Zitat
Original geschrieben von DrSchwob
Wenn nun ein Entladevorgang vorzeitig abgebrochen wird (also zu früh aufgeladen), ist die Kathode nicht vollständig chemisch reduziert worden. Wenn dies öfter stattfindet, bilden sich in der Kathode Bezirke, die nicht mehr "reagieren", da sie quasi nie in die chemischen Prozesse eingebunden wurden, sondern alle Reaktion nur in der Umgebung abliefen.
Moin,
das würde aber bedeuten, dass ein Li Akku einen Memory-Effekt hat.
Hier sind sich allerdings alle Datenblätter einig, dass dem nicht so ist.
Tiefentladung, wann?
Zu meiner Frage, ab wann ein Li Akku als tiefentladen gilt, habe ich inzwischen auch etwas gefunden. Genannt wurden Spannungen zwischen 2,4 V und 2,5 V die nicht unterschritten werden sollten, um den Akku nicht zu schädigen.
Die Handys die ich bisher hatte, schalten zwischen 3,4 V und 3,1 V selbst ab.
Das Siemens S55 z.B. lässt sich dann aber immernoch für ca. 1 Minute einschalten, erst wenn die Spannung unter 3 V gesunken ist, lässt es sich nicht mehr richtig einschalten, die Beleuchtung bleibt aus und es wird "Bitte Akku laden" angezeigt.
Wenn man also nach dem automatischen Ausschalten das Handy nicht noch ein paar Wochen ungeladen liegen lässt, SOLLTE selbst ein "mutwillig mit dem Handy leergepumpter" Akku keinen schaden nehmen, wenn man ihn bald wieder läd.
Über Nacht laden?
Gestützt auf die Aussage, dass man beim Li Akku unnötige Ladevorgänge meiden sollte, kommt man eigentlich zum Schluss, dass das "über Nacht laden" bei eingeschaltetem Gerät auf die Dauer nicht so klasse sein kann.
Meine Beobachtungen zeigen hier, dass der Erhaltungsladestrom (falls vorhanden) zu klein ist um das Handy zu versorgen --> der Akku entläd sich.
Nach vielleicht etwa 2 Stunden sinkt die Spannung zu sehr ab (meist auf etwas in der Gegend von 4,0V) und ein erneuter Ladevorgang mit größerem Strom beginnt. -> unnötiger Ladevorgang -> unnötige Alterung
Bei einem ausgeschaltetem Gerät passiert dies nicht so schnell, allerdings war es bei Ericsson Handys so, dass diese nur eingeschaltet "optimiert laden", wie es bei aktuellen SE Geräten ist, weiß ich allerdings nicht.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das lange Laden vor allem bei mehrzelligen Akkus wichtig (im Handy: NiMH), um die verschiedenen Zellen mit einem geringen Ladestrom (genug zum Laden, zu wenig zum Überladen) auf einen gemeinsamen Ladezustand zu bringen (siehe strassl).
Gruß