Mich freut es meiner Tochter zu sagen:
...Und wenn sie sogar auf ihr Taschengeld verzichtet und ich es spenden soll - dann freue ich mich über ihre Solidarität.
Solche Solidarität halte ich für lobenswert und auch angebracht. Für mich persönlich ist sie sogar selbstverständlich.
Das Drehen an einer "Eskalationsspirale", deren zerstörerische Folgen insbesondere im Verhältnis der widerstreitenden Parteien kaum mehr rückgängig zu machen sind, halte ich dagegen für eine ganz andere Baustelle und zudem für brandgefährlich.
Beispiel:
Früher stellte man Despoten, die sich offensichtlich verrannt hatten, eine Villa an der Cote d'Azur im Gegenzug dafür, dass sie freiwillig abdankten und den Weg für eine friedliche Einigung bereiteten.
Ein Bruch zeichnete sich in der Causa Gaddafi ab. Anstatt eine friedliche Übergabe vorzubereiten, wurde Gaddafi mit jeglichen Konsequenzen gedroht, die sein Weiterleben zur Hölle gemacht hätten.
Logische Folge:
Gaddafi dankt nicht ab und kämpft weiter, bis selbst der letzte gemeuchelt ist (einschließlich ihm selbst). Des "Prinzips wegen" wird der Tod zehn- oder gar hunderttausender Unbeteiligter in Kauf genommen.
Das kann man gerecht finden, man muss es aber nicht. Zehntausende zu töten, um einer gesuchten Person habhaft zu werden, entspricht halt nicht meinem Weltbild.
Auch in Sachen Putin droht ein solches Szenario. Ihm wird jede Chance genommen, gesichtswahrend aus der Angelegenheit herauszukommen. Dann gibt es halt wieder Tote... und Tote... und Tote. Aber wir sind ja so was von im Recht!
Nützt den Toten und ihren Angehörigen aber leider rein gar nichts... wenn wir auf "unser Recht" bestehen. Sind zwar unsere Opfer... das was Recht ist, muss halt Recht bleiben... ![]()