Beiträge von Timba69

    Mich nervt die zunehmende Fixierung auf die (immer noch nicht bewiesene!) depressive Phase (zum Flugzeitpunkt!) und die daraus resultierende monokausale Erklärung (bzw. dessen Versuche); die Versuche sind im gesamtgesellschaftspolitischen Kontext auch gefährlich. Wohin das nämlich führt, sieht man an diversen Statements von Politkern und der Diskussion hier Forum. Wie bereitwillig (und vor allem schnell!) die ärztliche Schweigepflicht geopfert werden soll, wundert mich tatsächlich extrem. Eigentlich können wir die anwaltschaftliche Schweigepflicht doch auch gleich abschaffen, wenn wieder mal ein Airbus abstürzt und die Ursache nicht geklärt ist.


    Der Zusammenhang zwischen Depressiv und Selbstmord ist nicht so einfach, wie er hier von den Laien dargestellt wird.


    Georg Restle dazu:


    "...Depressionen erhöhen zwar die Suizidgefahr, aber nicht das Aggressionspotenzial. Depressive Menschen werden weit seltener straffällig als Menschen ohne Depressionen. Schmerzhaft einfach ausgedrückt: Wer an Depressionen leidet, richtet vielleicht sich selbst, aber nicht andere...."


    Wir werden vielleicht nie erfahren, was wirklich passiert ist. Und selbst wenn es so passiert ist, wie es passiert sein soll: Monokausale Erklärungen und einseitige (politische) Folgen bringen die Gesellschaft nicht weiter.


    Daher, wie immer mein Lieblingsstichwort: An der Medienkompetenz arbeiten. Nur das dieses mal auch die gesellschaftspolitische Kompetenz dazu kommen sollte.


    Im Übrigen gilt das gleichermaßen für den Co-Piloten (und dessen Angehörige), sowie für die Opfer. Ich sage nur Emma und Co.

    Es ist wie mit allem: Das, was rar ist, wird rar bleiben (und im Wert steigen). Eine hundertausendfach verkaufte Flasche gehört wohl eher nicht dazu.