Beiträge von qwasy

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    Original geschrieben von MisterVegas
    jetzt hrad Pro7


    geht's dabei um die Abstimmung, welche Partei in den einzelnen Bundesländern von den Pro7-Zuschauern bevorzugt wird oder schlicht darum, mit welchen Parteien diejenigen Zuschauer sympathisieren, die 0137-Nummern nicht als Abzocke erkennen/ansehen? Und eventuell auch ihr Glück bei 9live versuchen? :rolleyes: :D

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    Original geschrieben von Sencer
    Ich glaube schon, dass die Sensibilisierung für solche Themen im politischen Diskurs wichtig ist - egal von welcher Seite die Beeinflussung geschieht.

    Allgemein stimme ich Dir durchaus zu, diese Art der pseudoobjektiven Berichterstattung birgt viele Risiken, aber alle Seiten praktizieren sie gleichermaßen. Manches sind Initiativen wie die genannte, anderes sind vorgeblich objektive Forschungsinstitute, die aber sehr wohl aus parteiischen Geldern finanziert werden. Letztlich ist auch der Medienkonzern DDVG (u.a. Frankfurter Rundschau, Hannoversche Allgemeine, Westfälische Rundschau, Neue Presse Hannover, Göttinger Tageblatt u.v.m.) der SPD nicht zu verachten, mich wundert es immer wieder, wie sie es schaffen, das Thema relativ gut fernab von der "allgemeinen Beachtung" zu halten. Der Grund ist aber vermutlich, dass viele Wähler ungern Fragen stellen und leichtverdauliche Kost bevorzugen. Für manche werden die Fernsehdiskussionen erst dann interessant, wenn Zahlen und Gesetze ins Spiel kommen - aber bei der GfK schnellen die ermittelten Zapp-Quoten in diesen Momenten sicher in die Höhe.


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    Original geschrieben von Sencer Wer argumentiert denn auch für mehr Gleichheit im Ergebnis? Allenfalls die Linkspartei, die MLPD oder ähnliche. Oder habe ich dich da falsche verstanden. Soziale Marktwirtschaft heißt ja nicht Kommunismus...

    Da habe ich wohl vorsorglich (mal wieder;)) meine Position klargestellt - einige der Mitleser und -diskutierer würden die soziale Marktwirtschaft aber sicher dahingehend interpretieren.

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    Original geschrieben von Sencer
    Wem hier ist eigentlich die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ein Begriff? Über die gibt es allerhand interessantes zu lesen. Zum Beispiel in der Zeit:
    http://www.zeit.de/2005/19/insm
    oder auch hier:
    http://www.boeckler.de/pdf/fof_insm_studie_09_2004.pdf


    Oft heben sich Deine Beiträge (auch wenn ich die Meinung kaum teile) angenehm von vielen anderen ab, aber hier beklagst Du Dich über die INSM und bringst zur Untermalung ein Zeit-Zitat und einen Beitrag einer DGB-Stiftung? Und erwartest, dass damit irgendwer überzeugt würde? Die meiner Meinung nach oft irrigen Ansichten der Sozis werden dadurch sicher nicht sinnvoller. :rolleyes: Und den Gewerkschaften laste ich nach wie vor eine gehörige Portion Mitschuld an der Misere auf dem Arbeistmarkt an - btw ein Vorwurf, den sie meist unkommentiert stehen lassen.


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    Original geschrieben von Sencer Nicht zuletzt interessant finde ich, wie sehr sich die Nachricht der INSM gerade an einigen Stellen mit jenen hier deckt, welche für sich in Anspruch nehmen, den Politbetrieb und Wahlkampfgetöse durchschaut zu haben, und die davon überzeugt, dass man mitklarem denken, ja nur zu einem Schluß bezgl. Reformen in Deutschland kommen könne. Diese Ähnlichkeiten sind aber sicher nur Zufall.

