenüber der tagtäglichen Verschwendung an anderen Stellen. Insofern wäre es, bei aller berechtigten Kritik an den Vorgängen in Limburg, eigentlich nur ein kleiner Aufreger.
    Aber weil die Katholen, konserative Bischöfe und ein Luxusdasein wunderschöne Aufreger sind, die immer funktionieren, kann man hier einen sicheren auflagensteigernden Skandal lancieren.


    Das hat auch bei Mollath funkioniert. Da war's moralisch noch leichter zu rechtfertigen weil der öffentliche Druck "für" und nicht "gegen" einen Menschen gerichtet war, aber der Effekt dahinter ist derselbe.


    Dass die Presse als vierte Macht im Staat durchaus öffentlichen Druck erzeugen soll, legt den Redaktionen eine Verantwortung auf, der sie manchmal mehr und manchmal gar nicht gut nachkommen. Ist das umstrittene Thema nicht Mainstream, interessiert es sie nicht...



    Der Unterschied ist aber, dass die Kirche eine Privatveranstaltung ist und der Bischof kein offizielles Mandat im Staat bekleidet. Daran ändert auch die Tatsache, dass die Kirche von staatlichen Zuschüssen profitiert, nichts. Wenn im örtlichen Fussballclub, der vom städtischen Sportausschuss alimentiert wird, etwas schief läuft, lässt das die Öffentlichkeit außerhalb des Fussballclubs meistens auch kalt. Man hat ja nichts damit zu tun... Bei den Kirchen fühlen sich dann aber alle angesprochen.


    Da wird oft nicht differenziert zwischen Dingen, die zwar wirklich skandalös sind, einen selber aber gar nicht betreffen und solchen, die einen angehen und wo man sich berechtigerweise hinters Licht geführt fühlt.
    Ich las zuletzt, dass andere Bischöfe reihenweise in nicht minder luxuriösen bzw. teuren Immobilien leben. Nur haben die ihre Paläste nicht gerade erst für teures Geld frisch renoviert, deswegen fragt bei denen keiner nach ihrer Wohnsituation.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Selbstverständlich geht so etwas die Presse an. Eine Kirche ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, und selbst wenn es sich um ein Privatunternehmen handelte, wäre es okay und sogar richtig, wenn die Presse kritisch über so etwas berichten würde.


    Oder glaubst Du etwa, die Presseorgane der katholischen Kirche sind zu kritischer Berichterstattung gegenüber Bischöfen in der Lage? FAZ und Spiegel haben den Unmut der Bevölkerung und der Gläubigen aufgenommen und recherchiert - genau wie es ihre Aufgabe ist.


    Spiegel online hat vorgestern nicht weniger als 7 (!) Artikel zum Thema herausgefeuert und öffentlich-rechtliche Sender ließen es sich nicht nehmen, Brennpunkte zu senden. Eine objektive Berichterstattung und angemessene Prioritätensetzung kann ich darin nicht mehr erkennen. Ein einzelner Artikel zum Thema hätte völlig gereicht um alles Wissenswerte zu vermitteln. Tebartz-van Elst beherrscht die Schlagzeilen während die Bedrohung der Weltwirtschaft durch den US-Haushaltsstreit unter "Ferner liefen..." abgehandelt wird.


    Das Ganze ist keine journalistisch saubere und richtig gewichtete Berichterstattung mehr, sondern es wird eine Kampagne mit einem stark polarisierenden Aufreger-Thema gefahren. Gerade der Spiegel, als direkt Verfahrensbeteiligter, sollte sich in deutlicher Zurückhaltung üben. Aber guter Journalismus ist inzwischen nicht mehr gefragt.


    Im Falle des Limburger Bischofs sind Viele bereit, diese Medienmanipulation hinzunehmen weil das Verhalten des Bischofs unter aller Kanone ist und sie die medialen Schläge gegen ihn deswegen zu akzeptieren bereit sind.


    Ich verurteile das, denn ich möchte eine Presse, die neutral berichtet und nicht nach eigenem Ermessen Kampagnen fährt. Immer wieder zeigt sich, dass die im Buch Das Medienmonopol beschriebenen Vorgänge einen wahren Kern haben.