Zitat
Original geschrieben von Martin Reicher
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Witzigerweise gilt das auch für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, ...
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen genießen den im gesetzgeberischen Bereich üblichen Bestandsschutz, weil sie als erhaltenswertes Kulturgut gelten. "Gewöhnliche" Kfz dagegen nicht; sie möchte der Gesetzgeber von der Straße weg haben.
In Zeiten, in denen Autos immer länger halten (Anfang der 1980er Jahre gab es etwa Audi-100-Modelle, die schon den zweiten TÜV wegen Durchrostung nicht schafften), müssen sie zum Schutz der Automobilindustrie halt "politisch altern" - ein Trend, der seit längerem Erkennbar ist.
Das Argument, eine PKW-Maut diene politisch (u.a. wegen der Staffelung ihrer Höhe nach Schadstoffausstoß) auch ökologischen Zwecken, wird durch die regierungsseitige Behandlung des VW-Abgasskandals widerlegt. Würden die betrügerisch erschlichenen Zulassungen für diese "Stinker" widerrufen, hätte das einen deutlich größeren Effekt.
Ich erinnere mich an eine offizielle Studie aus den 1980er Jahren, die vor ernsthaften Umweltfolgen warnte, sollte der Flottenanteil von Diesel-PKW über 12% steigen. In einem TV-Journal wurde vor wenigen Tagen berichtet, die Zahl der Diesel-Neuzulassungen liege in diesem Bereich zwischenzeitlich bei knapp 50% - was einem regelrechten "Feinstaubproblem auf Bestellung" entspricht. Ein Problem, das also politisch gewollt oder zumindest akzeptiert war - offenbar zugunsten der deutschen Hersteller, die im Diesel-PKW-Bereich führend sind.
Ich kann nur hoffen, dass es die EU mit den gegen Deutschland (und Großbritannien) angekündigten Sanktionen ernst meint, und dass es wie in Sachen PKW-Maut nicht nur wieder ein überflüssiges Aufplustern ist. Wichtigtuer ohne "Arsch in der Hose" haben wir in Deutschland genug - die brauchen wir nicht auch noch in Europa.
Einen schönen Tag wünsche ich Euch ... an dem es (viel zu langsam) hell wird ...