Beiträge von saintsimon

    Das wiedergekäute Argument "nur ums Öl" steht im Kontrast mit dem bisherigen Zustand: "Der Westen" hatte bisher schon guter Öl-Kunde Lybiens, und die ganzen Westler die evakuiert wurden, waren auch keine Urlauber sondern Mitarbeiter westlicher (Öl-)Firmen.
    Was soll sich also ändern? Es lief doch bereits wie geschmiert. Berlusconi und Ghaddafi waren gut im Geschäft. Alles war Stabil - zu Lasten der Einheimischen.


    Würde Libyen eigentlich gar kein Öl verkaufen wollen, nur der Böse Westen zwingt sie dazu? Öl wird zu Weltmarktpreisen verkauft, egal wer an der Regierung sitzt.

    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    ...


    PS: Selbstverständlich darf dabei übrigens das Märchen von den präzisen westlichen Waffen nicht fehlen, die natürlich nur "die Bösen" töten und die Zivilbevölkerung sowie zivile Einrichtungen verschonen. :rolleyes:


    Ghaddafis Propagandleute sind immer sehr schnell mit der Kamera zur Hand, wenn irgendwelche "spontanen" Jubeldemos für ihn stattfinden. Wenn er denn Zivile Opfer findet, werden wir die schon sofort präsentiert bekommen. Bei einer Bevölkerungsdichte von nur 3,3 Einwohnern pro Quadratkilometern und angesichts seiner Paranoja dürfte aber viel Platz zwischen zivilen und militärischen Einrichtungen sein.


    Ansonsten kamen wieder die scheinbar berufstypischen Phrasen von bedrängten Diktatoren von ihm:
    Volkssturm, Endsieg über alles und jeden, Kampf bis zum letzten Blutstropfen ... kennt man irgendwoher ...

    Die Investition entsprang aus dem Größenwahn des späten .com-Bubbles. Im Jahre 2000 war man so stolz auf seine Aktienblase, daß im Eingangsbereich von T-Mobil (noch ohne "e") bei den Empfangsdamen der Aktienkurs groß angezeigt wurde.


    Man merkt, daß viele deutsche Unnternehmen den Kapitalbedarf eines wesentlich größeren Marktes regelmäßig unterschätzen. Die gängigen MBA-Kurse scheinen offenbar nicht so viel zu taugen, wie sie hermachen. Wie man bei Daimler sah, kann man doch nicht schon alles ausser Hochdeutsch.


    Ne, Du ,das ist mir zu oberflächlich und schlicht. Mit Ressentiments alleine kommst Du nicht weiter, ich will Fakten sehen.


    Währen der Kolonisierung sind die Betroffenen aber nicht gefragt worden. Sollte es nicht als überstrapazierte Analogie durchfallen, müßtest Du schon mit belegbaren Kolonisierungsabsichten aufwarten.
    Mir was zurechtdrechseln kann ich auch selbst.


    Ausser den üblichen Chauvinisten, die Araber generell für Demokratieunfähig halten, bezeichnet niemand die Libyer für kulturlos.


    Höchstens Ghaddafi ist ein Banause. Er hat z.B. jeglichen Fremdsprachenunterricht an den Schulen abgeschafft, damit die Einheimischen keinen ausländischen Einfluß erliegen oder zu Fremden leicht Kontakt aufnehmen können.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Dazu kommt, das der einsatz völkerrechtlich fragwürdig bzw die wahren bewegründe der anderen staaten nicht ganz ehrlicher natur sind...siehe frankreich.


    Was ist denn nun die "wahre" Absicht Frankreichs, die Du durchschaust und beweist? Welche Öl-Interessen verfolgt die Norwegische Luftwaffe in Libyen? Und warum unterstützt absolut niemand ausserhalb seines Machtbereiches Ghaddafi? Warum Unterstützen die Araber die UN-Aktion? Wo ist Hugo? Warum lassen ihn die Russen und Chinesen fallen? Warum sind die ganzen abgesprungenen libyschen Diplomaten für den UN-Einsatz?
    Sind, wie immer bei manchen Weltbildern, der CIA, der Mossad, das Finanzkapital die einzigen Drahtzieher alles irdischen Tuns, und niemand sonst ist zu autonomen Handlungen fähig?


    Komm bloß nicht mit Öl. Da waren Europäer schon lange ganz dick im Geschäft. Das hatte man schon mit Ghaddafi. Da kam der Aufstand ungelegen.


