@mai-dai:
Nur ganz kurz, da zufällig gleich mein Flug geht:)
Weil das eben die andere Seite der Medaille ist: Spezialisten wollen gut bezahlt werden und am besten ihr Gehalt selber verhandeln (siehe oben, wir haben ja ein paar User ,die genau das sagen). Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das ganz schnell sehr, sehr teuer für den Arbeitgeber werden kann...:-) Ich sage auch mal voraus, wenn der Arbeitergeber "Flugsicherung" zulässt, dass die Mitarbeiter ihr Gehalt selber verhandeln würden, jede Person für sich, wäre das noch teurer, als die Gewerkschaftsforderungen zu bezahlen. Vorteil ist dabei dann auch, dass es einen "Bösen" auf der anderen (Gewerkschafts)Seite gibt, auf die man die Kostensteigerung abwälzen kann....
Und das als Ziel dann unter dem Strich steht, dass Arbeitsplätze in das Ausland verlagert werden, weil es NOCH billiger ist, kann nicht (euer) Ziel sein, dass angestrebt wird.
Jeder, der sich für unersetzlich hält, wird (irgendwann) lernen, dass es am anderen Ende der Welt auch Spezialisten gibt, die noch billiger sind. Oder dass der Job aufgrund der technischen Entwicklung überflüssig wird, auch heutige, gängige IT- oder Industrieberufe. Dieser jemand wird sich dann freuen, wenn es Gewerkschaften gibt, die die Jobs schützen oder sozialverträglich verhandeln.
Im Übrigen hat sich beim Flugstreik der Lotsen hier kaum einer aufgeregt, obwohl nicht minder schwere Beeinträchtigungen auftraten. Und das gleiche, als das Sicherheitspersonal am Flughafen 14,50 Euro + Teilzuschläge (!) haben wollte und halb Deutschland lahmlegte.
Zudem beseitigt eine große Gewerkschaft und das Tarifeinheitsgesetz nicht immer die Gefahr des "Lahmlegens". Denn umso größer die Gewerkschaft, umso größer der Einfluss, da sie auch dann die kritischen (strukturell wichtigen) Bereiche umfasst, die einfach ihre Macht dann in die Gewerkschaftsabstimmungen und deren Verhalten im Streikfall tragen. Daran ändert auch die Politik mit diesem (überflüssigen) Gesetz nichts mehr. Viele haben scheinbar den Streik im öffentlichen Dienst 1974 vergessen.