Beiträge von Printus

    DarkEmpire64, well said.


    Wie ich weiter vorne schon schrieb, manche machen es sich recht einfach, Quintessenz "Dann haben diese Häuslebauer eben Pech gehabt."
    Dass viele Leute gar nicht in bewusster Entscheidung in ein hochwassergefährdetes Gebiet gezogen sind und insofern nicht wissentlich und die Gefahr in Kauf nehmend, sondern wirklich als Opfer der Umstände in die prekäre Lage kamen, wird dabei ausgeblendet.


    Selbst diejenigen, die etwas leichtfertig in Gefahrengebiete gezogen sind, kann man jetzt nicht einfach im Schlamassel sitzenlassen. Man hilft ja auch Autofahrern, die einen Unfall selber verursacht haben.


    Den Soli zur Hochwasserhilfe einzusetzen ist eine gute Idee. Keine gute Idee ist es, diesen deswegen zu erhöhen! Die Bürger zahlen seit Jahren diese längst überholte Abgabe, die längst wieder eingestampft hätte werden müssen. Wenn sie noch da ist, soll man sie für Hilfsprojekte anderer Art als den Aufbau Ost einsetzen. Eine weitere Erhöhung lehne ich allerdings ab.

    Ich bin spätestens seit dem Erscheinen des 4S der Meinung, dass Apple im Landeanflug auf das Niveau eines durchschnittlichen Handyherstellers ist.


    Mit dem Iphone hatte Apple 2007 einen doppelten Knaller gelandet: erstmals gibt es ein Handy aus dem Hause Apple, da sind die Fanboys eh aus dem Häuschen. Für alle anderen lag die Sensation in der neuartigen Bedienung und den vielen Ideen, die iOS beinhaltete und die man so noch nicht kannte.


    Seitdem andere Hersteller aber dasselbe bieten hat Apple immer nur den Standard gehalten, aber nichts sensationell Neues mehr gebracht. Inzwischen muss Apple sogar nachliefern um überhaupt den Anschluss zu halten. iOS 7 liefert nur Dinge nach, die die Wettbewerber längst haben.


    Ich finde es nicht weiter schlimm, es war immer und ist weiter eine unrealistische Erwartungshaltung, dass Apple mit jedem iPhone oder jedem iOS eine neue Sensation zeigen muss. So weit voraus kann dauerhaft niemand sein und so konsequent hintendran b leibt keine hochklassige Konkurrenz, dass man von Apple kontinuierlich neue Sensationen erwarten könnte.


    Langfristig muss man sich aber damit auseinandersetzen, dass auch Apple nur noch hin und wieder ein neues Modell präsentieren wird, das den aktuellen Stand der Technik präsentiert, mehr aber auch nicht.

    Ganz so einfach ist es nun aber auch nicht. Nicht jeder kaufte leichtfertig ein Häuschen am Fluss, trefflich missachtend, dass das Gebäude bei Hochwasser Schaden nehmen könnte.


    In der heutigen Billiglohn-Zeitarbeiter-befristete-Verträge-Republik besitzen viele Menschen ihre Immobilie nur, weil sie von Eltern oder Großeltern geerbt wurde. Und als die gebaut oder gekauft haben war der Klimawandel und waren Flußbegradigungen und andere schädliche Eingriffe des Menschen noch weit weg.


    Ebenso werden inzwischen zunehmend Menschen geschädigt, die keineswegs in der Nähe des Flusses, sondern kilometerweit entfernt leben. Diese Leute mussten sich bisher nie Gedanken über Hochwasser machen, nur wenn die Wassermassen immer größer werden fluten sie irgendwann selbst weit abgelegene oder leicht erhöht liegende Flächen.


    Selbst diejenigen, die relativ nah am Deich wohnen, sollten sich auf dessen Stabilität verlassen können. Wenn die Wassermassen im Laufe der Jahre durch Klimaveränderungen so steigen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht mehr greifen, die Gemeinden aus Geldmangel oder Uneinsichtigkeit nichts unternehmen, dann sind das nicht die jetzt betroffenen Hausbesitzer schuld.


    Es hat ein paar Fälle gegeben, in denen Anwohner sich gegen besseren Hochwasserschutz ausgesprochen haben und jetzt haben sie den Salat. Das kann man so aber nicht lapidar allen Betroffenen unterstellen, für die weit meisten Leute trifft es nicht zu.


    Und selbst da, wo es stimmt: die Leute haben ihr Hab und Gut, ihr Zuhause, ihre Existenz verloren. Wer 500 Kilometer entfernt im Trockenen sitzt kann leicht schreiben "selber schuld". Bevor man das jedoch tut sollte man einen Moment in sich gehen und überlegen, was es für einen selber oder seine Familie bedeuten würde, wenn man ALLES verlöre - und dann etwas nachsichtiger darüber urteilen...