    Nenn es wie Du magst, ob nun Weitblick, klares Denken oder Sozialfeindlich, aber mit mehr Gleichheit wird sich nicht viel ändern, so nimmt man nur Motivation und Energie aus den Segeln. Mehr Ungleichheit bei gleichzeitiger Chancengleichheit ist nach Ansicht vieler nunmal der bessere Weg - und interessanter Weise deckt sich diese Verständnis meist mit der Auffassung derjenigen Leute, die sich viele Jahre ihres Lebens fernab von Parteipolitik mit wirtschaftlichen Zusammenhängen befasst haben. Man kann ja gerne alle möglichen Argumente ins Feld führen, aber dass Sozis (1) und Wirtschaftspolitik eher schlecht als recht zusammen passt, ist ja wohl kein Geheimnis, oder doch?


    (1) Schröder ist nicht der Durchschnittssozi, den er zuweilen vorgibt, er würde auch in andere Parteien passen

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    Original geschrieben von NiceIce
    Weiß jemand, welche Partei, AUßER der SPD, die Entfernungspauschale nicht antasten will?

    Meinst Du momentan oder nächste Woche?

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    Original geschrieben von Martyn
    Die Forderungen nach dem Überwachungsstaat (unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung) und die Ablehnung eines EU Beitritts der Türkei ist schon populistisch ... was den sonst?


    Ich glaube Du leidest unter Angstvorstellungen: Frag mal einen Ostdeutschen, was ein Überwachungsstaat ist. Sicher ist alles vom Umfang her diskutierbar, aber Überwachungsstaat ist sicher eine Vokabel, die den Bestrebungen Schilys und Becksteins nicht gerecht wird. Die innere Sicherheit ist nunmal vielen Leuten ein durchaus wichtiges Anliegen, nicht jeder wohnt in der heilen Welt Niederbayerns oder der Oberpfalz.
    Daher ist der Punkt innere Sicherheit durchaus ein legitimer Punkt, der sowohl von der Union und auch anderen Parteien durchaus ähnlich gesehen, durchaus begründet wird und nicht nur der kurzfristigen Stimmengewinnung dient. Gleichs gilt für den Türkeribeitritt - abseits von Vorurteilen ist doch nichts dagegen einzuwenden, ergebnisoffene Verhandlungen zu führen? Wenn heute alles klar wäre, warum sollte dann überhaupt noch verhandelt werden?


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    Original geschrieben von Martyn Man kann nicht nur das Steuersyste alleine vergleichen, sonder muss das Bildungssystem und die soziale Sicherung miteinbeziehen. Und da haben die osteuropäischen Länder nicht soviel zu bieten.

    Das interessante ist, dass sie im Vergleich mit dem System Deutschlands relativ gesehen höhere Steuereinnahmen haben ;) Flattax hat überhaupt nichts mit kastrierten Sozialsystem zu tun, weil etwa auf geld verzichtet würde. Diese Gedanken sind leider das Ergebnis des Wahlkampfes, der genau diese falschen Schlüsse beim Volk erzeugt hat.

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    Die rumänische Wirtschaft wächst jährlich um ca. 5%, die Arbeitslosenquote liegt bei ca. 7%.


    Um vielleicht mal wieder eine Wende in der Diskussion zu den Inhalten der Parteien zu bekommen und nicht weiter über Abläufe und (sorry) recht kindlich-dämliche Vergleiche der heutigen Situation mit der von 1933 zu ziehen:


    Rumänien hat - wie auch andere osteuropäische Staaten, etwa die Ukraine, Russland, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen) eine Flattax ;) Aber die Chance hat Deutschland wohl schon vor der Wahl und unabhängig von ihrem Ausgang vorerst mal vertan.

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    Original geschrieben von Martyn
    Die Union ist im Grunde nur eine populistische Volkspartei, und was die CSU betrifft ... eine Partei die es nur in einem Bundesland gibt, würde ich sowiso nicht wählen.


    Ein für politische Verhältnisse relativ ehrlichen Wahlkampf mit Populismus gleichzusetzen legt den Schluss nahe, dass Dir der Begriff Populismus entweder unbekannt ist oder Du Volks("populus")-partei mit populistischer Partei gleichsetzt.
    Deine Weigerung, eine Partei zu wählen, die es zwar nur in einem Bundesland gibt, die aber beinahe seit Gründung in fester Fraktionsgemeinschaft mit der CDU auftritt, ist wohl ein weiteres logisches Paradoxon, das Du hier in den Raum stellst.

