Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
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Du simplifizierst mir zuviel.
Politik ist die Kunst des Möglichen.
Politiker sind keine Verwaltungsbeamte, sondern haben die Aufgabe, ihren Beritt zu gestalten und zu entwickeln. Zugleich aber immer und überall Kosten einzusparen. Und alle wollen was abhaben. Allen muß es rechtgemacht werden, auch wenn sich das gegenseitig auschliessen sollte.
Zu den Entwicklungsmöglichkeiten (Arbeitsplätze wollen ja immer alle von Ihnen, nur Geld darf es nicht kosten), gehört es halt mit Infrastrukturmaßnahmen (Arbeitsplätze, Arbeitsplätze ...) die (lokale) Wirtschaft zu stärken (Gewerbesteuern, und habe ich schon Arbeitsplätze erwähnt?) .
Stillstand will auch keiner, nur wenn sich doch was ändern soll, wird auch noch sofort dagegen anprozessiert (Das oberste deutsche Prinzip, der von Sankt Florian). Daß das jahrelange Prozessieren der Wutbürger dem Steuerzahler auch Zeit und Geld kostet, will jener Wutbürger in der Rolle des Steuerzahlers nun aber partout nicht sehen. Da ist dann wieder jemand anderes Schuld (Die Politiker? Die Lobbyisten?).
Es mag ja sein, daß auch persönliche Geltungssucht, Korruption und Filz eine unselige Rolle in der (Lokal-)Politik spielen, aber ein Politiker allein kann keine Bauprojekte beschliessen. Da haben Verwaltungen, Haushaltsauschüsse und Räte/Parlamente immer mitzureden. Da muß Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Besagte Räte/Parlamente können nur anhand von ihnen vorliegenden Kostenrechnungen entscheiden, welche aber die Verwaltungen wegen oft eingesparten eigenen Fachleuten nicht richtig beurteilen können (Einsparungen waren ja gewünscht, nur die Konsequenzen will keiner wissen), während die Bauindustrie prinzipiell geschönte Zahlen vorlegt, um überhaupt Aufträge zu ergattern.
Hier mal ein aktueller Artikel aus der SZ zum Thema:
http://www.sueddeutsche.de/wir…r-grossprojekte-1.1552457
""Es ist eine Art Spiel. Allen Beteiligten ist klar, dass sich in Deutschland heute ein Projekt nur rechnet, wenn wir am Ende viele dieser sogenannten Nachträge abrechnen", beschreibt ein Manager eines großen deutschen Baukonzerns das System."
Kurz: die hiesige Bauwirtschaft ist vor allem gut im Errichten von kostentechnischen Lügengebäuden, um an die echten Bauaufträge zu gelangen.
Ich zitier z.B. mal einen scheinbar fachlichen Leserkommentar zum obigen Artikel
von einem Archie47
"archi47 vor 10 Stunden
Am Anfang eines jeden Projektse heißt es erst mal: Dicke Bretter bohren! Zumal das Baugeschehen sehr komplex geworden ist.
Dazu braucht man Fachleute.
Bevor also die Inkompetenten Anforderungen, Kostengrenzen und Fristen hinaustrompeten, sollten die Fachleute in ihren Teams ihre Arbeit machen dürfen.
Dazu braucht man kompetente öffentliche Bauherren, die ihrerseits Fachleute haben, die auch wissen was zu tun ist.
Leider wurde bei uns in den letzten 20 Jahren bauherrenseits Kompetenz abgebaut. Der Privatisierungswahn hat die Behörden ausgedünnt, die Kompetenz dort heruntergefahren.
Die Poltik hat sich PPP-Projekten und Generalübernehmerprojekte einflüstern lassen.
Mit der Folge, dass die reduzierte Kontrollkompetenz ihrer eigenen Leute auf die fehlende GÜ-/GU-Kompetenz der Industrie im frühen Planungsstadium trifft.
Hinzu treten die Schnellschüsse geltungsgeiler Politiker, die lieber sichtbare Objekte nach ihren Wahlterminen ein3weihen , als über einem eingebauten saniertem, aber nicht sichtbarem Kanalrohr zu posieren.
Die Melange macht nun das Problem. Dem GU/GÜ fehlt die Zeit , die richtigen Fachleute rechtzeitig zu integrieren. Der fehlende Kompetenzvorlauf des Bauherren hat bereits Vorgaben in Stein gemeiselt, die nicht zu halten sind.
Besser ist allemal die herkömmliche Methode:
Am Anfang steht eine von der Ausführung unabhängige Projektierung, die zwischen Bauherren, Planern und Fachplaner die beste Lösung sucht und meist auch findet.
Dann wir das ganze öffentliche diskutiert, ebenso in den Gremien, dann werden Haushaltpläne angepasst - event. wird das Projekt ein Schubladenplan (auch kein Fehler: man weiß was es kostet, hat eine Plan und kann kurzfristig zur Tat schreiten).
Im Idealfall wird dann erst ausgeschrieben, wenn Werkpläne und Details stehen, nachdem die Sonderfachleute ihre Projekt abgeliefert haben.
Solche Ausschreibungen sind dann so detailliert, so dass auch kleine Mittelständler ihre auskömmlichen Preise einsetzen können.
Für Nachträge bliebe kein oder nur minimaler Platz.
Mit solcher Vorgehensweise halten wir die selbst vorkalkulierten Kosten in aller Regel ein, auch bei komplexen Umbauten! Ich verstehe nicht, warum das nicht auch andere können und vor allem, warum das nicht abgefordert wird.
Eine technisch fachkundige Verwaltung ist dafür aber als Partner nötig, damit die ihren Juristen und Verwaltungsleuten, sowie den Politikern die Folgen deren Tuns erklären und S"