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wiederaufnahmeverfahren unterliegen nach deutschem Recht strengen formalen Hürden, die sich einer "moralischen" Betrachtungsweise bekanntermaßen weitgehend entziehen.


    Und genau das ist ein eklatanter Fehler im Rechtssystem. Das "gesunde Volksempfinden" (eine leider von den Nazis geprägte und missbrauchte Begrifflichkeit, rein sachlich aber ein nützlicher Ausdruck), oder anders ausgedrückt "moralische Betrachtungsweise", sind doch jedesmal die Gründe, weshalb überhaupt der Ruf nach einem Wiederaufnahmeverfahren entsteht. Es kommt IMMER dadurch zustande, dass eine zunächst getroffene Entscheidung als unfair betrachtet wird und es dafür auch nachvollziehbare Begründungen gibt, die sich mit einfacher Logik jedem erschließen.


    Du argumentierst auf der Basis formaljuristischer Winkelzüge, die zwar das tatsächliche Geschehen bei Gericht erklären (und deswegen auch interessant sind). Sie widersprechen aber dem normalen Gerechtigkeitsempfinden - und die Erwartungshaltung in einem demokratischen, humanistischen, freien und gleichen Staat ist, dass "Gerechtigkeit" auf moralischen Grundwerten beruht. Wenn jemand aufgrund juristisch zwar richtiger, aber vom einfachen Menschenverstand her ungerechter Sachverhalte jahrelang eingesperrt wird, macht das unglaublich viel kaputt. Die Rufe nach der europäischen Menschenrechtskonvention, das stark beschädigte Vertrauen der Bevölkerung in ein faires deutsches (insbesondere bayerisches) Rechtssystem, das sind katastrophale Folgen des Mollath-Skandals.


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Aktuelles Beispiel ist im Übrigen der Versuch einer Wertung des Vorgehens türkischer Sicherheitsbehörden gegenüber mit Brandsätzen agierenden Demonstranten - so einfach, wie unser Westereimer sich das macht, ist es einfach nicht. Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass das deutsche Verhalten gegenüber Gustl Mollath in der Türkei ungläubiges Kopfschütteln auslöst.


    Ob Stuttgart 21 oder die Demo der Occupy-Bewegung in Frankfurt: das Vorgehen der deutschen Polizei gegen Demonstranten erreicht inzwischen auch eine Qualität, die bedenklich wird. Inzwischen sind es nicht mehr nur linke Provokateure, die durch eigenes Fehlverhalten und Aufwiegeln in Konflikt mit den Beamten geraten und diese als staatliche Schlägertrupps sehen, was bei dieser Klientel eh zum Weltbild gehört.
    Zunehmend beschleicht auch die bürgerliche Mitte der Eindruck, dass die Politik und der dazu gehörende Staatsapparat Vieles zum eigenen Wohl und zugunsten des Kapitals mauschelt. Protest und Opposition, beispielsweise durch Demonstrationen, wird mit überharter Polizeigewalt buchstäblich zerschlagen - obwohl es zu den Grundrechten in einer jeden Demokratie gehört.


    Vor ein paar Jahren fand ich lächerlich, dass auch Deutschland regelmäßig im Jahresbericht von Amnesty International auftauchte. Ich war der Meinung, dass man individuelles Fehlverhalten einzelner Verblendeter - in einem Land mit Millionen Einwohnern und zehntausenden Polizisten unvermeidlich - nicht auf die gleiche Ebene wie institutionalisierte Staatsgewalt stellen sollte. Das trifft nicht die Lebensrealität und bewirkt, dass keine Unterscheidung stattfindet zwischen Demokratien, in denen Bürger- und Menschenrechte beachtet werden, in denen Verstöße nur durch das Fehlverhalten Einzelner passieren, und echten Unrechtsdiktaturen, in denen Bürgerrechte systematisch mit Billigung der Regierenden verletzt werden.
    Inzwischen habe ich da eine andere Meinung bekommen. Es passieren auch in Deutschland Dinge, die nicht mehr als unerwünschte Übergriffe Einzelner gelten können, die sofort gestoppt werden wenn das Fehlverhalten bemerkt wird. Gerade die genannten Beispiele, der überharte Einsatz gegen S21-Gegner oder die Demo in Frankfurt, auch Mollath, sind Fälle, in denen "der Staat" öffentlich und mit politischer und juristischer Duldung zweifelhaft gegen Bürger, Rechte und moralischen Anstand vorgeht. Es gibt neben den Genannten inzwischen zahlreiche weitere Beispiele.
    Selbst wenn später die Unrechtmäßigkeit festgestellt wird, es ist passiert, es wurde nicht unterbunden, Entschädigungen fallen lächerlich klein aus. Auch Deutschland mutiert zu einem Land, das zu Recht bei Amnesty auftaucht.


