Nun... als Angehöriger der Ü50 Generation gehörte ich noch zu denjenigen, die elektronisches Gerät (seien es nun Labornetzleile, Wanzen (drahltose Mikrofone) oder alles sonst mögliche) noch selbst zusammengelötet haben.
Damals existierten in jeder größeren Stadt zahlreiche Elekronik-Händler, die Widerstände, Kondensatorem, Ics etc. in Regalen mit Plastikschalen angeboten haben. Dazu gehörten Conrad (Essen), Völkner (Duisburg) und viele andere kleine Gewerbetreibende, die Kleinkram verkauft haben - und das in Massen. Fertig konfektionierte Geräte gab es dort kaum.
Ein Klassiker waren 5 1/4 Zoll-Disketten, die man als"gemeiner Consumer" damals nicht einmal sebst formatieren konnte. Beim Umstieg auf einen PC (damals eine Seltenheit) musste ich mich von den seinerzeit gebräuchlicheren 8 Zoll-Disketten verabschieden. Mein erster eigener PC war ein IBM-XT mit einer Taktfrequenz von 4,7 MHz und einem 5 1/4-Zoll Diskettenlaufwerk.
Und hier waren es Conrad und Mitbewerber, die ohne größere Konkurrenz Motherboards mit einem "Turbo-Modus" verkauften, mit deren Hilfe man den Rechner auf gigantische 8 MHz aufschrauben konnte. Auch meine erste Festplatte (5 MB) hatte ich über diesen Handelsweg erworben. Das Original von IBM wäre für mich als Schüler unbezahlbar gewesen. Das waren die Zeiten, in denen Anbieter wie Conrad, Völkner u.a. groß wurden.
Vor dem gegenwärtigen Hintergrund marktbeherrschender Plattformen wie Amazon, Ebay u.a. wundert es mich, dass Unternehmen wie Conrad überhaupt noch bestehen können. Sie hatten einstmals ihre Berechtigung - aus meiner Sicht passen sie aber nicht mehr in die Gegenwart.
R.I.P.
Edit:
Ein Freund hatte damals sogar seinen Rechner (Apple 2) selbst zusammengelötet. Gegen jede Wette hatte das Ding am Ende sogar funktioniert! 