Wenn man sich anschaut wie sich die Börsen"werte" und die Realwirtschaft entwickeln, muss man zwangsläufig resümieren, dass sich der Finanzmarkt längst von der Realwirtschaft entkoppelt hat
In die Kurse sind die angenommenen zukünftigen Entwicklungen eingepreist. Und ja, das ist ein Auf und Ab. Das nennt sich Volatilität.
bis zum nächsten Crash, der die aufgeblähten Kurse wieder nach unten korrigiert. Ein möglicher Frühindikator für den nächsten Crash könnte dabei sein, wie intensiv potentielle Kleinanleger umworben werden. Deren Vermögen wird dann rasiert, während institutionelle Anleger mit kaum durchschaubaren Kram auf fallende Kurse setzten und sich auf Kosten der Kleinanleger dumm und dämlich verdienen.
Wenn man prognosefrei, breit gestreut und langfristig investiert, kann einem die Volatilität recht egal sein. Auch als Kleinanleger. Das geht auch schon mit ein paar Euro pro Monat.
Im Crash werden nicht zwangsläufig die Kleinanleger rasiert. "Nur" diejenigen, die in Angst und Panik verkaufen (das sind dann oft dieselben, die vorher in Gier gekauft haben). Ich, ebenfalls ein Kleinanleger, kaufe dann eher verstärkt nach. Wenn Butter im Supermarkt zum halben Preis angeboten wird, sagt doch auch keiner "das ist mir jetzt zu billig"...
Insofern freue ich mich, wenn die Kurse steigen - aber auch wenn sie fallen. Denn dann bekomme ich viele Stücke Butter zum schmalen Preis. Und im langfristigen Durchschnitt steigen die Kurse sowieso.
Anders ist das bei Geld auf dem Konto. Das verliert im langfristigen Durchschnitt beständig an Wert. Du bist mit deiner Skepsis in Deutschland allerdings in "guter" Gesellschaft. Der durchschnittliche Michel (und auch der Kanzler) sieht das ähnlich wie du - weshalb wir hinsichtlich unserer Vermögen in Deutschland im EU-Vergleich (aber nicht nur da) so schlecht dastehen.