Sony Ericsson sucht Heil in Abkehr vom US-Mobilfunkmarkt
Von Kristina Spiller, Hamburg
Das angeschlagene schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson hat sich aus dem Mobilfunkmarkt in Nordamerika zurückgezogen. Gleichzeitig hat der von Ericsson und Sony gegründete Handyhersteller am Dienstag die Streichung von 500 Stellen bekannt gegeben.
So würden die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in München sowie in North Carolina geschlossen. Damit unternimmt das Unternehmen einen weiteren Versuch, sich in Richtung Gewinnzone vorzuarbeiten. SonyEricsson ist der einzige unter den großen Handyherstellern, der die Branchenkrise nicht bewältigt. Seit Gründung vor bald drei Jahren hat das Unternehmen seinen Marktanteil auf weltweit fünf Prozent halbiert. Schon vor einiger Zeit hatte der Anbieter die Kappung von Arbeitsplätzen angekündigt.
"Das überrascht mich nicht", kommentierte Nicolas von Stackelberg die Meldung vom Dienstag. "Ihre Rechnung ist nicht aufgegangen." Alle hätten früher gedacht, dass Sony und Ericsson sehr gut zueinander passten. Doch das Unternehmen habe sich nicht durchsetzen können. "Bei dem US-Standard CDMA können sie gegen Konkurrenten wie Samsung und LG Electronics, Nokia und Motorola nicht ohne enorme Investitionen ankommen. Dafür fehlt ihnen jedoch das nötige Geld."
Entscheidung am Jahresende
Sony Ericsson kommt nicht aus den Verlusten. Doch bis Ende des Jahres erwarten die Mutterkonzerne die Gewinnschwelle. Schaffen sie die schwarzen Zahlen nicht, könnte es das Aus für das Abenteuer von Sony und Ericsson bedeuten. Schließlich muss Ericsson selbst sparen. Erst am Dienstag gab der Konzern den Verkauf seiner IT-Service-Sparte an IBM bekannt. Damit würden rund 1000 Arbeitsplätze zu IBM gehen.
Für den japanischen Markt will SonyEricsson weiterhin CDMA-Handys bauen. Sie unterscheiden sich von den US-Modellen. "Die heutige Bekanntmachung sichert das weitere Wachstum und die Entwicklung von SonyEricsson", sagte Katsumi Ihara, Präsident des Unternehmens. Sony Ericsson intensiviere den Geschäftsfocus und arbeite daran, profitabel zu werden. Mit dem Abschied vom amerikanischen Markt konzentriere sich SonyEricsson nun auf den europäischen Mobilfunkstandard GSM sowie die darauf aufbauenden neuen Techniken EDGE und UMTS.