Beiträge von rasputin

    Hmm, OK mit Freunden oder Familie was essen, und das letzte Jahr Reflektieren.. Und dann... Wenn dann nichts mehr kommt, dann gehe ich um 21 Uhr ins Bett. Läuft nix mehr, warum sollte ich dann bis Mitternacht dumm rumsitzen. Passiert ja nix mehr.

    Nur wegen des Feuerwerks würde ich allerdings auch nicht wach bleiben. Wir sind allerdings selten schon vorher mit dem Schlemmen fertig - und damit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Pläne für das Neue zu schmieden. Da eignet sich der letzte Tag - oder der erste - des Jahres doch wunderbar dafür. Insbesondere mit den Plänen sind wir um 21 Uhr noch lange nicht durch - Vorfreude ist doch die schönste Freude :)

    Also Weihnachten besteht ja doch aus mehr. Das Stimmungsvolle beisammensein, bei Kerzenschein, Vater liest aus der Bibel die Weihnachtsgeschichte, man singt Weihnachtslieder, und für die Kinder gibts Geschenke. Das kannst Du kaum noch an einen anderen Tag verlegen. Klar könnte man, aber da passt es eben einfach nicht hin.

    Ostern, Namenstag, Geburtstag - da kann es durchaus Konstellationen geben ;) So ist es letztlich auch mit einem Silvester ohne Feuerwerk. Kann man an einem anderen Tag machen, aber die Nacht vom 31.12. auf den 01.01. ist einfach prädestiniert dafür.

    Silvester besteht für mich in erster Linie daraus, mit guten Freunden oder der Familie das vergangene Jahr zu reflektieren, während wir gemütlich und in aller Ruhe etwas Gutes essen. Das Feuerwerk (keine Böller!) schauen wir uns auch gerne aus der Entfernung an, ist aber eher Beiwerk.


    Dass man das auch an anderen Tagen machen kann, halte ich für kein gutes Argument. Man kann fast alles auch an anderen Tagen machen: Einen Gänsebraten, Würstchen mit Kartoffelsalat (oder was auch immer) kann man nicht nur an Weihnachten essen, sondern auch am 12 Oktober oder jedem anderen Datum.

    Grundrechteinschränkungen, Ausgangssperren, Gastro geschlossen, Museen geschlossen, Freizeitsport untersagt, usw..., Besuche zu Weihnachten eingeschränkt, Silvester verboten, sinnlose Maskenpflicht und Alle machen aus Angst vor Strafe mit.

    Silvester verboten? Wo hast du das denn her? Ja, große Feiern sind verboten und ein Verbot von Feuerwerk steht zur Debatte bzw. kommt lokal. Silvester besteht aber aus mehr.


    Sinnlose Maskenpflicht? Sagt wer? Du?


    Es gibt viele, mich eingeschlossen, die sich an die Maßnahmen halten. Ganz ohne Angst vor Bestrafung.

    So viel zu den hochgelobten Hygienekonzepten der Gastronomie, aufgrund derer ein Lockdown light nicht nötig sein sollte. Ja, mir ist klar, dass es Gastronomien mit wirklich guten Konzepten gibt, ich kenne auch persönlich einige. Läden, wie den oben beschrieben kenne ich allerdings auch.


    Der Gastwirt kann einem in der Situation mit dermaßen dreisten und sich asozial verhaltenden Gästen allerdings auch leid tun. Besser wäre es vermutlich, erst gar keine Sitzgelegenheiten vorzuhalten.

    Der Lockdown wurde immer auch mit dem Schutz der schwächsten begründet, und was lese ich da heute morgen? Die Hälfte der Toten im Saarland, die an oder mit Covid-19 verstarben, kam aus einem Personenkreis, der mit unter schon deutlich länger in einem Quasi-Lockdown lebte, und den man üblicherweise nicht auf Großveranstaltungen, im Kino oder in der Gastronomie antrifft. Genutzt hat es allem Anschein nach nicht viel.


    Hälfte der Coronatoten sind Heimbewohner

    Ebenfalls in dem Artikel auf SR.de steht, Der Anteil von Seniorenheimbewohnern an der Gesamtzahl der Coronatoten liegt mit etwa 50 Prozent im Saarland etwa 10 Prozentpunkte höher als im Bundesschnitt.


    Das bedeutet also, dass bundesweit 60% der Verstorbenen keine Heimbewohner waren. Was lernen wir daraus? Man kann ein und denselben Artikel vollkommen unterschiedlich interpretieren, je nach Standpunkt.