    Ich würde mich zwar nicht als sehr regelmäßigen TT-Leser bezeichnen, aber gerade die Politik-Threads verleiten doch schon das eine oder andere Mal zum mitlesen und ggf. auch mitdiskutieren :rolleyes:


    Manchmal hat man durchaus das Gefühl, dass eine an Java angelehnte Sandbox zum Austoben hilfreich wäre, einfach weil man dann nicht immer die Gratwanderung zwischen - teils zugegebenermaßen bissigen - Kommentaren und konsensgerechten (aber dafür recht inhalts- und positionsleeren) Beiträgen zugunsten des Forenfriedens (oder schlicht aus Respekt vor dem stets latent vorhandenem Schloss) bewältigen muss. Andererseits würde das Ganze in einer Sandbox sicher schnell ausufern und nur noch der harte Kern mitlesen. So sind aber über die zig Seiten des Bundeswahl-Threads zahlreiche Beiträge von verschiedensten Autoren hinzugekommen.


    Im Großen und Ganzen läuft doch selbst bei Reizthemen die Diskussion noch gesittet ab. Man weiss, wer etwas bissige Kommentare verkraften kann und auch nicht gleich eingeschnappt ist - natürlich kann man in der Einschätzung auch mal daneben liegen, wie es kürzlich beispielsweise geschehen ist, als ein Schreiberling einem anderen Unkenntnis, Ahnungslosigkeit und Blödheit vorwarf, sich aber bei einem weitaus harmloseren Konter gleich beleidigt (?) aus der Diskussion verabschiedete.


    Ich sehe also keinen Bedarf, etwas zu ändern, da vermutlich viel des Reizes der TT-Politik-Diskussionen dadurch verloren ginge.

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    Original geschrieben von n3o
    hab heute seit langem nochmal eingeschaltet. Genial, wie Harry grade diese MTV-Schnecke auseinander nimmt. Super Folge.


    Wie kann denn ein Fernseh- und anscheinend auch Radiosender (Fritz?) so eine Dumpfbacke einstellen? Gehen die von vornherein davon aus, dass sowieso nur Idioten zuschauen bzw. bei den Call-Ins anrufen? Selbst bei 9live sind die Ansprüche an die Moderatoren wohlhöher...

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    Original geschrieben von Sencer
    Dabei läßt du aber unter den Tisch fallen (oder bist dir nicht bewußt), dass die Unzufriedenheit eines großen Bevölkerungsteils mit der aktuellen Regierung eben mit diesen Sozialreformen bestand - und zwar nicht in der Richtung, dass es zuwenig, sondern dass es zuviel (Kürzungen) war (also zuviel weniger sozusagen *G*). (Hinweis: Ich spreche hier nicht über meine eigenen Ansichten).


    Sicherlich ist es Dir nicht entgangen, dass die Hartz4-Kritik so gut wie überhaupt keine Rolle im Wahlkampf der großen Parteien spielt - natürlich aus gutem Grund, die Opposition hat die (richtigen) Entscheidungen mitgetragen. Aber interessant wäre die Situation, wenn die Regierungsverantwortung vertauscht wäre. Ich bin mit ziemlich sicher, dass die SPD in der Situation die öffentlich bestehende Kritik aufgreifen würde - schließlich könnte man damit vielleicht Wahlen gewinnen.
    Zum Regieren gehört es aber nunmal auch, nicht ausschließlich populäre Entscheidungen zu treffen - die Ansätze bei der SPD waren vorhanden, die Union hätte sich ungleich schwerer getan, solche Dinge durchzusetzen. Aber jetzt zur Rolle rückwärts anzusetzen und anderen soziale Kälte und Kahlschlag zu unterstellen, halte ich für arg opportunistische "Fähnchenpolitik". Schließlich weiss auch Schröder, dass dies nicht alles gewesen sein kann und dass es nicht reicht.


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass es hilfreich wäre, den Staatshaushalt wie eine Prepaidkarte zu gestalten: Dann ist einfach irgendwann Schluss mit Geldausgeben und man wird genötigt, sich wieder Gedanken über das Gleichgewicht von Einnahmen und Ausgaben zu machen.