Wichtig: es geht nicht um Zahlungsfähigkeit, sondern un ZahlungsWILLIGkeit. Es geht um die Bezahlung im bereits lange verabschiedeten Haushalt fest geplanter Ausgaben und bereits erhaltenen Leistungen.
Da die USA nach wie vor in der Lage wären, an den Märkten Kredite zu erhalten, wären sie schon Liquide. Aber vor einigen Jahrzehnten wurde diese woanders gar nicht existente "Schuldenobergrenze" bei der Kreditaufnahme eingeführt, um Haushaltsdisziplin zu erzeugen. Allerdings war die Erhöhung dieser Obergrenze bisher (74 mal) mehr oder weniger eine Formalie. Nun wird sie als Instrument im Kampf gegen Obama bzw. gegen das föderale Regierungssystem als ganzes benutzt ("shrinking the government, so I can drown it in a bathtub"). Das ist im Sinne des hierzulande kaum bekannten radikalen Objektivismus von Ayn Rand, welches in den USA die rechte Leitideologie geworden ist. Der Staat ("Big Government") ist per se schlecht, jeder nur für sich gegen jeden, der uneingeschränkte freie Markt geht über alles, Steuern zahlen zu müssen ist eine Zumutung, Soziales unnötig, Umweltschutz hinderlich. Sozialdarwinismus und Nachtwächterstaat pur.
Das ein radikaler Abgeordneter Rand Paul heißt, ist kein Zufall, der Vorname ist Programm schon des Vaters gewesen.
Das Schuldenproblem ist zum Teil nur Vorgeschoben, zumal viele Tea-Partyer trotzdem noch Wahlgeschenke an ihre Wahlbezirke verteilen wollen und das heilige Militär hochhalten (bis auf einige unter Ihnen). Mehrere Lobbyorganisationen, Murdochs Presse (Fox News) und einige Industrielle stehe hinter der Tea-Party-"Bewegung".
Natürlich haben die USA ein Schuldenproblem, aber diese ließe sich jederzeit auch verantwortungsvoller angehen. Hier geht es aber um einen autoritären Putsch von Rechts, getrieben von rassistischen, religiösen und wirtschaftlichen Motiven (wobei Vieles ins sich widersprüchlich ist, aber das stört die nicht).