Beiträge von Hellwach

    Re: Freudig überrascht...


    Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Es gibt also keinen rationalen Grund jetzt plötzlich aus dieser effizienten und preisgünstigen Technologie auszusteigen.

    Behauptest du. Mit dem derzeitigen Stand der Technik sieht es volkswirtschaftlich aber anders aus. Viele Kosten sind nicht internalisiert. Aber die Befürworter rennen ja mit egozentrischen Scheuklappen rum...


    Wenn man ein Nach-mir-die-Sintflut-Denken an den Tag legt, dann, ja, und nur dann, ist AKW-Strom wirklich die bessere Alternative (für einen selbst). Das aber auch nur unter der Bedingung, dass es in der Zeit im Umkreis zu keinem GAU kommt. So darf ein Ökonom (und ich hoffe, dass mehr Ökonomen als Egoisten in der Regierung sitzen) nicht denken.

    Zitat

    Original geschrieben von Worfinator
    Die Franzosen bauen ohne Ende Kernkraftwerke an der Grenze zu uns. Solange nicht ganz Europa an einem Strang zieht, hat der Ausstieg eh keinen Sinn. Er bringt uns nur wirtschaftliche Nachteile und zerstört Arbeitsplätze! Ganz Europa lacht uns wegen des Ausstiegs aus!

    Solange die Franzosen den "Kruscht" auch bezahlen, d.h. die Lagerung über hunderttausende Jahre, soll mir das relativ egal sein (okay, es bleibt das Sicherheitsrisiko. Im Schadensfall werden die Franzosen uns wohl nicht entschädigen). Das Problem ist nur, dass kaum eine Hochkultur länger als 1000 Jahre existiert hat. Was ist wenn es Deutschland in 50 oder 200 Jahren nicht mehr gibt? Anarchie und Chaos herrscht? Sich keine Sau um den Dreck kümmert (auch, weil's keiner zahlen will oder es schlichtweg vergessen wird)?


    Nein, nur billig, billig Strom, jetzt und sofort. Mir ist es lieber, noch 20 Jahre auf Kohle und Erdgas (besser 20 Jahre CO2 als 1.000.000 Jahre strahlender Müll) zu setzen und schrittweise einen vernünftigen Energiemix zu schaffen (dazu gehören Pumpspeicherkfraftwerke als Grundlastkraftwerke und andere angesprochenen Technologien zur Speicherung).


    Das Problem ist doch, dass die Bundesregierung die Anreize für solche Alternativen gerade gekappt hat. Sie hat sogar Anreize so geändert, dass sie getätigte Investitionen zum Teil unwirtschaftlich macht (vor allem die kleiner Anbieter wie die Stadtwerke) und den großen Anbietern (denen die AKW gehören) zusätzliche Profite beschert. Eine willkürliche Umverteilung von Vermögen. Und das mit der FDP an der Regierung. Sowas lernt man im VWL-Grundstudium...


    Die Grünen von vor 10 Jahren mit denen heute zu vergleichen halte ich zudem für unfair. Damals hatten die vielleicht 7% der Wählerstimmen, heute wären es über 20%. Heute müsste man deshalb nicht mehr den Juniorpartner spielen, sondern könnte gleichberechtigt mitregieren und Ideen in den Koalitionsvertrag einbringen und diese dann auch umsetzen.

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    Original geschrieben von spm
    Witzig, dass es Umweltminister Trittin war, der seinerzeit den Transportstopp für Castor aufgehoben hatte. :rolleyes:

    An den Transporten an sich ist ja nichts schlechtes - im Gegenteil. Sollen wir den Franzosen unseren Müll unterjubeln? Die haben selber genug. Der Transport dient doch nur der Protestvorbringung und steht für sich kaum infrage.


    Ich finde es im Übrigen albern, auf zukünftige Technologien zu spekulieren. Nach heutigem Stand der Technik besteht eine positive Wahrscheinlichkeit, den ganzen Müll etwa eine Million Jahre lagern zu müssen, nur, weil wir heute etwas besser leben wollten. Uns wir sehen ja in Asse, wie schwierig das selbst für ein paar Jahrzehnte ist, da kippt man das Zeug rein und schaut nimmer danach, ähnlich, wie man in Italien gelegentlich den Kühlschrank im Wald "entsorgt".

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    Original geschrieben von ingo74
    zustimmung zu atomenergie wächst:
    http://www.focus.de/politik/de…e-waechst_aid_533968.html

    Kann man kaum glauben bei den Protesten.


    Zum Thema: In keinem Land der Welt gibt es ein Endlager, weil das Material nicht für eine Million Jahre (die Menschheit gibt es erst seit ca. 200.000 Jahren) sicher verwahrt werden kann. Blicken die Befürworter vielleicht endlich was? Man produziert Müll und noch mehr Müll, ohne eine Lösung dafür zu haben, mit vagen Hoffnungen auf höchst unsichere zukünftige Technologien. Denken im Jetzt und für sich. Super...

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    Original geschrieben von Sliders
    Ich habe eine Portierungsauftrag von o2 zu Vodafone gemacht und nach paar Tagen erfolgreich, aber kompliziert, storniert.


    Das war wohl innerhalb der 14 Tage Widerrufsfrist, da wird das schon gemacht. Ansonsten machen Sie's nicht (verwaltungstechnisch gehen tut's natürlich).

