Die Arbeitsleistung entscheidet gerade bei einem Tarifvertrag nicht über die Einkommenshöhe. Leistung lohnt sich mit Tarifvertrag nicht!
Im Ergebnis sammeln sich im Tarifvertrag vermutlich tendenziell mehr die low performer, während die guten Leute ihren Wert kennen, und ihren Preis verhandeln. Das ist ein riesiger Nachteil für den betreffenden Betrieb mit Tarifbindung.
Richtig. Ich habe aber auch nicht behauptet daß bei einem Tarifvertrag die Persönliche Leistung etwas bewirkt. Aber bei Einzeln ausgehandelten Gehältern erst recht nicht, denn da entscheidet dann nur das Verhandlungsgeschick, und sonst nichts.
Wie will man aber auch zB bei einem Lokführer oder Fahrdienstleiter persönliche Leistung bewerten?
Der Lokführer bekommt seinen Dienstplan, und solange er seine Züge Unfallfrei zum Ziel fährt und soweit es in seinem Einflussbereich liegt auch Pünktlich, dann ist alles OK. Das aber macht nahezu jeder Lokführer, macht er es nicht, ist er schnell draußen.
Beim Fahrdienstleiter ist das Ähnlich. Der kriegt seinen Schichtplan, und muss von Dienstbeginn bis Dienstende auf seinem Stellwerk sitzen, und die Züge die kommen, so leiten daß jeder da hin kommt, wo er hin soll, ohne daß sich zwei davon zu nahe kommen.
Genauso wie der Lokführer nicht die Möglichkeit hat, weil er gerade etwas Zeit hat noch zwei extra Züge zu fahren, hat der Fahrdienstleiter nicht die Möglichkeit ein paar zusätzliche Züge durchzuschleusen. Das funktioniert einfach nicht.
Im Prinzip ähnlich wie beim Fließbandarbeiter. Der schraubt eben die Teile zusammen die am Fließband angefahren kommen. Ein einzelner Fließbandarbeiter kann nicht einfach schneller machen, weil einfach nicht mehr Material kommt.
In diesen Bereichen gibt es also keine umfangreichen Möglichkeiten irgendwie hervorstechende Leistungen zu erbringen. Also haben Angestellte in solchen Bereichen auch keine Möglichkeit zu sagen, sie würden mehr leisten, und hätten mehr Anspruch auf Gehalt, oder wären besonders wichtig für das Unternehmen.
Und daß einfach kündigen und dann ein neues Gehalt auszuhandeln auch nicht funktioniert, sieht man derzeit bei der Bahn. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal. Lokführer, Stellwerker, Werkstatt überall ist Personalmangel spürbar, und es brennt an allen Ecken und Enden. Beste Voraussetzungen also höhere Gehälter durchzusetzen. Aber es passiert nichts.
Damit ist auch die Frage geklärt, warum kaum jemand bei der Bahn anfängt, obwohl da so ziemlich jeder genommen wird: Mit den notwendigen Qualifikationen (die schon recht niedrig sind, meiner Meinung nach viel zu niedrig für die Ansprüche in dem Job), kommt man in anderen Branchen auch unter, aber da für mehr Geld.
Daß die Vorhandenen Bahnmitarbeiter nicht davonlaufen, liegt im großen und ganzen nur daran, daß das Fachwissen, und die Ausbildung die man bei der Bahn hat, nirgendwo sonst etwas nützen. Die haben also keine Möglichkeit als da zu bleiben. Und mit 40 oder 50 Jahren nachdem man 30 Jahre im gleichen Job war, fängt man nicht so mir nichts Dir nichts eine neue Ausbildung an.
Aber sag mal zu einem Schulabgänger:
Du darfst bei uns zwischen 11 und 12 Stunden Täglich, bei 30 Minuten Pause, auch Sonntags und Nachts, und an Feiertagen Arbeiten, wirst von den Kunden angepöbelt, in Einzelfällen auch Gewaltsam angegangen, der Chef sagt Dir daß Du an allem schuld bist was schief läuft, und dafür kriegst Du dann 2500 Euro Netto.
So schnell kannst Du gar nicht gucken, dann laufen die davon....