Beiträge von rasputin

    Zitat

    Original geschrieben von Braindead
    Ist Stuttgart von der topografie eigentlich Radfahrerfreundlich ? Mir kommt es teilweise so vor auf Teufel komm raus das in Regionen umzusetzen wo eh kaum jemand Rad fährt. Was bringt mir so ein riesen Radweg wenn es nicht mal annährend so viele Nutzer gibt ?


    Die Topographie in Stuttgart ist alles andere als ideal für Radfahrer. Allerdings kann man daher auch so argumentieren, dass gerade deshalb eine überdurchschnittlich hohe Förderung der Radverkehrs erforderlich ist. Im Flachland hingegen sind die Menschen beinahe "von alleine" mit dem Rad unterwegs. Im übrigen hängt die Schwabenmetropole anderen Großstädten in dieser Hinsicht um Jahrzehnte hinterher.


    Letztes Jahr habe ich eine Umfrage zum Thema gesehen - die Masse der befragten hat jedoch nicht die Topographie sondern die fehlende Infrastruktur (Radwege, Ständer etc.) als Hinderungsgrund angegeben. Der durchschnittliche Bürger hat das Radfahren aufgrund der (zu) wenigen vernünftigen Radwege als zu gefährlich betrachtet.


    Wir haben hier also ggf. ein Henne-Ei-Problem ;) Gibt es so wenig Radfahrer, weil die Infrastruktur so schlecht ist, oder ist die Infrastruktur so schlecht, weil es so wenige Radfahrer gibt?


    Insbesondere die mittlerweile häufig anzutreffenden Pedelecs tragen dazu bei, die Stadt "einzuebnen". Und die müssen heutzutage auch nicht mehr nach Rentner aussehen ;) http://www.coboc.biz/products/seven-vesterbro/


    Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    es ist nicht so dass niemand mit dem Rad fährt, das sind dann aber meistens diejenigen die einen durchgestrichenen Stuttgart 21 Aufkleber irgendwo kleben haben. Ausgenommen natürlich diejenigen für die das Fahrrad ein Spielzeug ist.

    Das halte ich für Blödsinn. Schau dich mal im Sommer in/an den Bars am Marienplatz um. Die von dir beschriebene Klientel trifft man zwar auch in der Stadt an, sie stellen aber eher die Minderheit dar. Ich bin regelmäßig mit dem Rad in der Stadt unterwegs und kann mir da durchaus ein Bild machen. Und ich habe keinen derartigen Aufkleber auf dem Rad (oder sonstwo :D).

    Zitat

    Original geschrieben von 200prokdzufriedh
    Ich wäre, obwohl ich gerne Auto fahre, durchaus bereit, in Städten mit gut (!) ausgebautem ÖPNV einem Verbot oder einer deutlichen Höherbelastung des Individualverkehrs zuzustimmen.


    Das ist übrigens ein Ansatz, den ich begrüßen würde. Hierzu könnten Maßnahmen wie eine "Citymaut" und/oder deutlich ausgeweitetes Parkraummanagement herangezogen werden. Auf dem platten Land kann man hingegen auf solche Maßnahmen durchaus verzichten und sollte dies auch hinsichtlich des teilweise nicht ausreichend vorhandenen ÖPNV anders betrachten.


    Zitat

    Original geschrieben von khaos
    Der gesamte Straßenverkehr in Deutschland macht gerade einmal 15% der Gesamtemissionen aus.


    Dabei lässt du aber außer Acht, dass der Straßenverkehr in großen Städten geballt auftritt und dort einen in der Relation größeren Anteil an den Emissionen verursacht. Und das, obwohl es gerade dort in der Regel Alternativen gibt.

    Du bist amüsant, bernbayer :D Bei der Studie kritisierst du die "Schlagseite" - aber der ADAC ist natürlich vollkommen frei von Ideologie :D Durch den Autoverkehr werden nunmal absurd hohe Kosten verursacht. Dass ein Autoclub das anders sieht, liegt in der Natur der Sache. Deine Kritik an den Zahlen fällt auch nicht gerade sachlich aus.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Bundeszuschüsse gibt es in der Tat für die GKV. Sie dienen aber zur Abdeckung versicherungsfremder Leistungen. Sind aber völlig unzureichend und decken die fremden Leistungen nicht annähernd ab. Für Flüchtlinge zahlt der Staat z.B. Ca. 90 Euro im Monat an die GKV, das deckt nicht mal ansatzweise die Kosten. So gesehen finzanziert die GKV trotz Zuschuß immer noch versicherungsfremde Leistungen.


