ZitatOriginal geschrieben von HappyDay989
Das hatten wir vor drei Seiten aber schon, und wie schon geschrieben: das wirft mehr Fragen nach den Praktiken der Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten (u. U. nicht nur in Bayreuth) auf, als nach Guttenbergs Plagiarismus.
Denn wenn sich, aus welchen Gründen auch immer, Universitäten dazu bereit erklären, wider besseres Wissen zweitklassigen Studenten die Promotion zu ermöglichen, dann ist das viel bedenklicher als wenn ein Doktorand bei seiner Dissertation so massiv täuscht wie Guttenberg dies tat.
...
Sorry für die Redundanz :o
Neben Guttenberg sollte man sich z.B. die Promotion der Familienministerin vorknöpfen. Aber auch Westerwelle hat wohl nur mithilfe einer Sondergenehmigung promovieren dürfen, u.v.a.m. ...
Alle Erwähnten sind in der Tat nur individuelle Produkte eines Systems der Selbstbedienung und der Manipulation der föderalen Hochschullandschaft von Seiten der Parteien.
Die Besetzung eines Lehrstuhles ist vor allem in Fachgebieten wie Jura, Wirtschaft, Politik & Gesellschaftswissenschaften schon eine politisch bedeutende Entscheidung, weil hauptsächlich aus jenen Bereichen die hiesige politische Klasse ihre Leute rekrutiert bzw. diese dort durchschleust. Für Ingenieurs- u. Naturwissenschaften interessieren sich die Parteien weniger.
Man positioniert seine Leute in den richtigen Universitäts-Posten und erhält sich Macht, Geltung, Einfluß und nicht zuletzt den Zugriff auf Titel. Z.B. Ehrendoktorwürden und Honorarprofessuren werden nicht zufällig vor allem an Politiker und deren Sponsoren aus der Wirtschaft verliehen.
Die nun mal wieder sichtbar gewordene Parasitenwirtschaft der Parteien in den akademischen Strukturen werden die Entscheidungsträger leider kaum angehen wollen, da sie ja oft selbst die Profiteure dieser institutionalisierten Perversion sind.