In der ökonomischen Theorie besteht meines Wissens die herrschende Meinung darin, dass Subventionen höchstens zur Etablierung von Technologien geeignet sind. D.h. man kann deren Erforschung, Implementierung und Produktion einer kritischen Masse an Produkten subventionieren und das ganze kann letztendlich volkswirtschaftlich sinnvoll sein (wenn Nutzen>Kosten). Ich würde die Solar- und Windkraftbranche mittlerweile als etabliert ansehen. Das Ziel der Förderung eiens neuen Wirtschaftszweiges müsste also erreicht sein. Nun muss sich die Technologie einem fairen Wettbewerb stellen können. Das kann sie aber nicht, da AKW-Strom ja weiterhin mehr oder minder direkt subventioniert wird.
Beiträge von Hellwach
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Original geschrieben von ingo74
wie sollten denn "richtig" anreize gesetzt werden und was wurde "falsch" gesetzt..?Das wiederhole ich hier ja gebetsmühlenartig:
- Subventionen für AKWs weg --> AKW-Strom wird extrem viel teurer
- Subventionen für Solar- und Windkraft weg, da mittlerweile etabliert --> Strom aus Erneuerbaren wird teurer==> Forschungs- und Entwicklungsarbeit verschiebt sich zugunsten der regenerativen Energie"erzeugung" (eigentlich müsste man ja "-wandlung" sagen)
==> Produktangebot und Preise verschieben sich zugunsten der regenerativen Energieerzeugung==> Volkswirtschaftliche Optimum
ZitatOriginal geschrieben von bernbayer
Hier mal was zu den angeblich günstigen Solarstrom: http://www.focus.de/wissen/wis…tovoltaik_aid_265763.html
Das Thema lässt sich nicht sinnvoll isoliert betrachten. Wenn Subventionen wegmüssen, dann für alle Energieerzeugungsformen. -
Wichtig ist, dass man nur eine Kombilösung pro Linse verwendet. Niemals zwei verschiedene Marken durcheinander verwenden. Ich nehme an, das hat den Grund, dass sich dabei gefährliche chemische Verbindungen ergeben können. Also Mittelwechsel möglichst beim Linsenwechsel.
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Original geschrieben von Bielefelder
Alles nicht in der Masse verfügbar wie man es bräuchte um Atomkraft voll zu ersetzen........Und warum? Weil die Anreize falsch sind. Amen.
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Original geschrieben von flashhawk
Und genau das solltest du mal belegen. Dazu bräuchtest du nämlich genaue Kostenaufstellungen. Klar klingt das erst einmal so, als hättest du Recht, aber das ist doch ansolut nicht mit Zahlen belegbar.Genau lässt sich sowas nicht sagen. Aber der letzte Beitrag auf der vorherigen Seite ist zumindest ein Anhaltspunkt. Auch wenn man die Zahlen um einen gewaltigen Faktor kleinrechnet bleiben sie extrem hoch.
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Original geschrieben von bernbayer
DAs interessiert mich und nicht theorethische Kalkulationen, die bringen mir nichts. Ich will einen günstigen Strompreis und kein Gequatsche was das eigentlich kosten sollte.Ich gebe dir völlig Recht (siehe einige Beiträge davor). Wenn man nur an sich denkt und unter der Bedingung, dass zu deinen Lebzeiten kein GAU in Deutschland und den Nachbarländern passiert, dann ist Atomstrom für dich das beste. Ein Politiker hat aber so nicht zu denken!!
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Original geschrieben von bernbayer
Da kannst du rechnen wie du willstJa, du kannst rechnen wie du willst, Atomstrom rentiert sich real nie. 1992 wurde eine Studie im Auftrag des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums erstellt. Ergebnis: Ein Super-Gau würde Deutschland bis zu 10.000.000.000.000 DM kosten. Seitdem lässt man solche Studien lieber bleiben.
Mal unrealisitisch angenommen, sowas passierte nur alle 30.000 Jahre (wobei wir alle wissen, dass es das letzte Mal nur 30 Jahre gedauert hat!), dann müsste man einen Aufschlag von 2-3 Euro auf die Kilowattstunde verlangen, um das abzusichern.
