Re: Re: Re: Respekt vor Minister Guttenberg!
ZitatOriginal geschrieben von CrazyD
Quellen?
"Damit diese Milliarden nicht schlagend werden, muss Opel rasch in die Gewinnzone gebracht werden. Derzeit gibt es täglich drei Millionen Verlust."
Sie sind in Begriff, Telefon-Treff zu verlassen, um auf die folgende Adresse weitergeleitet zu werden:
Bitte beachten Sie, dass wir für den Inhalt der Zielseite nicht verantwortlich sind und unsere Datenschutzbestimmungen dort keine Anwendung finden.
Re: Re: Re: Respekt vor Minister Guttenberg!
ZitatOriginal geschrieben von CrazyD
Quellen?
"Damit diese Milliarden nicht schlagend werden, muss Opel rasch in die Gewinnzone gebracht werden. Derzeit gibt es täglich drei Millionen Verlust."
ZitatOriginal geschrieben von Robert Beloe
Hatte GM Europe nicht eine Entwicklungsabteilung in Deutschland?
Naja, sagen wir es so: Die verschiedenen Marken des GM-Konzerns haben jeweils immer einige wenige Modelle entwickelt, deren Plattformen dann für alle anderen Konzernmarken übernehmbar waren. Also eigenständig würd ich das nicht nennen, aber das ist ja auch Sinn und Zweck eines solchen Unternehmens! Es gab einfach mehrere Entwicklungszentren in der Welt. Die meisten Opel wurden so - bis aufs Finish - nicht in Deutschland entwickelt.
ZitatBTW: Was wird jetzt eigentlich aus Saab? Ist Saab genauso wie Vauxhall Teil des Deals? In den letzten Tagen war da immer wieder Widersprüchliches zu lesen.
Nein, Saab ist definitiv nicht Teil des Deals. Saab hat sich in letzter Zeit sehr dafür eingesetzt, dass es von Fiat erworben wird. Ich glaube die sind da immer noch in Verhandlungen. Wobei Fiat eigentlich schon Alfa Romeo hat. Was soll man sich da Saab ans Bein hängen...
Der einzige Lichtblick ist der, dass GM noch im Boot geblieben ist. So hat man wenigstens Zugriff auf deren Technik.
Im Prinzip ist's ja für beide Parteien vorteilhaft, wenn man handelt. Der Käufer kauft etwas, was er ohne Nachlass vermutlich nicht gekauft hätte und der Verkäufer macht nen etwas kleineren Gewinn, wo er eigentlich keinen gemacht hätte. So what...
Achja, bei "Bonusse" kriegt man ja echt Augenkrebs. :p Hab ich noch nie gehört. Nur das deutlich elegantere "Boni". Gleiches gilt für Skonto - Skonti.
ZitatOriginal geschrieben von Baschdi_S65
Sehr interessante Diskussion. Ich hätte dazu mal eine Frage: Wie stellt sich das Fiat vor, einen direkten Konkurrenten zu kaufen? Das funktioniert doch nicht, oder?
Fiat wollte v.a. auf gemeinsame Plattformen und Technikkompetenzbündelung setzen. Z.B. hätte man die nächste Generation Punto und Corsa (wie es schon bei der jetzigen der Fall ist, es nur kaum einer weiß) gemeinsam entwickeln können, zudem ein Modell von Chrysler. Und schwupps, wäre man locker über 1 Mio Einheiten pro Jahr gewesen. --> große Kostenvorteile.
Zudem hat Fiat eine interessante neue Motorentechnik, MultiAir, im Gepäck, die allen zugute hätte kommen können. Für größere Modelle hätte man durchaus auch einige Opel-Motoren adaptieren können. Aber naja, Fiat Powertrain ist eigentlich eh unter der Avantgarde des Motorenbaus... Für Motoren brauchen sie Opel also sicher nicht unbedingt. Ich denke eher, dass Fiat an den Plattformen des Astra und des Insignia interessiert war, da die eigenen Lösungen bei Lancia und Alfa hier doch allmählich in die Jahre kommen.
Bei der Übernahme von Opel wäre die bisherige recht erfolglose Fiat-Ober/Mittelklassenmarke Lancia eingestampft worden und Opel hätte die Funktion übernommen. Weiters hätte man dann Saab, Abarth und Alfa Romeo für erschwingliche Sportwagen gehabt. Maserati für die gehobene Oberklasse, Ferrari für die Sport-Freaks und Fiat Professional, New Holland, Steyr und Iveco für Nutzfahrzeuge. Und Chrysler eben für den nordamerikanischen Markt - in Südamerika ist Fiat ja ohnehin schon sehr gut vertreten.