    Wer da nicht hellhörig wird, wer das rechtfertigt oder abtut, hat nicht begriffen, dass sich auch Deutschland in eine alarmierdende Richtung entwickelt. Es ist inzwischen mitnichten so, dass die große Masse denkt, bei uns ist alles dufte und nur die anderen halten sich nicht an moralisch einwandfreie Spielregeln und Bürgerrechte.


    Insofern prangern Viele die Türkei bzw. Erdogan nicht an weil sie denken, wir sind um Welten besser und dürfen deswegen etwas sagen, sondern wir müssen etwas sagen, müssen aber zugleich vor der eigenen Tür kehren.


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Printus:


    IN letzter Zeit sind deine Postings echt gut und lang. Urlaub?


    Sowas ähnliches... Danke für die Blumen!

    Zitat

    Original geschrieben von Maarthok
    Die wirren Schreiben stammen ja aus der Zeit vor 2006


    Damit wären Sie mehr als 7 Jahre alt. Wie lange will man sich denn darauf beziehen ohne eine Neubewertung vorzunehmen?


    Wäre der Mollath seinerzeit als stinknormaler Straftäter verurteilt worden, wäre er inzwischen längst wieder auf freiem Fuß. 8 Jahre Einweisung bedeuten, dass er bei guter Führung und Verbüßung von 2/3 der Strafe schon zu einer zweistelligen Zahl von Haftjahren hätte verurteilt werden müssen um so lange hinter Gittern zu sitzen.


    Zitat

    Original geschrieben von Maarthok
    Wieso wird eigentlich M. und Unterstützerkreis ALLES geglaubt und entgegenstehendes grundsätzlich als nicht richtig betrachtet ? Nur weil "ein Teil" seiner Vorwürfe gegen die HVB sich im Nachhinein als richtig erwiesen haben was bereits im Urteil von 2006 als für möglich erachtet wurde ? Sollen nur noch Leute verurteilt werden, die ein Geständnis abgegeben haben ? Diesen "Rechtsstaat" möchte ich mal sehen .....


    Man muss differenzieren. Seine Vorwürfe bzgl. Missständen sind eine Sache. Seine Einweisung eine andere.


    Die Grundlagen der Einweisung sind ganz dünn und beruhen, mindestens teilweise, auf nicht haltbaren Umständen. Das kann so keine rechtsstaatliche Grundlage sein weil es Ungereimtheiten gibt und es nicht wasserdicht ist.


    In diesem Fall besteht die besondere Brisanz darin, dass das unsaubere Verfahren, aufgrund dessen der Delinquent seit 7 Jahren eingesperrt ist, auf jemanden angewendet wird, der Vorwürfe gegen bayerische Eliten erhoben hat und sich mit mächtigen Kräften angelegt hat. Da erscheint die Einweisung als Politikum und sollte nicht nur auf juristischen Winkelzügen beruhen, sondern nachvollziehbaren Sachverhalten.

    Zitat

    Original geschrieben von Maarthok
    Währenddessen schickt er wirre Schreiben an den Papst und Kofi Annan.


    Im Verfahren weigert er sich, mit dem Gutachter zusammenzuarbeiten. Auch jedweder Art von Therapie bzw. neuer Begutachtung verweigert er sich.


    Auch das aktuelle Angebot des LG Bayreuths auf einen neutralen externen Gutachter lehnt er als "grotesk" ab.[/B]


    Mollath war seinerzeit Beteiligter eines Rosenkrieges und sitzt seit 7 Jahren zu Unrecht in der Psychiatrie. Wie verändert das einen Menschen? Natürlich sucht er verzweifelt Hilfe - zum Beispiel bei Persönlichkeiten, von denen er Hilfe erhofft. Natürlich verweigert er sich einer Therapie wenn er sich gesund fühlt und verunsichert ist, wie Gutachten gegen ihn verwendet werden können.


    Schau dir mal die Geschichte des Hochstaplers Gerd Postel an, der sinngemäß sagt: in der Psychiatrie kannst du alles beweisen und alles widerlegen. Kooperiert der Patient wird unterstellt, dass er selber einen Krankheitsverdacht haben müsse, sonst würde er sich nicht darauf einlassen; kooperiert er nicht wird es als mangelnde Compliance ausgelegt.


