Touchscreen & Bedienelemente:


BQ verarbeitet beim M5 ein 5“ großes Touchscreen-Panel mit IPS Technologie. Geschützt wird das Display dabei von Dragontrail-Glas. Die Auflösung (Full-HD – 1080 x 1920 Pixel, 440 ppi) ist für ein 5“ absolut ausreichend. Bei normaler Bedienung sind auch bei genauem Hinsehen keine einzelnen störenden Pixel wahrzunehmen. Zusätzlich zu diesen Features wird das Display von BQ noch mit den Schlagworten „Quantum Color +“ und „NTSC 85%“ beworben – doch was steckt dahinter / was nutzt das dem Nutzer?
Hinter „Quantum Color +“ verbirgt sich eine Technik, die im Grunde genommen ein höheres Farbspektrum verspricht, als man das von „normalen“ LED-Displays kennt. Damit diese Technologie funktionierten kann besitzt das M5 ein Display, welches aus mehreren Schichten „zusammengestellt“ ist: Metallene Hintergrundplatte, LED-Backlight, Polarizer, LCD-Panel, Polarizer und zum Schluss (ganz oben) das Touch-Panel welches aus der Oberflächen-Linse und dem Touch-Sensor besteht. Durch diese Anordnung ist es möglich, dass die Backlight-LEDs die „Farbe“ Weiß aus recht gleichmäßigen Blau-, Grün- und Rotanteilen zusammensetzt. Im Normalfall dominieren hier lediglich Blau und Gelb. Positive Folge von Quantum Color +: Lebendigere und intensivere Farben. Durch die Nutzung der Quantum Color + Technologie erreicht BQ einen Wert von 85% des NTSC-Farbbereiches. Konventionelle TFT-Displays schaffen hier i. d. R. ca. 70%.
Genau genommen also eine ähnliche Strategie, wie sie bereit seit Jahren von Samsung mit den AMOLED-Displays verfolgt wird – hier liegt der Marketing-Schwerpunkt ja ebenfalls auf „intensiveren“ Farben.
Zusammenfassend: Wirklich praktisch nachprüfen kann man das im Alltag natürlich nicht. Was mir aber positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache; dass die Farbwiedergabe des M5 tatsächlich recht real und ausgewogen daher kommt. Leider ist es nicht möglich, die Darstellung im Menü noch individuell anzupassen (klappt bei Samsung beispielsweise). Aber wie gesagt – ich empfinde die Darstellung bereits als sehr gut. Das ist allerdings immer auch etwas Geschmackssache, sodass hier letztendlich der persönliche Eindruck entscheiden muss.
Das M5 verfügt selbstverständlich über eine automatische Regelung der Displayhelligkeit, die in der Praxis auch sehr zuverlässig und schnell reagiert. Auf der maximalen Helligkeitsstufe lässt sich auch tatsächlich bei direkter Sonneneinstrahlung noch ausreichend viel der Darstellung erkennen – das ist heute leider auch nicht unbedingt selbstverständlich.
Eigentlich kann ich mich beim Punkt „Bedienelemente“ immer relativ kurz halten was auch damit zusammen hängt, dass bei den heutigen Smartphones unter Android eigentlich immer ähnliche Element zum Einsatz kommen. Die Innovationsfähigkeit der Hersteller lässt sich hier noch nicht so wirklich erkennen…
Wie bereits oben kurz angesprochen, verfügt das M5 sowohl über Sensor-Tasten als auch über eine integrierte Software-Lösung; um die Nav-Bar in der „Fußzeile“ des Displays darstellen zu können. Positiv finde ich auf jeden Fall die Wahlmöglichkeit – doch leider ist sie genauso „unsinnig“. Da die Sensortasten sowieso dauerhaft vorhanden (und auch sichtbar!) sind, bringt die eingeblendete Nav-Bar mit Ausnahme einer etwas erleichterten Bedienung (Wege der Finger nicht so lange) eigentlich nichts. Dazu kommt, dass sich der sichtbare Displayinhalt noch etwas verringert. Um die „Nav-Bar“-Thematik zu beenden, zum Abschluss noch ein positiver Punkt: Die Sensortasten sind beleuchtet und diese Beleuchtung kann natürlich vom Nutzer über das Menü separat angewählt werden.
