Na da werde ich auch mal meinen Senf dazu geben, also...
Ein Problem ist, dass Juristen per Gesetz von einem anderen Begriff bei "psychischer Krankheit" ausgehen, als Psychologen,-iater etc. D.h., dass Gutachter den Angeklagten untersuchen können, aber letztendlich die Juristen entscheiden, was bei dem Angeklagten vorliegt und wie darauf die Gesetze anzuwenden sind. Nur soviel zu dem Thema "meine Jugend war schwer, Vater Alki, Muttern nie da und deswegen mußte ich (wahlweise Leute einsetzbar) umbringen". Dass unser Strafrecht den seltsamen Gedanken Prävention und Veränderung/Erziehung vor dem Strafgedanken hat, führt dann u.a. auch zu solch seltsamen Urteilen.
Im Allgemeinen kann ich all denen Recht geben, die sagen: "solche Kerle werden sich nie ändern!". Können sie nicht, denn die Pädophilie z.B. ist nicht heilbar. Genauso nicht wie die Vorliebe für Süßspeisen, Lieblingsfarben etc. Man kann diese Leute in der Therapie nur so weit bringen, dass sie in Zukunft lernen sollen, ihren Trieb zu beherrschen und Auslöser zu meiden (hier also den kleinen Kindern aus dem Weg zu gehen). Da das aber in unserer Gesellschaft schwer ist, ist die Rückfallquote entsprechend hoch. Hier muß abgewogen werden, ob die Sicherungsverwahrung und damit der massive Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Einzelnen niedriger anzusiedeln ist, als das Recht der Allgemeinheit, vor solchen Leuten geschützt zu werden. Und über die Fortsetzung der Sicherungsverwahrung entscheiden dann wieder Juristen!
Und zu guter Letzt muss ich dem Onkel DUSA leider etwas widersprechen (sorry, Daniel, aber es ist halt nicht völlig dein Fachgebiet
Klar kann man merken, dass man auf kleine Kinder steht und dass das nicht so gerne gesehen wird. Aber da man ja auch prima sowas selbst verleugnen kann ("Ich beherrsche das, da hab ich kein Problem!") oder sogar supi verdrehen kann ("Na die wollten das doch selbst!"), kann man eben nicht verlangen, dass die auch selbst zur Therapie gehen. Wenn alle, die eine Trübung des Gemüts haben, zum Psychoonkel gehen würden, dann hätten wir Kohlemäßig ausgesorgt und würden massig neue Stellen bewilligt bekommen. Aber es gehört ja grad zur einfachsten Abwehr des Ichs, sich vorzugaukeln, dass man das schon alleine schaffen wird. Dass das natürlich auch Ausdruck der Störung ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls zeigt das schon, dass die Leute nicht unbedingt voll dabei sind, wenn sie sich dann vergreifen. Und bei dieser Bewertung kommen wieder die Juristen ins Spiel...
So, bevor ich jetzt gesteinigt werde: Ich bin nicht dafür, das alles auf die leichte Schulter zu nehmen, denn auch ich bin der Meinung, dass z.B. besoffenes Fahren erst recht bestraft werden muss, denn zum Saufen hat das Bewußtsein ja noch gereicht. Trotzdem sollte man sich das Thema Kindesmißbrauch nicht zu einfach machen!