    Ändert aber nichts daran, dass an dieser Stelle nunmal Geld fließt. Die TU Dresden hat übrigens allein an externen Gesamtkosten für Autos Kosten von 88 Milliarden € pro Jahr für Deutschland ermittelt. Diese 88 Milliarden kommen zu den direkten Kosten hinzu.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Man kann nicht Kosten dem Staat zurechnen welche er garnicht trägt sondern die Bürger ohnehin selbst tragen wie z.B. Gesundheitskosten


    Das stimmt allein schon deshalb nicht, weil jährliche Bundeszusschüsse an die GKV fließen - und zwar im zweistelligen Milliardenbereich.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Meine Zahlen beruhen auf Fakten und sind die Daten vom ADAC. Du stellst einfach Behauptungen in den Raum ohne diese mit Zahlen belegen zu können.


    Deine Daten sind eine Betrachtung mit Scheuklappen. Verwundert aber nicht - du stützt dich schließlich auf einen Automobilclub ;) Der VCD hingegen spricht im Gegensatz dazu sogar von einer Subventionierung, welche den Autofahrern in Deutschland unterm Strich zu gute kommt: https://www.vcd.org/themen/ver…ostenwahrheit-im-verkehr/


    In dieser Studie der TU-Dresden sind übrigens einige Faktoren aufgeführt: https://tu-dresden.de/bu/verke…ts_of_cars_DE.pdf?lang=de


    Die Grundstückskosten waren lediglich ein Beispiel - zugegebenermaßen aber ein schlechtes, das stimmt.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Deine Behauptung ist schlicbtweg falsch. So nahm der Staat z.B. Im Jahr 2013 rund 53 Milliarden Steuern im Verkehrsbereich ein, gab aber dafür nur rund 19 Milliarden aus. Das allermeiste dieser Steuereinnahmen wurde für ganz andere Zwecke verwendet.


    Das denkst du, weil in den herangezogenen Ausgaben nur die direkten Kosten enthalten sind (Straßenbau, Instandhaltung). Tatsächlich enstehen aber wesentlich höhere Kosten, wenn man den Blick etwas weiter richtet und Themen wie Grundstückskosten für den Straßenbau bedenkt.

    Zitat

    Original geschrieben von jarrakboy
    Nicht Autofahren ist zu billig, der ÖPNV ist in Deutschland zu teuer.


    Somit ist das eigene Auto eine günstigere Alternative. Die Studententickets sollten auf die (arbeitende) Bevölkerung ausgeweitet werden, auch Jobtickets sind noch zu teuer.


    Es beginnt schon damit, dass viele eine Milchmädchenrechnung aufstellen und nicht die tatsächlichen Kosten je Kilometer ihres Kfz ansetzen. Bei Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten ist das Auto bereits jetzt in vielen Fällen nicht mehr die günstigere Alternative. Es geht damit weiter, dass selbst die tatsächlich entstehenden Kosten letztlich zu niedrig angesetzt sind, da man als Autofahrer nicht in ausreichendem Maß an den für die Bereitstellung und Instandhaltung der Infrastruktur aufkommenden Kosten beteiligt wird. Würde dieses Geld in die Infrastruktur des ÖPV gesteckt werden, könnte ein wesentlich besseres Angebot entstehen.


    Die Mautgebühren sind ein erster Schritt hin zu verursachergerecht(er)en Verteilung der Kosten.


    Übrigens fahre ich selbst auch Auto. Aber so selten wie möglich. Kurzstrecken lege ich in der Regel zu Fuß oder mit dem Rad zurück, Langstrecken fast immer mit dem Zug. Damit bin ich üblicherweise nicht nur deutlich schneller, sondern auch günstiger unterwegs. Im Zug kann ich die Zeit auch noch sinnvoll nutzen und z.B. arbeiten, lesen oder ein Nickerchen machen.