Die seitlichen Buttons rechts (Power sowie Lautstärke) verfügen über einen angenehmen Druckpunkt und sind dank der unterschiedlichen Größe und der ausreichend dimensionierten Trennung auch klar zu differenzieren.
Auch Softwarelösungen hat BQ im M5 implementiert: Wer keine Lust hat, das Gerät „normal“ über den Power-Button zu entsperren hat auch die Möglichkeiten, die „Doppeltipp“-Funktion zu nutzen. Diese entsperrt und sperrt das Display mittels einfachem „Doppeltipp“ auf eben dieses. Leider verfügt das Gerät sonst über keine weiteren Funktionen was die Gestensteuerung anbelangt. Das könnte aber daran liegen, dass BQ weiterhin die „eigene“ Software-Oberfläche so schlank wie möglich halten möchte. Dennoch könnte man mal über ein paar individuelle Features diesbezüglich nachdenken…


Menü:

Beim Menü hat sich auch unter Android Lollipop nicht wirklich viel geändert bei BQ. Das ist mir (leider) bereits beim E5 LTE aufgefallen. Mit dem Standard-Menü wirkt das Gerät zwar durchaus „aufgeräumt“ und sehr „nüchtern“ – doch andererseits ist genau das auch wieder ein Nachteil: Anwendungen können nämlich innerhalb des Menüs weder individuell sortiert, noch in Ordner verschoben werden. Wer das möchte, müsste – theoretisch – seine gesamten Apps als „Shortcut“ auf die Homescreens ziehen. Dort lassen sich dann nämlich genau diese Funktionen ausführen. Das ist durchaus sehr schade; immerhin integriert BQ noch das „normale“ Menü und setzt nicht – wie zahlreiche andere Hersteller – nur noch auf eine reine Homescreen-Verwaltung. Ich habe ja immer noch die Hoffnung, dass BQ eventuell später via Software-Update noch diverse Möglichkeiten der Individualisierung nachliefert. Dann könnte es aber vielleicht auch schon zu spät sein – immerhin ist das Menü eines der wichtigsten (da zentralen) Features eines Smartphones. Darüber denkt man zwar im Alltag nicht nach, doch der erste Blick entscheidet ja meist schon…
Eine Möglichkeit die natürlich noch vorhanden ist: Man installiert einfach manuell einen eigenen App-Drawer nach. Hier kann man sich dann wirklich nach den eigenen Wünschen richten und die dementsprechende Anwendung auswählen und konfigurieren. Android-Neulinge werden sich hier sicherlich erstmal einlesen müssen – doch prinzipiell ist das natürlich kein Hexenwerk.
Ansonsten ist das Menü des Aquaris M5 sehr logisch aufgebaut, klar strukturiert und auch was die Bedienung angeht leistet sich das Gerät keine negativen Auffälligkeiten. Das Switchen im Menü geht sehr klar und butterweich von der Hand. Ab Lollipop ist das Menü übrigens standardmäßig in Weiß dargestellt – man kann das zwar tiefer im Menü via „Farbumkehrung“ anpassen; optimal ist das allerdings nicht. Hier wären ein paar ab Werk vorinstallierten Themes noch schön gewesen. Aber man kann ja nicht alles haben…
Kamera:


BQ stattet das M5 mit einer 13 Megapixel Kamera aus dem Hause „Sony“ aus. Die konkrete Bezeichnung des Moduls lautet „IMX214“ – versierten Smartphone-Nutzern dürfte spätestens jetzt klar sein, dass zumindest die Hardware schon mal vielversprechend ist. Immerhin kam bzw. kommt das Modul in extrem vielen Geräten zum Einsatz – unter anderem auch im Find 7a (mein ehemaliges privat genutztes Smartphone). Hier wurde anschaulich unter Beweis gestellt, dass die Hardware sehr potent und qualitativ hochwertig ist. Das Kameramodul besteht aus einer Kombination von 5 Linsen (Linsengröße: 1/3,06“) und besitzt eine Blende von f/2.0. Den dem Autofokus steht der Kamera noch ein Dual-LED Blitz beiseite. Dieser ist zwar nicht als „Dual-Tone“ ausgeführt (verfügt also „nur“ über einfarbige LEDs), dennoch erstaunte mich die Leuchtkraft der beiden LEDs im Test: Es war ohne weiteres möglich auch im Außenbereich Schnappschüsse aufzunehmen, auf welchen man in gut 5 Metern Entfernung noch ausreichend viel erkennen konnte. Klar, die Ausleuchtung lässt auf diese Entfernung dann zu wünschen übrig – dennoch ein sehr guter Wert. Schießt man dann Fotos im Nahbereich bzw. in geschlossenen Räumen befindet sich auch die Ausleuchtung auf einem ordentlichen Niveau.
