Zitat
Original geschrieben von diger
Heute muß aber ständig ein neues Auto her, mindestens zwei Flach-TV sind ein muß (früher hat man im Schnitt für einen Bruchteil eine Glotze gekauft, zumindest was die Masse anging) und die auch alle 3 Jahre neu, PC und all der ganze Multimediakram muß her. Dann mindestens zwei mal im Jahr in Urlaub, Hobbys ohne Ende, etc.
Nicht zu vergessen 1x im Jahr (2x ?) das neueste iPhone (Gegenwert einer oder zwei Monatsmieten, je nach Wohnsituation) und das Zweit- und Dritthandy...
Letztlich ist es doch so: Hauskauf oder Miete entscheidet sich primär danach ob das eigene Einkommen überhaupt so hoch ist, dass man über einen Hauskauf nachdenken kann. Für viele Menschen stellt sich die Frage nicht. Die haben sowieso nicht genug um eine Immobilie zu erwerben.
Sollte der finanzielle Rahmen gegeben sein (wobei sich schon die ersten verrechnen) hängt es vom persönlichen Risiko und vor allem den Vorlieben ab. Vielen ist es wichtig, Eigentum zu besitzen - und da geht es dann nicht allein um die Frage, ob das nun günstiger oder teurer ist als die Miete. Der entscheidende Punkt ist, dass es die eigenen vier Wände sind.
Der Mieter hat immer das geringere Risiko. Sicherlich werden steigende Kosten und Sanierungsmaßnahmen langfristig auf die Miete umgelegt, dafür steigen langfristig aber auch die Einnahmen (theoretisch...). Wenn die Heizung kalt bleibt ist muss der Vermieter eine neue einbauen oder reparieren. Deswegen ist die Miete im nächsten Monat nicht sofort teurer.
Wer aber ein eigenes Haus besitzt hat Tage später die Rechnung vom Installateur auf dem Tisch und muss sofort zahlen.
Besitz ist ein höheres finanzielles Risiko - und das wird oft vergessen. Es kann immer im einen Fall so oder in einem anderen Fall so ausgehen, es gibt kein generelles "Miete ist immer preiswerter" oder "Haus ist immer günstiger über die Jahre".
Wer kann schon in die Zukunft schauen? Am Ende geht's vor allem um das Gefühl, Eigentümer zu sein (und dafür Risiko in Kauf zu nehmen) oder Mieter zu sein und die Sicherheit einer kalkulierbaren, gleichmäßigen Kostenbelastung ohne große Risiken zu haben, dafür aber mit dem Gefühl, nichts Eigenes zu besitzen.
Vermieter sind in dieser Diskussion uninteressant. Deren Kostenstrukturen und Denkweise richtet sich nach wieder anderen Zielen...
Was die Ausgangsfrage angeht: Wer kein allzu hohes Risiko fahren will muss heute ein überdurchnittliches Gehalt und überdurchschnittliche Sicherheit im Beruf haben. Vor 30 Jahren konnte sich ein Handwerker oder Angestellter eine Immobilie leisten, und das während seine Frau den Haushalt schmiss. 2 Kinder dazu, 1x im Jahr Urlaub und alle paar Jahre ein neues Auto. Heute muss jemand schon Arzt, Anwalt, Unternehmer oder leitender Angestellter sein - und auch das in der oberen Liga und nicht als Assistenzart, Krauteranwalt oder Kleinunternehmer.