Und wieder weichst Du aus, und beantwortest die Frage nicht:
Wie soll eine Gewerkschaft Verbesserungen erreichen, wenn sie nicht Streiken darf.
Das Beispiel mit dem Ferrari ist übrigens völlig unsinnig: Der Vergleich geht anders. Ich gehe zum Händler, und sage ihm, daß ich ein Auto will. Er nennt seinen Preis und ich meinen. Entweder wir kommen zusammen, oder es gibt keinen Verkauf. Das weiss der Verkäufer, und ich auch. Biete ich zu wenig, kriege ich das Auto nicht, verlangt der Händler zu viel, kriegt er gar nix. Also bleibt nur die Einigung, irgendwo in der Mitte. Verhandeln auf Augenhöhe.
Genau daß ist es mit dem Streik: Bietet der AG zu wenig, arbeitet keiner, verlangt die Gewerkschaft zu viel, kriegt sie das nicht durch. Auch mit Streiks nicht. Aber wenn die Gewerkschaft keinen Streik durchführen kann (oder androhen kann, nicht immer wird ja wirklich gestreikt), bliebe ihr nix anderes übrig, als zu nehmen was der AG bietet. Bleibt ihr ja nix anderes übrig, und der AG wird sich nicht bewegen, wenn die Gewerkschaft nur Bitte-Bitte sagt.
Und die Antwort, wie eine Gewerkschaft ihre Verhandlungsposition stärken kann, ohne Druck aufzubauen, bleibst Du schuldig. Übrigens: Auch wenn gestreikt wird, wird die Forderung der Gewerkschaft nie zu 100% durchgesetzt. Das wäre Utopisch. Man trifft sich immer in der Mitte. Nur wenn der Gewerkschaft kein Druckmittel hat, trifft man sich immer beim AG Angebot, und das ist in dem Fall garantiert niedriger, als im Fall, wenn der AG weiss, daß die Gewerkschaft Druck aufbaut, oder es kann.