Achtung, Achtung!
Mitteilung an alle Kolaborateure, Helden der Desinformation!
Hier ist der imperiale Schlachtplan, von eurem Generalstabschef Gerassimow letztes Jahr persönlich ausgedacht und veröffentlicht, von der ruhmreichen russischen Armee im letzten Herbst im Baltikum ausgiebig geübt, und von verwegenen Einsatzkräften seit Dezember letzten Jahres in die Tat umgesetzt:
http://www.faz.net/aktuell/pol…dArticle=true#pageIndex_2
"... Besonders wichtig ist eine Rede des russischen Generalstabschefs Walerij Gerassimow Ende Januar 2013. ...
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„Die Regeln des Krieges haben sich verändert“, sagte er. Politische Ziele seien nicht mehr allein mit konventioneller Feuerkraft zu erreichen, sondern durch den „breit gestreuten Einsatz von Desinformationen, von politischen, ökonomischen, humanitären und anderen nichtmilitärischen Maßnahmen, die in Verbindung mit dem Protestpotential der Bevölkerung zum Einsatz kommen“. Kurz gesagt, plädiert Gerassimow dafür, dass die imperiale Macht Russland sich Methoden von Guerrillakämpfern aneignet. Der russische Begriff dafür ist „nichtlineare Kriegsführung“, die Nato spricht von hybrider, also gemischter Kriegsführung.
Militärische Maßnahmen seien zwar erforderlich, sagte der Generalstabschef weiter, aber sie müssten einen „verdeckten Charakter“ haben: Dazu gehörten Angriffe auf Informationssysteme und der Einsatz von Spezialtruppen. „Friedenserhaltung und Krisenbewältigung – kommt erst zu einem späten Zeitpunkt in Betracht, vor allem, um in einem Konflikt endgültig zu gewinnen“, so Gerassimow. Entscheidend dafür seien „Geschwindigkeit, schnelle Bewegungen, der kluge Einsatz von Fallschirmjägern und das Einkreisen feindlicher Kräfte“, wie es die russischen Truppen schon in Afghanistan praktiziert hätten.
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Der Armeegeneral wies darauf hin, dass 2009 mit Gesetzesänderungen der Einsatz von Truppen außerhalb der russischen Grenzen erleichtert worden sei. Sie ermöglichen nämlich militärische Operationen zum „Schutz von Russen im Ausland“. Moskau rechtfertigte damit im Nachhinein seine Intervention im georgischen Bürgerkrieg. Gerassimow verlangte nun zusätzlich, dass die „Verfahren zum Überschreiten von Staatsgrenzen vereinfacht werden“.
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Unabhängige Fachleute und Nato-Auswerter sind sich darüber einig, dass diese Invasion nur mit professioneller Planung und Vorbereitung möglich war. Ihr Blick fällt vor allem auf ein gigantisches Manöver im September vergangenen Jahres. Es hieß Zapad (Westen) 2013 und fand in der Exklave Kaliningrad, dem einstigen Königsberg, sowie an der russischen Westgrenze zum Baltikum und in Weißrussland statt. Nach offizieller Darstellung wurde die gemeinsame Verteidigung russischer und weißrussischer Einheiten gegen einen Angriff „illegaler bewaffneter Gruppen“ auf Weißrussland geübt. Beide Staaten meldeten 12.900 Soldaten für die Übung an, sie blieb damit knapp unterhalb der Schwelle, von der an westliche Beobachter hätten zugelassen werden müssen. Die Nato beschwerte sich früh darüber, dass das Ausmaß der Übung viel größer gewesen sei – in Wirklichkeit wohl eher 70.000 Soldaten.
Eroberung des gesamten Baltikums war das Ziel
Stephen Blank, langjähriger Professor am US Army War College und einer der besten Kenner des russischen Militärs, schrieb kurz nach der Übung in einer Analyse, dass die „illegalen bewaffneten Gruppen“ gemäß dem Manöverplan aus Litauen stammten. Ihre Aufgabe habe darin bestanden, „in Weißrussland Operationen gegen den Staat durchzuführen und dabei ihren unterdrückten ethnischen Landsleuten zu Hilfe zu eilen“. In Wahrheit gibt es keine litauische Minderheit in Weißrussland. „Jene russischen Einheiten, die gemäß dem Manöverdrehbuch die Angreifer spielten, haben einen Einsatz geübt, wie wir ihn später auf der Krim und heute im Osten der Ukraine erleben“, sagt Blank heute. Und das ist keine Theorie. Denn es handelte sich sogar um dieselben Bataillone.
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Chronologie der Krim-Invasion
Es ist nicht klar, wann Putin entschieden hat, die neue Form der Kriegsführung auf der Krim anzuwenden. Nach amerikanischen Berichten wurde das Weiße Haus erstmals im Dezember 2013 vor einer Invasion der ukrainischen Halbinsel gewarnt. Die Nachrichtendienste hatten beobachtet, wie Spezialkräfte über Monate hinweg in kleinen Gruppen dorthin verlegt worden waren. Sie fanden Unterschlupf in den Einrichtungen der russischen Schwarzmeerflotte, die in Sewastopol und Umgebung stationiert war. Im selben Monat äußerte sich Putin erstmals besorgt über das Schicksal seiner „Landsleute“ auf der Krim. Ein Abgeordneter des Regionalparlaments rief die russischen Streitkräfte zu Hilfe. Im Februar sollte Janukowitsch nach ukrainischen Berichten ein Dokument unterzeichnen, mit dem er Russland formal um militärische Hilfe bat – was der ukrainische Präsident jedoch ablehnte.
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Edit: bevor einer behauptet, der Text von Gerassimow existiert nicht, hier ist er auf Seite 2 rechts:
http://vpk-news.ru/sites/default/files/pdf/VPK_08_476.pdf