    Frankie :top:


    Ich glaube du hast den Nagel getroffen. Aber ich sehe dein Legitimationsproblem für die Verfassung nicht so gravierend. Entscheidungen sind für mich demokratisch, wenn sie den Willen der Mehrheit repräsentieren. Wäre das Grundgesetzt per Volksentscheid angenommen worden, so wäre die Bevölkerung heute dennoch eine andere als damals. Somit kann man nicht davon sprechen, dass die lebende Bevölkerung das ganze akzeptiert hätte. Außerdem kann man von keinem erwarten, die Auswirkungen einer Zustimmung voll abzusehen. Unsere Gesetze haben z.B. genug "Gummiparagraphen", die mal so und mal anders ausgelegt werden können (und werden). Vielleicht sollte man hinsichtlich mehr Demokratie (totale Demokratie wird es wohl nie geben, da das ineffizient ist) das schweizerische System anschauen. Ich denke da findet man am meisten davon. Allerdings führt es dort zu Konservatismus.


    Carsten: Nimm's nicht persönlich. Wenn man in der Thread-Übersicht auf den letzten Beitrag klickt und so etwas langes da steht, sieht man deinen Beitrag einfach nicht.

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    Original geschrieben von ingo74
    das thema ist dermaßen durchgenudelt und überall zu finden

    Das ändert nichts an der Tatsache, dass eine meiner Meinung nach falsche Politik betrieben wird und mit Scheinargumenten diskutiert wird. Es wird sogar gegen den Willen der Mehrheit Politik gemacht (wie bei S21).


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    Dort wird mit dem CO2 Ausstoß von Kohlekraftwerken Contra gegeben. Die neue Stoßrichtung soltle allerdings nicht zu fossilen Energieträgern gehen, sondern zu mehr Windkraft, Wasserkraft, evtl. Osmosekraftwerke etc. Alles in allem zu einer dezentrale Energieversorgung. In 100 Jahren dann vielleicht auch Kernfusion.


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    Dort wird begründet, dass in der Übergangszeit Stromknappheit drohe. Deutschland exportiert heutzutage Energie. Da gibt's also ein Puffer. Zudem kann man Energie aus den Nachbarländern importieren (wenn die so "blöd" sind und auf Atomkraft setzen). Ansonsten Ausbau alternativer Energiequellen, siehe oben.


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    und noch 3 millionen weitere treffer...

    Die hab ich mir jetzt aus Zeitgründen gespart. Ich meine, das wichtigste aus Gesamtwohlfahrtssicht genannt zu haben.


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    super forderung - und wer zahlt dann den ausbau der erneuerbaren energieen..?

    Über eine zeitlich begrenze Anschubsubvention zur besseren Technologiediffusion kann man reden. Das wird ja auch gemacht. Allerdings werden diese durchaus potentiell sinnvollen Anschubsubventionen von Atomlobbyisten oftmals mit den sinnlosen direkten Subventionen für Atomstrom verglichen. Ansonsten muss der Verbraucher die wahren Kosten der Energieerzeugung natürlich selbst tragen (das setzt auch Anreize zur besseren Hausisolierung etc.).

    Ich wundere mich, was für Energien die Demonstrationen gegen Stuttgart 21 binden. Dabei gibt es in Deutschland eine ganz andere Gefahr, die wesentlich mehr Schäden nach sich ziehen kann, als ein verbuddelter Bahnhof: die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.


    Eines ist klar: Ein Ende der Kernkraft in Deutschland kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Ein schrittweiser Ausstieg wie von der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Schröder beschlossen wurde, ist auf jeden Fall nötig. Die kürzlich beschlossene Laufzeitverlängerung von schwarz-gelb ist grundlegend falsch und verteilt Vermögen willkürlich um (z.B. von kleinen Stadtwerken zu den Energieriesen E.ON und EnBW). Das ist keine Politik von Ökonomen sondern von Lobbyisten.


    Atomkraft wird trotz anderslautender Aussagen von FDP und Wirtschaftsverbänden immens subventioniert. Die Subventionen liegen im Endeffekt höher als bei den meisten alternativen Energien. Denn was oftmals verschwiegen wird – aus Unwissen oder Profitgier - sind die nicht eingepreisten Kosten der Kernkraft. Der Verbraucher von heute zahlt mit dem Strompreis nicht für eventuelle Schäden eines zweiten Tschernobyls. Ein AKW ist nicht wesentlich besser versichert als der KFZ-Fuhrpark vor der Anlage. Der Schutz ist nahezu 0. Diese nicht bezifferbaren Kosten werden also vollständig der Gesellschaft aufgebürdet. Die Energiekonzerne müssen dafür nicht aufkommen. Dies ist eine bedeutende Subventionierung der Atomkraft.


    Die zweite oftmals vertuschte Subventionierung besteht in den Lagerkosten für den atomaren Müll. Die Energiekonzerne müssen dafür nur maximal 30 Jahre haften. Atommüll muss aber nach dem heutigen Stand der Technik über zig Jahrzehntausende eingelagert und gesichert werden. Die Kosten dafür sind sehr hoch und werden vor allem von unseren Nachfahren beglichen werden müssen.


    Alles in allem rentiert sich Atomkraft nur durch die direkte oder indirekte (wie diese zwei Beispiele zeigen) Subventionierung. Meine Forderung: Schluss mit der deutschen Subventionierung von allen Energiequellen (außer für deren Forschung). Atomkraft muss sich selbstständig tragen und Wettbewerb auf dem Energiemarkt stellen. Wenn andere Länder Atomkraft subventionieren können wir davon natürlich Profit schlagen und Atomstrom importieren. Die Kosten können dann wegen mir die Franzosen etc. zahlen.