    Und auch bei isolierter Betrachtung des Saarlandes: Was ist dein Vorschlag hinsichtlich der anderen 50 Prozent? Wie werden diese geschützt?

    Die beste Rede zum Thema Infektionsschutzgesetz kam von Christian Lindner. Ich stelle dies mit gewissem erstaunen fest, denn im Grund genommen halte ich von ihm und der FDP nicht viel (OK, nichts trifft es eher). Ich teile seine Kritik daran, dass das Gesetz nur Einschränkungen auflistet ohne klar zu regeln wann welche Einschränkung legitim ist. Das hätte deutlich präziser ausformuliert werden müssen. So bleibt es letzten Endes wieder an den eh schon überlasteten Gerichten hängen, und die urteilen dann meist auch noch von Bundesland zu Bundesland völlig anders.

    Na ja, kritisieren (meckern) ist einfacher als machen - daher kann das auch (sogar) ein Herr Lindner ;) Er kritisiert, dass es zu wenig konkret ist (finde ich legitim), nennt selbst jedoch keinen einzigen konkreten Vorschlag.

    Um das zu verstehen warum mir das so nahe geht muss man etwas meinen Hintergrund kennen. Ich bin unfreiwillig Single, seit beinahe 18 Jahren. Meine Mutter verstarb im März 19 an Krebs, mein Vater ist für mich schon lange tot. Die Wandergruppe war für mich seit dem eine Art Ersatzfamilie geworden, mein allerletzter stabiler Sozialkontakt, und die festen Termine im Schwimmbad und Sauna rissen mich wenigstens ab und an aus dem tristen Alltag. Aber damit ist jetzt Essig. Mein Leben war schon vor Corona nett formuliert ereignisarm. Aber jetzt bin ich sozial fast völlig isoliert, und das schon zum zweiten mal in diesem Jahr. Ein Tag ist wie der andere. Selbst die Wochenende sind kein Grund zur Freude mehr. Mir fehlt jede Phantasie wie ich das eventuell noch monatelang durchhalten soll. Ich glaube, wer nicht selbst in einer ähnliches Situation ist, kann das gar nicht nachvollziehen.

    Da bin ich in der Tat in einer vollkommen anderen, fast schon gegenteiligen Situation. Überspitzt formuliert kann ich den reduzierten sozialen Kontakten sogar etwas abgewinnen und die „frei“ gewordene Zeit für Unternehmungen alleine oder innerhalb der Familie nutzen. Selbstverständlich haben wir dadurch auch einen anderen Blickwinkel auf die Situation. Und mir ist bewusst, dass ich es an dieser Stelle besser bzw. einfacher habe. Meine Eltern leben beispielsweise noch, wenn auch mit zahlreichen Leiden, die sie zu absoluten Risikopatienten machen. Ich bin froh, sie noch zu haben - und sicherlich bei den Corona Maßnahmen allein schon deshalb anderer Ansicht als du, weil ich möchte, dass meine Eltern noch möglichst lange am Leben bleiben.


    Was ich jedoch wirklich nicht nachvollziehen kann: wenn doch die Wandergruppe eine Art Ersatzfamilie geworden ist, warum triffst du dich nicht mit einzelnen Personen aus dieser Gruppe? Warum verabredest du dich nicht mindestens ein Mal pro Woche mit jemandem für eine Tagestour? Man hat sicherlich nicht alles im Leben in der eigenen Hand, aber zumindest vieles. Schau dich vielleicht auch mal bei Komoot oder ähnlichen Plattformen um, da lassen sich bestimmt Wanderpartner finden.

    Das ist nicht vergleichbar. Wenn ich mir beispielsweise Österreich ansehe, wo zuletzt ein Lockdown verhängt wurde, die haben im Landesdurchschnitt Inzidenzzahlen von über 500, einige Regionen sogar über 1500. Dagegen war der Landkreis Berchtesgadener Land, der vor einem Monat die Schlagzeilen mit einer Inzidenzzahl von knapp 240 dominierte, der reinste Kindergarten.

    Das mag weit weg erscheinen, ist es aber nicht. Es handelt sich um weniger als zwei Verdopplungen. Am 01. November lagen wir bei einer Verdopplungszeit von unter 20 Tagen. Wäre es dabei geblieben, wären wir nach weniger als 40 Tagen, also noch in der ersten Hälfte des Dezembers bei Werten wie in Österreich. Wir haben einen geringen zeitlichen Vorteil anderen Ländern gegenüber, den sollten wir nicht leichtfertig verspielen!