    Ghaddafi zu seinen aktivsten Zeiten international überall eingemischt, wo er nur konnte, auch wo er nichts verloren hatte (IRA-Unterstützung z.B.), da kann er sich nun schlecht über ausländische Einmischung beschweren.

    Es haben so viele Leute eine Rechnung mit Ghaddafi offen, jetzt ist Zahltag.
    Wer's nicht glaubt, studiere mal einzelne Einträge heir für einen Einstieg: [URL=http://en.wikipedia.org/wiki/Ghaddafi,_Muammar]http://en.wikipedia.org/wiki/Ghaddafi,_Muammar[/URL]


    Hier stimme ich mit Dir überein, daß die Merkel'sche Dialektik nur noch blamabel ist. IMO, auch bei einer Zustimmung hätte man nicht mitmarschieren müssen, eine rein rhetorische Unterstützung hätte dann weiter kein Aufhebens gemacht. Aber nun AWACS-Personal für Afghanistan anzubieten, obwohl sie eigentlich über dem Mare Nostrum gebraucht werden und obwohl die BW doch schon überlastet sei, ist wirklich peinlich.


    Ach, vergaß, das Mittelmeer ist ja für deutsche Ferienflieger reserviert ...

    Zitat

    Original geschrieben von Hope0815
    Noch ein Brandherd, was die Welt nicht benötigt.
    ...
    Gruß


    Erklär doch bitte den Lybiern persönlich vor Ort, wessen Prioritäten und Seelenfrieden sie zu beachten haben, bevor sie es mal wieder wagen sollten, einen Aufstand zu beginnen.


    Leider geben sich nicht mehr alle mit der früheren Friedhofsruhe zu ihren Lasten ab.

    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    ...
    Meine Kritik geht in eine andere Richtung: Es ist ausgesprochen "witzig", dass ausgerechnet diejenigen, die diesen Diktator jahrelang hofiert haben, um an möglichst billiges Öl zu kommen und um ihm die eigenen Produkte zu verkaufen, plötzlich entdecken, welch böser Bube dieser Gaddafi doch ist. Die einzigen, die in den letzten 25 Jahren konsequent gegen Gaddafi waren und auch keine Geschäfte mit ihm machten, sind die Amerikaner und die Briten. Bei allen anderen ist es einfach nur pure Heuchelei, wenn sie sich jetzt plötzlich als die Guten präsentieren, die ja nie etwas anderes im Sinn hatten als das Wohlergehen des libyschen Volkes. :rolleyes:


    Solange Gaddafi seine Landsleute diskreter folterte und umbrachte und nach einem kleinen Bombenangriff durch die USA auch keine internationalen Terroristen mehr unterstützte, galt doch das, was der amerikanische Präsident F. D. Roosevelt einmal über den dominikanischen Diktator Trujillo sagte: "He may be a son of a bitch, but he's our son of a bitch." Solange man Gaddafi als "nützlichen Diktator" gegen den islamischen Fundalismus brauchen konnte, sah man über alle Sauereien, die dieser Mann beging, großzügig hinweg. An den Umgang mit welchem anderen arabischen Diktator erinnert mich das bloß? :rolleyes:


    Da gebe ich Dir natürlich recht. Es war Heuchelei und Doppelmoral, gut fürs Geschäft. Wir haben was wiedergutzumachen.

    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Ja, es ist wirklich beruhigend, dass sich die Welt so klar und einfach in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Freund und Feind unterteilen lässt. :D


    Ich bitte Dich.


    Ghaddafi behandelt lybien wie sein Eigentum. Er hat keine andere Legitimation als die seiner Unterdrückungsmaschinerie.


    Wenn die Einwohner Lybiens nicht länger Leibeigene des Herrn sein wollen, dann finde ich das Unterstützenswert.


    Was muß ein Diktator alles Anstellen, um als schlecht erkannt zu werden? Unter Auschwitz gehts nicht mehr, oder was?


    Ich finde es erstaunlich, wie viel Mühe von Einigen darauf verwendet wird, die Aufständischen und Überläufer zu diskreditieren, sie als irrelevant oder "zweifelhaft" darzustellen. Die machen das nicht zum Spaß, oder weil sie "ferngesteuert" sind.
    Auch die Attentäter des 20. Juni kamen aus dem Establishment und werden heute als Vorbild dargestellt.