BQ verwendet beim Aquaris M5 erstmals ein komplett selbst entwickeltes und designtes Kamera-Interface. Das hat – im Vergleich zum E5 LTE – nicht nur optische eine Überarbeitung spendiert bekommen; auch in Sachen Bedienung und Funktionsumfang wurde verbessert. Gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass sich die Einstellungen erst mittels „Wischgeste“ vom Auslöser in die Mitte des Displays hin öffnen – und auch nur so wieder geschlossen werden können, sofern man das automatische Schließen nicht abwarten möchte/kann. Alternativ werden die Schnelleinstellungen auch über den „Einstellungen“ – Button in der linken unteren Ecke geöffnet – das klappt aber nur, wenn man das Gerät mit beiden Händen bedient.
Doch was hat die Software genau zu bieten?
Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera im Detail:
- - Wechsel zwischen Panorama, Foto, Video, Zeitlupe und Timelapse
- - Regelung der Helligkeit
- - Wechsel zwischen Haupt- und Frontkamera
- - Messmodus: Zentriert, Punkt, Matrix
- - ISO: Auto, 100, 200, 400, 800, 1600
- - Weißabgleich: Automatisch, Glühbirne, Neonlicht, Tageslicht, Bewölkt
- - Farben umkehren
- - HDR-Modus: Ein / Aus
- - Raster: Deaktiviert, 1:1, Drittel-Regel
- - Timer: Aus, 2 Sekunden, 10 Sekunden
- - Blitz: Automatisch, Aus, Ein, Rote-Augen-Reduktion
- - Größe der Vorschau: Vollbildmodus, 4:3
- ¬ Bildgröße: 13 Megapixel, 8 Megapixel, 5 Megapixel, 2 Megapixel
- - Bildqualität: Sehr fein, fein, normal
- - Gesichtserkennung: Ein / Aus
- - Zero-Shutter-lag: Ein / Aus
- - Funktionstasten Volumen: Zoom, Foto machen, Volumen
- - Bildstabilisierung Videomodus: Ein / Aus
- - Videodauer: 30 Sekunden, 10 Minuten, 30 Minuten
- - Auslöserton Kamera: Ein / Aus
- - Piepton bei Countdown: Ein / Aus
- - Standort speichern: Ein / Aus
- - Speicherort: Telefon / Speicherkarte
- - Videoqualität: 720 x 480 Pixel, 1280 x 720 Pixel, 1920 x 1080 Pixel
- - Mikrofon: Ein / Aus
- - LED Leuchte: Ein / Aus
- - Gitterlinien: Ein / Aus
- - Standardeinstellungen wiederherstellen
Man sieht also, dass durchaus eine beträchtliche Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten vorhanden ist. Davon sind auch tatsächlich so gut wie alle in der Praxis nützlich und nicht völlig sinnlos. Einzig ein separater Makro-Modus fehlt mir noch. Prinzipiell arbeitet zwar der Autofokus auch recht gut; doch speziell im Nahbereich kommt man hier schnell an Grenzen.
Was die allgemeine Qualität der Kamera angeht, bin ich positiv angetan. Beim E5 LTE war es noch so, dass die Bilder teilweise recht grobkörnig und leicht unscharf wirken – speziell, wenn man sie später auf größeren Bildschirmen betrachtet hat (auf dem Smartphone selbst fällt das meist nicht direkt auf). Das M5 allerdings setzt sich hier positiv ab: Der Autofokus arbeitet recht schnell und zuverlässig und selbst im Automatik-Modus gelingen Bilder meist auf Anhieb. Hält der Nutzer dauerhaft den Auslöser im Kamera-Modus gedrückt, nimmt das M5 im Übrigen auch Serienbilder auf – selbst hier gibt’s absolut gar nichts an der Qualität zu bemängeln. Die Leistung der beiden LEDs habe ich ja weiter oben schon positiv erwähnt.
