Danke, "Papa", mein Horizont ist weit genug, Deiner auch?
Und ich bin auch nicht in Westerwelles Fanclub. Aber tatsächlich irgendwo zwischen denen und, man glaubt es kaum, der S...PD.
Aber, das ganze soziale Geplänkel nützt leider nix, wenn das Kapital zu sozial belegt wird. Denn Arbeitsplätze entstehen nämlich weniger durch die soziale Komponente unserer Marktwirtschaft als mehr von dem Kapital, das - wenn es investiert wird - zu Arbeitsplätzen führen sollte.
Und genau dies scheinen einige zu rote Socken gerne mal zu ignorieren - obwohl auch dies zum Horizont gehört. 
Das heisst nicht, dass ich für die knallharte Ellenbogengesellschaft bin!!!
Aber: Dort, wo Geld zu verdienen ist, wie vor einigen Jahren in der TK-Branche, steigen in logischer Folge viele mit Kapital ein, um dort auch Geld zu verdienen. Dies führt in der Regel irgendwann dazu, dass es zuviele in einem Sektor gibt und unterm Strich gar nicht mehr sooo viel Gewinn rauskommt, wie zunächst erhofft. Hier gehen einige ungewollt ODER gewollt unter, ziehen ihr Kapital ab und investieren es in einer neuen Boombranche. Folglich gehen immer in einigen Bereichen Arbeitsplätze verloren, aber es entstehen in anderen Bereichen eben auch neue.
Ganz so sozial, wie es wünschenswert wäre, geht es eben nicht. Es müssen nämlich in einer pluralistischen Gesellschaft auch alle (!) Interessen berücksichtigt werden.
Ergo Kapitalinvestitionen interessant machen UND den sozialen Aspekt nicht vergessen.
Und dies führt BTT: Ein untergehendes Unternehmen wie Mobilcom um jeden Preis zu retten, kann sich längerfristig eben sehr negativ auf alle auswirken. Und es untergräbt die Marktwirtschaft durch zu viel Gewicht auf deren sozialen Komponente. Gleichgewicht wäre hier angebracht, wenn man BEIDE Interessen berücksichtigen will.
Nur auf den status quo und den Arbeitsplatz der MCler zu achten, ist überdies auch nicht gerade der Inbegriff eines breiten Horizonts, was auch ein sozialgrüner Kanzler erkennen können sollte. Aber Wahlkampfverhalten ist eben stets mehr emotional als rational angehaucht.
Außerdem war wohl zu erwarten, dass diese "Hilfsaktion" große Wellen schlagen wird. Alle Betreiber haben u.a. unter den hohen UMTS-Lizenzgebühren zu kämpfen und diese können es nicht hinnehmen, dass einem geholfen wird und die anderen im Regen stehen gelassen werden. Ich vermute, dass unser Kanzler - wenn nicht durch die EU, dann durch die anderen Betreiber - ziemlich schnell zurückrudern wird...
Aber nicht, dass ein DocZ dies falsch versteht: ja, sie wurden nicht dazu gezwungen, so hoch zu pokern und sie haben sich die Suppe selbst eingelöffelt. Aber, um die angesprochene Konsequenz auch anzuwenden, kann man gerade aus sozialer Sicht kaum EINEM helfen und eine Horde zurücklassen. Und allen zu helfen, das wird sich die Regierung kaum leisten können.