Zitat
Original geschrieben von Erik Meijer
Der Kunde trägt keine Alleinschuld.
Man kann vom Normalbürger kaum verlangen, dass er sich über alle Details selbst informiert. Von dem her sehe ich auch keine Schuld bei den Kunden, es sei denn man war sich des Risikos bewusst durch Fachpresse, Fachforen,.... Es ist völlig natürlich, dass Menschen auf Anreize (hohe Zinsen, niedrige Preise) reagieren.
Das Problem ist vielleicht eher die Bankenaufsicht, die es erlaubt hat, dass eine Bank, die lediglich eine Mikro-Volkswirtschaft mit 310.000 Einwohnern hinter sich hat überhaupt mit einer eigenen Einlagensicherung aktiv werden durfte. Weshalb hat man nicht darauf bestanden, dass sich die isländischen Banken (Landsbanki in England und Kaupthing anderswo) sich einem europäischen System anschließen?
Auch wenn die Einlagensicherung unter normalen Umständen (Wechselkurs von '99) funktionieren würde, so ist sie jetzt in der Währungsfalle...
Ich denke es wird zudem als größter Fehler in der Geschichte Islands eingehen, dass man sich nicht dem Euro angeschlossen hat. Vielleicht kommt ja auch Großbritannien demnächst wieder auf den Geschmack.
Die Krise hat zudem bisher eines gezeigt: Es kann in Zukunft nur voran gehen, wenn man eine europäische Wirtschaftsregierung etabliert und die Steuer- und Finanzregeln einheitlich gestaltet. Sarkozy und Berlusconi - so demagogisch sie sich sonst auch geben - sowie Brown haben schon allen Grund, auf Merkel und insbesondere Steinbrück sauer zu sein.
In solchen Zeiten braucht man einen Fels in der Brandung. Und der heißt ganz klar Europa.
Martyn
Die Eurokopplung ist schon wieder gefallen, ließ sich nicht halten!
daunlöd
Das Gegenteil ist der Fall! Ausländische Güter werden für Isländer immer teurer. Ich denke bald dürften die ersten Berichte über Hamsterkäufe folgen.