Und jetzt sag, das sei unrealistisch und man müsste das ganze durch 10 dividieren. Wegen mir. Ändert nichts an der Sache.
Von den Lagerkosten ganz zu schweigen... Und wenn die Lagerung doch wenigstens möglich wäre. Aber hunderttausende Jahre kann man nix sicher lagern.... Jetzt versteig ich mich doch zu einem Gedankenexperiment: Sagen wir, man muss das Zeug "nur" 500.000 Jahre lagern (manche schreiben doppelt so lange). Jedes Jahr Lagerung kostet nur für den bisher produzierten Müll von mir grob geschätzte € 5 Mrd. zu heutigen Preisen (ich gehe davon aus, dass die Preise mit der Inflationsrate steigen).
Rechnung: 5.000.000.000*500.000=€ 2.500.000.000.000.000 (richtig, Billiarden, nicht "nur" Billionen wie oben).
Jetzt kann das ja mal jemand pro AKW-Kilowattstunde seit 1960 ausrechnen.

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Man kann die Subventionen für z.B. Solaranlagen nicht mit denen der AKWs vergleichen. Bei den AKW handelt es sich um Dauersubventionen. Bei Solar- und Windenergieanlagen war es praktisch eine Förderung für Forschung und Entwicklung mit dem Ziel, eine kritische Absatzmasse zu generieren, und Startup-Unternehmen zu fördern. Man sollte die Subventionen dafür allmählich auf 0 reduzieren, denn das Ziel wurde erreicht. Wir haben mittlerweile viele Unternehmen in der Branche.
Man kann dort die Subventionen aber nur zurückfahren, wenn man den Preis für AKW-Strom erhöht, sprich, die dortigen Subventionen absenkt. Alles andere wäre eine Wettbewerbsverzerrung.
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Original geschrieben von ingo74
"dagegen sein" ist wohl im moment groß in mode - wie sehen denn die alternativen aus..?Wie die Alternativen aussehen? Es geht vor allem um die Entwicklung von Speichertechnologien (für Wüstenstrom aus Afrika oder Windenergie von den Küsten). Aber da Atomstrom nicht korrekt bepreist wird, nämlich mit den tatsächlichen Kosten, die die Herstellung verursacht, sind die Anreize für die Serienreife dieser alternativen Technologien einfach zu gering. Das ist es, was ich vornehmlich an der jetzigen Regierung kritisiere: Eine falsche Anreizgestaltung und sogar eine Anreizumkehr bei laufenden Investitionsprojekten.
Ein Beispiel: Würde man KFZ-Kraftstoffe nicht erheblich besteuern, um deren externe Effekte auf die Umwelt wenigstens teilweise zu internalisieren, dann würde der Liter Benzin heute 60 Cent kosten und kaum jemand würde über Elektroautos sprechen. Nicht dass ich für Elektroautos wäre (schon gar nicht, wenn sie mit AKW-Strom fahren), aber das ist der Effekt der Anreizgestaltung so wie sie ist.
Wer ein Risiko verursacht, muss den Schaden bei dessen Eintritt begleichen können. Das ist bei AKW-Strom nicht der Fall. Und wer direkte Kosten verursacht, muss für diese aufkommen (Lagerkosten für AKW-Müll). Auch das ist nicht der Fall. Im Strompreis sind diese Kosten nicht mit drin, da die Konzerne sie nicht zahlen müssen. Ökonomisch spricht man davon, dass die Kosten nicht internalisiert sind (das führt dann zu Marktversagen). Der Bürger ist der dumme und kann blechen!
Rechne den derzeitigen Strompreis mal 2 oder 3, dann hast du vielleicht annähernd einen korrekten Preis. Dann sind aber andere Technologien besser als AKW-Strom. Merkste was? Es bestünden massive Anreize, z.B. Speichertechnologien endlich zur Serienreife zu bringen. Und sie würden sich dann auch wirtschaftlich lohnen.
Ich wiederhole mich hier immer wieder. Aber irgendwie scheint sich kaum ein Befürworter mit den Argumenten auseinandersetzen zu können/wollen.
Eine korrekte Anreizgestaltung ist das ein und alles. Von einer FDP an der Regierung erwarte ich das eigentlich, aber die qualifiziert sich derzeit höchstens durch Lobby-Bedienung.