Dennoch halte ich eine Insolvenz von Opel für die in jedem Fall bessere Lösung. Denn Fiat und Magna mussten teils irrationale Zugeständnisse machen. Das Risiko ist bei beiden so recht hoch und Magna spielt nun eben "Lotto" ohne erwähnenswerten Eigenkapitaleinsatz.
ZitatOriginal geschrieben von CrazyD
Sorry Mephisto, aber deine Einschätzung, dass niemand Opel-Fahrzeuge haben will ist absoluter Schwachsinn! Mit solchen populistischen Aussagen kannst du vielleicht in der Kneipe punkten, aber wenn man sich die Fakten genau anschaut, sieht man doch recht schnell, dass Opel-Fahrzeuge recht beliebt sind.
Das ist immer relativ. Man kriegt seine Ware natürlich immer verkauft, wenn man mit dem Preis genug runter geht. Wenn mich nicht alles täuscht macht Opel trotz Abwrackprämie derzeit zwischen drei bis vier Millionen Euro Verlust am Tag. Deshalb benötigen sie auch dringend den Überbrückungskredit i.H.v. 1,5 Mrd Euro der Steuerzahler. Überbrückung impliziert aber, dass auf der anderen Seite irgendwo mal Land ist. Mit dem Ende der Abwrackprämie sehe ich da aber nur neue Meerestiefen...
Dem Betriebsrat von Opel (Tenor: "alles so toll bei Opel ohne GM") traue ich überdies kein Wort. Der Agitator Franz wäre wohl besser bei der Linken aufgehoben.
Nunja, ich wünsche Opel natürlich alles Gute, wenn es beim Rettungsversuch bleibt. Eine minimale Chance mag es geben (auch wenn die volkswirtschaftlichen Kosten dafür sehr hoch waren).
na seien wir doch froh, dass er sich nicht so steif gibt, wie er ausschaut ![]()
Um Himmels Willen, Erdbeerbier wollen die brauen??
ZitatOriginal geschrieben von visioneer
Diese Ausage ist Blödsinn... den an Opel hängen auch noch viele Zulieferer, viele Vertragspartner und Autohäuser, die damit ebenso über Wasser gehalten werden! Man kann von dem Deal denken, was man will...
Nein, eigentlich sind es noch viel mehr als € 300.000! Denn bei einer Insolvenz würde sicher über die Hälfte der aktuellen Belegschaft bei Veräußerung der Insolvenzmasse weiterbeschäftigt! Also sind das eigentlich locker € 600.000 pro Arbeitsplatz oder mehr!
Magna steht nur deshalb im scheinbar guten Licht da, weil der Betriebsrat und die SPD Fiat partout nicht wollten. Guttenberg ist da aber wenig populistisch und lässt sich gut beraten. Seine Berater werden ihm gesagt haben, dass kein Bieter genug Sicherheiten bietet, damit das Steuergeld halbwegs vernünftig angelegt wäre. Allein die Anreizstruktur für Magna ohne Eigenkapitaleinsatz ist ja schon pervers... Aber natürlich ist die SPD da schlauer...
Servus,
ist eigentlich das falsche Forum, aber mich hat es schon lange gewundert, dass hier nicht über Opel diskutiert wird. Ich finde Wirtschaftsminister Guttenberg hat enormen Respekt verdient, dadurch, dass er trotz seiner erst kurzen Amtszeit die Bürger dieser Republik bis zuletzt davor bewahren wollte, einem beinahe aussichtlos dastehenden Unternehmen (Opel) Geld in den Rachen zu werfen, das von einem wenig potenten Autozulieferer mit Rückendeckung eines vor der Pleite stehenden russischen Autobauers und einer strauchelnden osteuropäischen Großbank mit Rückendeckung des Kreml "gerettet" werden soll. Weder Synergien wie beim Fiat-Konzept sind hier zu erkennen, noch trägt Magna offenbar finanzielles Risiko in Form von Eigenkapital, wie es Fiat getan hätte. Guttenberg hatte deshalb sogar seinen Rücktritt nahegelegt. Wenn man Fiat-Chef Marchionne glauben darf, hatten die Bieter nicht einmal richtigen Einblick in die Opel-Bücher. Was also geht hier vor sich??
Ich befürchte, dass in wenigen Jahren die Episode Opel endgültig zu Ende gehen wird und das Steuergeld futsch sein wird. Waren dies dann über € 300.000 je Arbeitsplatz bei Opel wert?? Wieviel Jobs hätte man für dieses Geld anderswo in Deutschland retten können? Wer trägt dann die Verantwortung? Ein gescheiterter Kanzler namens Steinmeier???
Sorry, das musste mal raus... :mad: