Beiträge von saintsimon

    Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    ...



    Das ist doch - entschuldige bitte - absoluter Quatsch und entspricht nicht der Realität. Wenn ich jemanden einstelle, weil er einen Doktortitel hat, dann kann für den Fall, dass der Doktortitel nach Abschluss eines Prüfungsverfahrens der Hochschule aberkannt wird, eine Kündigung erfolgen. Sofern der Stelleninhaber sich aber bereit bewährt hat, wird ein guter Arbeitgeber dem Ex-Dr. nicht kündigen, allenfalls eine Gehaltskürzung oder Ähnliches vorsehen....


    Ein ein vorhandener Kündigungsgrund bedeutet ja nicht notwendigerweise die Kündigung, was anderes habe ich auch nicht behauptet. Aber ein Vertrauensverlust kann nun geltend gemacht und zur Kündigung instrumentalisiert werden, wie bei einem selbsteingelösten Bon einer Kassiererin.

    Nun, Guttenbergs Doktorvater hat noch 2007 den Bayerischen Verdienstorden von Stoiber erhalten. Eine unvoreingenommene Neubewertung werden wir von ihm kaum erwarten können.


    Was auch immer, Guttenberg hat vielleicht bald Zeit,sein zweites Staatsexamen nachzuholen. Z.z. ist er ohne dieses in seiner zukünftigen Berufswahl noch etwas eingeschränkt.


    Ich hasse ihn bestimmt nicht, aber ich habe mir anfangs etwas mehr erwartet als die Flatterhaftigkeit in den Entscheidungen und die Medienposerei. Ich bin also einer der Enttäuschten.


    Die Abschaffung der Wehrpflicht hat meine volle Unterstützung, und es bedurfte sicher eines schwarzen Ministers um das der Union schmackhaft zu machen. Mit den Roten wäre das Gleiche ja "Vaterlandsverrat" gewesen.

    Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    Interessante Einschätzung, die ich so allerdings nicht nachvollziehen kann - sofern Du die Auffassung verbreiten möchtest, dass die "einfachen" Leute dem netten Baron die Stange halten, die Minderheit der Gebildeten aber Kraft ihrer Intelligenz weiss, wie man mit soetwas verfährt, dann formuliere das besser als vage Hypothese, aber nicht als Feststellung. Obgleich ich in meinem beruflichen Umfeld fast ausschließlich mit Akademikern zu tun habe, von denen die Mehrheit zudem über einen Doktor- bzw. Professoren-Titel verfügt, hat sich bei dem diskutierten Thema keiner für Rücktrittsempfehlungen ausgesprochen. Ein Großteil dagegen teilt aber die deutliche Kritik an der wissenschaftlichen Arbeit sowohl des Ministers "hätte nicht passieren dürfen" bzw. der Referenten und Gutachter....


    Besagte Aussage hatte ich irgendwo zwischen Hunderten von (Leser-)Kommentaren von FAZ, NZZ, Spiegel oder Tagesanzeiger aufgeschnappt und nicht verlinkbar memoriert (und nicht klar als nicht mein Standpunkt ausgewiesen). Der Autor argumentierte sinngemäß, daß das strikte Pochen auf akademischen Standards gegenüber Guttenberg insbesondere aus dem Stolz und Eitelkeit anderer Akademiker komme, die ihre eigene mutmaßlich ehrlichere Leistung nicht durch Nachsicht gegenüber Guttenbergs Machwerk entwertet sehen möchten.

    Interessant ist die Nachsicht in Deinem professoralen Umfeld. Gehen diese auch so tolerant mit schummelnden wissenschaftlichen Mitarbeitern oder Studenten um? Oder ist es "das Amt"(des Ministers), was zur Bigotterie verleitet/-blendet?


    In einem Unternehmen wäre die Guttenberg'sche Plagiatur ein Kündigungsgrund, wenn sowas rauskäme (und auch schon viel banalere Sachen ...). Aber bei Einem an der Schaltstelle der Macht soll man es nicht so eng sehen?

    Re: Faszinierend



    Der war noch ein ganz eigenes Kaliber. Er hat Landesverrat begangen, indem er zwecks persönlicher Bereicherung zum Ende und nach seiner Amtszeit als Kanzler die gesteigerte einseitige Abhängigkeit Deutschlands vom russischem Gas förderte und zu einen politstrategisch agierenden ausländischen Staatskonzern wechselte. Gazprom und seine Gashähne steht nicht nur unter Kontrolle der russischen Regierung, sondern Putin selbst besitzt direkt oder indirekt Anteile an ihr. usw. usw. ... :flop:

    Zitat

    Original geschrieben von Weihnachtsmann
    ... jedoch bin ich der Meinung, dass es einzig und allein der Uni-Bayreuth obliegt, den Fall zu prüfen, und ihm ggf. die Doktorwürde wieder zu entziehen.


    Einspruch. Die haben bereits gründlich versagt und habe ein Interesse daran, dies herunterzuspielen und ihr Gesicht zu wahren. Es müßte eine unabhängige, dritte Instanz her, welche beide unter die Lupe nimmt.

    Wie es woanders zu lesen war: die Front verläuft nicht zwischen Regierung und Opposition oder Links und Rechts, sondern zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern.


    Mich haben weder Forsa noch Emnid befragt.


    Die Befürworter eines Amtsverbleibes sollten sich mal die Frage stellen: Mit welcher Authorität kann der oberste Dienstherr der BW und der BMV nun z.B. gegen Betrüger in den eigenen Reihen disziplinarisch vorgehen? Soll mit zweierlei Maß gemessen werden?


    Ich fürchte, Prof. Spruths Artikel ist seit längerem Überholt. "Schwarmintelligenz" und Textvergleichssoftware haben in Windeseile ihre Arbeit getan. Der oben genannte Vorwurf ist bereits erhoben und mehrfach belegt worden.


    Ausserdem ist es schlechter politischer Stil, sich mit ergaunerten Titeln zu brüsten.