Beiträge von 7650w

    Ich versuche nochmal meine Argumentation beim Mindestlohn darzulegen:


    Die Preise für Produkte und Dienstleistungen werden zwangsläufig steigen. Dort wo dies nicht möglich ist, wird man rationalisieren oder das Geschäft mangels ausreichendem Gewinn aufgeben.


    Beleuchten wir nun mal den Fall der erhöhten Preise:
    Auch mit 8,50€ wird der Arbeitnehmer auf Leistungen aus dem SBG II angewiesen sein.
    Somit hat dieser Arbeitnehmer nicht einen Cent mehr Einkommen, allerdings muß er die höheren Preise aufbringen!


    Merkt ihr was? Gerade der Personenkreis, der profitieren soll, verliert entweder seinen Arbeitsplatz oder muss mehr leisten und darf zusätzlich noch mehr für Waren/Dienstleistungen aufwenden.


    Einzig die Geschäftsmodelle mit großem Gewinn bei sehr niedrigen Löhnen werden auf einen Teil der Gewinne verzichten.
    Aber gerade die ungelernten Kräfte sind oftmals in Bereichen mit hoher Personalkostenquote tätig.
    Irgendwo ist dann die Schwelle, wo man entweder Maschinen anschafft oder Produktionen ins billigere Ausland verlagert.


    In den Fällen, wo keine Verlagerung möglich ist, wird der Preis steigen.
    Dann ist eben diese Dienstleistung für diese Klientel auch nicht mehr möglich und somit werden dort wieder Arbeitsplätze wegfallen.


    Frankreich wird das nicht sein. ;)


    Der Staat spart dabei die Quersubventionierung, das ist richtig. Das Geld wird dann für die Arbeitslosen benötigt.
    Gerade im Osten der Republik, mit dem sehr hohen Anteil Niedriglöhner.


    Ob es einem passt oder nicht, viele dieser Arbeitsplätze sind erst durch das niedrige Lohnniveau entstanden.
    Es hat doch seinen Grund, warum die anderen europäischen Länder auf uns schimpfen.


    Gespannt bin ich auch auf die Reaktion beim Mindestlohn in den Bereichen ohne Sozialabgaben für den AN, also die 450€-Kräfte oder die Spargelernte etc.


    Zu den ganzen Argumentationen, dass in anderen Ländern schon lange ein Mindestlohn existiert, kann ich nur sagen, dass wir Deutschen schon jetzt nicht bereit sind für Service zu bezahlen.

    Meiner Meinung nach liegt der meiste Verbrauch bei den Ortungsdiensten bzw. Hintergrundaktualisierung.
    Hier bräuchte es dringend ein Shortcut im Controlcenter, da es nervt immer tief in die Settings zu gehen.


    Ich habe alles an, außer diese beiden Dinge.
    Also Exchange, Icloud, Wlan, Bluetooth und 3G/4G ständig an.


    So komme ich auf min. 8h Benutzung. Die Nutzung ist aber zu individuell um das immer vergleichen zu können.
    Hat z.B. einer Ortung an und Freigabe für Kamera, dann wird bei jedem Bild das GPS Akku ziehen.
    Genauso bei Safari, Google, Flickr etc.

    Zitat

    Original geschrieben von meon96
    Vollzeit mit Aufstockung immer noch vom Jobcenter drangsaliert wird, absolut pervers.


    Wie hier bereits schon geschrieben wurde:
    Das "Problem" ist faktisch nicht existent, da die Anzahl verschwindend gering ist.


    Die Mehrheit der Aufstocker sind keine Vollzeitbeschäftigten. Leider wird dies immer wieder vernebelt.
    Ich will die Zustände nicht kleinreden, jedoch ist das Fakt und ein wichtiger Punkt in der Diskussion.


    Btw: Wenn man staatliche Leistungen erhält, nichts anderes sind Leistungen nach SGB II, dann erwarte ich auch, dass man jeden Job annimmt.
    Mit jeden Job meine ich keine sittenwidrigen Jobs. Zeitarbeit und 7€/ h ist nicht sittenwidrig!
    Scheissjobs müssen auch erledigt werden, falls Du mit Scheissjob auf die Tätigkeit und nicht auf das Einkommen abzielst.


    Ein z.B. 18-jähriger mit abgebrochener Schule und ohne Ausbildung und jeglicher Erfahrung, sollte sich das schon mal gefallen lassen.

    Zitat

    Original geschrieben von Braindead
    Und mein Sinn der Arbeit ist es nicht, mal gerade so eben über die Runden zu kommen.


    Meiner auch nicht und deswegen rackert man sich halt ab, ob nun erst in Schule, Studium oder nachher sonstwie.

    Zitat

    Original geschrieben von Braindead
    Und bevor ich für 7,50 € einer Tätigkeit nachgehe bin ich lieber arbeitslos und kassiere in etwa das gleiche Geld an Hartz 4. Und das ist bei diesem Lohn GARANTIERT kein Sozialbetrug.


    Genau das ist das Problem.
    Als Steuerzahler sehe ich das halt etwas anders mit dem Betrug. ;)


    Ob nun Hartz IV zu hoch ist (für Familien mit Kindern), oder die Löhne zu niedrig, darüber lässt sich streiten.
    Die Diskussion wird dann nur in eine falsche Richtung gehen, befürchte ich.

    Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Fakt ist aber auch - und das wird in dieser ganzen Diskussion gern vergessen: Das ganze Geschrei um die armen "Aufstocker" die ganz dringend einen Mindestlohn bräuchten geht am Ziel vollkommen vorbei. Ein Großteil der Aufstocker (> 80%) arbeitet Teilzeit, stunden oder tageweise.
    Denen ist auch mit einem Mindestlohn nicht geholfen, sie werden weiterhin Transferleistungen beziehen müssen.


    Genau so ist es.
    Und ich behaupte mal provokant, dass die meisten auch nicht Vollzeit arbeiten wollen, da es sich nicht lohnt!
    Auch mit 8,50€ nicht, da der Mindestlohn in Deutschland Hartz IV heisst.

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Mit der Einführung eines Mindestlohns für einfachste Arbeiten würde sich das gesamte Lohngefüge im unteren Bereich bewegen müssen. :top:


    Ich bin ehrlich gespannt drauf, wie sich das entwickelt.


    Auch die Unternehmen werden reagieren. Ob das dann immer sinnvoll endet wird man sehen.
    Ich kann Dir nur sagen, dass wir die dann erforderliche Erhöhung von 1€/h Brutto, die der Dienstleister in seiner Kalkulation berücksichtigen wird, nicht voll bezahlen werden.


    Entweder geht es zu Lasten des Dienstleister oder wir kürzen die Anzahl Reiniger, die dann die gleiche Leistung mit weniger Leuten erbringen müssen.
    Harte aber wahre Realität, da wir leider in einem umkämpften Markt unsere Preise nicht erhöhen können.


    So einfach wie manche Linke sich das vorstellen, ist das Thema nicht. Aber woher soll man das auch wissen mit Studienfächern wie Slawistik, Theaterwissenschaften, Sozialpädagoge, Germanistik etc.
    Faktenbasierte Studiengänge sind bei diesen Leuten halt nicht sehr verbreitet. ;)


    Die Wirtschaft ist allenfalls in Form einer Kneipe bekannt. :D

    Zitat

    Original geschrieben von Braindead
    Niemand ist mit so einem Hungerlohn überbezahlt. Ohne Aufstockung grenzt das schon an Sklaverei.


    Sehe ich anders, auch wenn das nicht populär ist.


    Wir haben hier bei uns im Betrieb einige einfache Tätigkeiten, die im Moment im Werkvertrag von Dienstleistern ausgeführt werden.


    Es handelt sich dabei um Reinigungsarbeiten. Meistens nur Fegen von kleinen Industriebodenflächen.
    Ich weiß, dass diese Arbeiter 7,50€/h bekommen.
    Glaubst Du wirklich, dass alle die gleiche Arbeitsleistung erbringen?


    Ich persönlich habe oft dem Chef von denen für bestimmte Personen extra Stunden bezahlt.
    Eigentlich muß ich das nicht, fand aber die Leistung gut und es half uns bei Produktionsausfällen sehr.


    Allerdings habe ich auch bestimmte Personen nach Hause geschickt bzw. dem Chef mitgeteilt, dass ich deren Anwesenheit nicht mehr wünsche.


    Und unterstelle mir bitte keiner, wir würden ständig wie Sklaventreiber dahinter stehen.
    Leben und leben lassen. Aber bitte nicht faule Chaoten unterstützen.


    Das ist Realität und gilt eigentlich für alle Berufe. Die Gleichmacherei ist Unsinn und entspricht nicht der Lebenswirklichkeit.


    Ich kann das Wort "Gerechtigkeit" und vor allem "gleiche Arbeit, gleicher Lohn", nicht mehr hören!


    Just my 2cents.

    Zum Thema Mindestlohn:


    Wie ich schon mal erwähnte, kann ich mir im Westen die 8,50€ gut vorstellen.
    Im Osten halte ich das für einen großen Fehler.


    Mir ist bewußt, dass man sich mit so einer regionalen Staffelung keine Freunde macht, aber man sollte auch mal daran denken, warum es regionale und branchenspezifische Tarifverträge gibt.


    Auch wenn es hier einige nicht wahrhaben wollen, es ist eben doch ein Unterschied ob ich in der Region München oder im Osten der Republik lebe.


    Ja, es muß aufhören mit den Löhnen ala 2,80€/h, die darauf abzielen vom Staat subventioniert zu werden.
    Andererseits darf man auch nie vergessen, dass am Ende die Löhne erwirtschaftet werden müssen.
    Persönlich halte ich im Osten 7,50€ und im Westen 8,50€ für einen gangbaren Weg.


    Ich kenne übrigens viele Menschen, die mit 8,50€ nicht angemessen entlohnt sind.
    Ich kenne aber auch einige, die selbst bei 7,50€ überbezahlt sind. Schwieriges Thema!


    Gespannt bin ich auf die Auswirkungen auf den Spargelfeldern. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Schade. Ich finde, die Grünen hätten sich einen Ruck geben sollen. Aber sie haben sich offenbar dann doch nicht getraut. C. Özdemir hörte sich heute Morgen im Radio nicht danach an, als sei er sehr glücklich mit der Absage an die Union.


    So lange die Grünen nicht Trittin und Roth und mit Abstrichen Künast richtig vom Hof jagen wird das nichts.
    Die Grünen sind mittlerweile soweit links, da fällt mir als Partner eher Die Linke ein und nicht die SPD.


    Trittin als Person ist an sich schon ein Problem für vernünftige Verhandlungen.