    Nach allem, was bisher schon gewesen ist, verwundert es nicht, dass Mollath kritisch ist und nicht mit Vertretern der bayerischen Justiz und der Psychiatrie zusammenarbeiten mag.


    Zitat

    Original geschrieben von Maarthok
    Quelle: http://www.spiegel.de/panorama…-opferrolle-a-872632.html


    Ich war nicht dabei, ich kenne die Akte nicht, aber wenn das so stimmt, gibt es eigentlich keinen vernünftigen Zweifel daran.


    Was mich persönlich mittlerweile extrem beunruhigt, ist wie hier (und auch anderswo) Meinungen als Tatsachen verbreitet werden, ohne eigentlich den Fall bzw. den G.M. in irgendeiner Weise zu kennen und vom Untergang des Rechtsstaats zu erzählen, der im übrigen auch die Aufgabe hat Leute wie Dich und mich vor Verrückten zu beschützen.[/B]


    Und du Scherzkeks machst gerade dasselbe, was du bei anderen kritisierst, nämlich aufgrund einer Berichterstattung, die du nicht persönlich prüfen kannst, eine Meinung entwickeln...


    Zu einem Rechtsstaat gehört, dass die Schuld eines Angeklagten zweifelsfrei bewiesen werden muss. Hat man dem Mollath die Reifenstechereien bewiesen? Eingewiesen hat man ihn jedoch und hält in für 7, demnächst 8 Jahre fest ohne zu prüfen, ob eine - sowieso nicht nachgewiesene - Gefährlichkeit überhaupt (noch) besteht.


    Gerade in einem Fall mit politischer Brisanz wäre die Justiz gut beraten, sich auf wasserdichtem Boden zu bewegen und nicht den Eindruck zu erwecken, in Freisler-Manier unliebsame Kritiker aus dem Weg zu räumen.


    Zitat

    Original geschrieben von Maarthok
    Die ganzen Leute die deswegen rumpöbeln (hier läuft es ja zum Glück gesittet ab, aber wenn man sich so sonstige Kommentare anschaut) sollten nur mal in Betracht ziehen, daß das was im Urteil festgestellt wurde, auch wenn das Urteil tatsächlich formal rechtliche Fehler aufweist, doch im Ergebnis stimmen könnte.


    Das kann aber nicht die Grundlage sein jemanden jahrelang in der Psychiatrie einzusperren. Zu einem Rechtsstaat gehört, dass nur faire Verfahren Grundlage von staatlichen Maßnahmen gegen Bürger sein dürfen.

    Zitat

    Original geschrieben von hamburg
    Guten Morgen,
    ich bin jetzt glücklicher Telekom Kunde :-)
    War vorher bei o2 und hab die o2 App genutzt, um z.B. meinen Datenverbrauch zu sehen.


    Welche App könnt ihr denn da für die Telekom empfehlen?


    Danke


    Gibt es etwas Vergleichbares für congstar?

    Cindy und Raab sind dem Lanz auch immer wieder in den Rücken gefallen. Seine Moderationsleistung war nicht toll, aber es ist auch völlig daneben den Gastgeber dumm hinzustellen.
    Wie würde der Raab wohl reagieren wenn ihm einer in seinen Sendungen dumm käme? Er gilt als völlig humorlos wenn es nicht nach seiner Nase läuft... dann sollte er das auch nicht mit einem Kollegen machen.
    Cindy ist als Assistentin da - und nicht um dem Lanz immer wieder massiv arrogant über den Mund zu fahren und dummes Zeug zu reden, während sie sich konsequent nicht bewegt, wenn eine Assistentin den Moderator zu unterstützen hätte. Eine völlige Fehlbesetzung, die nur dummlabert anstatt zu assistieren.


    Ansonsten hat der Lanz die Sendung sicher nicht alleine geplant. Wahrscheinlich ist das allermeiste vom ZDF ersonnen worden und der Lanz präsentiert es nur. Insofern ist das Niveau der Sendung wesentlich den Verantwortlichen des Senders anzulasten.


    Und zu Gottschalk: unter ihm hat sich die Sendung in der heutigen Tendenz verändert, dass die Wetten immer mehr in den Hintergrund gerückt wurden und irgendwelche Hollywood-Kasper als Superstars präsentiert werden. Er war zuletzt sehr fahrig und ich habe im Augenblick den Eindruck, dass man ihn jetzt hochlobt obwohl die Kritik an ihm zuletzt auch erheblich war und die Sendungen kritisiert wurden.
    Gottschalks Qualität lag einzig und allein darin, dass er viel gelabert hat und dabei mitunter witzig war.