Um es vorweg zu nehmen: ich bin kein Freund der Portierungsgebühren (eher der Erzfeind
), glaube aber, dass die Gebühr "bis zum bitteren Ende" (also solange Telogic irgendwie existiert) eingezogen wird. Die Gebühr existiert ja, weil damit die "Kosten für die Portierung" abgegolten werden sollen. Und Kosten entstehen ja auch (wenn sie denn überhaupt entstehen :mad: ) auch in dieser "Situation". Also ist das auf "der ersten Ebene" formal erstmal gerechtfertigt und kann, fürchte ich, nur "politisch" geändert werden. Und das kann dauern....
Im Grunde sehe ich die "Einführung" von Portierungsgebühren auch als das Setzen von Fehlanreizen. Warum soll der abgebende Provider noch Geld dafür bekommen, weil er, im Regelfall, wegen unatraktiven Konditionen und/oder Schlechtleistung (in unserem Fall sogar Nichtleistung) vom Kunden verlassen wird. Und wie kommt es zu einer Gebührenhöhe von bis zu 30,72€ ? Ist nicht der Aufwand für die Portierung beim aufnehmenden Anbieter ungleich höher, müsste er nicht eine Anteil von den Gebühren bekommen, eine Art Incomming-Portierung-Interconnet ;). Bei bis zu 30€ (fast Reingewinn) für einen minuten-(sekunden?)-kurzen Standard-Vorgang könnte man auch die Telekom auf einen Schlag sanieren und die Aktionäre glücklich machen, man müsste nur die 40 Mio. (?) Mobilfunkanschlüsse abschalten und hätte auf einen Schlag 1,2 Mrd. "erwirtschaftet". Ok, das reicht nicht, muss das Festnetz also auch noch abgeschaltet werden (Ist der Telekom ja auch nur noch eine Last
).
Noch was. Weil ich gerade so schön am Portieren war, habe ich meinen Strombezug auch gleich zu einem neuen Anbieter "portiert". Und: oh Wunder, ich musste keine Gebühr an den "abgebenden" Provider zahlen, obwohl der Strommarkt ja von der selben BNetzA "überwacht" wird.
http://www.bundesnetzagentur.d…chtlicherrahmen_node.html
Und im Strombereich ist die Portierung sicherlich aufwendiger als im Telefonbereich, den alter Netzbetreiber und neuer Stromanbieter müssen dauerhaft Zusammenarbeiten, da fremde Netzteile benutzt werden.
Wie kann es sein, dass zwei Abteilungen der selben Behörde so unterschiedliche Sichtweisen auf ihr jeweiliges Regulierungsgebiet haben? Oder ist nur die "Handy-Lobby" cleverer als die "Strom-Lobby" :confused:.
---ACHTUNG! Beitrag enthält Spuren von Ironie!---
stefsch