Auch bei den Videos kann das Aquaris M5 überzeugen: Die maximale Auflösung der Filme liegt zwar bei „normalen“ 1920 x 1080 Pixel (Full HD), reicht heute jedoch immer noch dicke aus. Dazu zeichnet das Gerät die Audio-Spuren Stereo und im mp4a-Format auf (48.000 Hz). Was sich erst mal sehr technisch anhört, spricht im wahrsten Sinne des Wortes Bände in der Praxis: Der Sound ist sehr natürlich und klar, weist Höhen und Tiefen aus und liegt auch was die Lautstärke angeht recht gut. Der Autofokus kann selbstverständlich während dem Drehen von Videos neu fokussieren und dementsprechend auf sich ändernde Verhältnisse reagieren. Vor dem Filmen lässt sich die LED als kleines Hilfs-Licht noch zuschalten.
Einen eigenen Eindruck der Kamera des Aquaris M5 könnt Ihr Euch wie immer am Ende dieses Testberichts machen. Die Bilder sind alle auf facebook.de/handyinsider verlinkt oder können alternativ auch via Link (siehe Ende des Berichts) heruntergeladen werden.
Akku, Sprachqualität & Empfang:

Wir beginnen beim Akku des M5: BQ spendiert dem Gerät einen fest verbauten Li-Polymer Akku mit einer Kapazität von 3.120 mAh. Das hört sich in der Theorie erstmal verdammt viel an – in der Praxis macht sich aber recht schnell deutlich, dass das M5 diesen „Powerspeicher“ auch bitter nötig hat. Während des Testbetriebes war es mir so gut wie immer möglich, das Gerät täglich bis auf 0% zu fahren. Beachtlich wenn man bedenkt, wie gut sich parallel noch mein Find 7a geschlagen hatte – hier waren am Ende des Tages noch ca. 20% Restkapazität vorhanden (bei kleinerem Akku!).
Woran dieser Umstand genau liegt kann ich leider nicht ausmachen, zumal sich die Nutzung wirklich kaum von der Nutzung des Find 7a unterscheidet. Die Displayhelligkeit steht auf „automatisch“, Push-Empfang bei Mails ist aktiviert und täglich wird natürlich gesurft sowie telefoniert. Was mir allerdings aufgefallen ist: Die Empfangsanzeige des Geräts reagiert recht „schnell“ und „spontan“. Wenn der Empfang tatsächlich so instabil ist, wie das bei der visuellen Darstellung der Fall ist; könnte das den erhöhten Stromverbrauch durchaus erklären.
Der absolut größte Nachteil sitzt allerdings nicht direkt beim Akku, sondern bei dessen Ladetechnologie: Die meisten neuen Geräte (zumindest die Flaggschiffe der Hersteller) unterstützen heut zu tage eine Schnellladetechnologie. Nur das M5 leider nicht. Folge: Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis der Akku wieder auf seinen 100% angekommen ist. Eine Laufzeit von einem Tag ist heute kein wirklicher Negativpunkt mehr (kaum ein Hersteller schafft mit Flaggschiffen hier mehr, sofern man die Akkurelation beachtet); doch eine fehlende Schnellladefunktion ist dann absolut nicht mehr zu entschuldigen.
Bei der Sprachqualität kann das M5 hingegen wieder etwas Boden gutmachen: Der Gesprächspartner kommt sowohl bei Telefonaten innerhalb von Mobilfunknetzen als auch zum Festnetz sehr natürlich rüber. Dazu kommt, dass die maximale Lautstärke sowohl über die Hörmuschel auf der Front, als auch über den Lautsprecher an der Unterseite des M5 mehr als ausreichend ist. Im Freisprechmodus macht es sogar richtig Spaß zu telefonieren, denn man versteht sein Gegenüber eigentlich immer ohne Probleme – auch, wenn es in der Umgebung mal etwas lauter wird.
Zum Empfang habe ich ja bereits weiter oben kurz etwas gesagt. Den sprunghaften Wechsel der Empfangsanzeige konnte ich nahezu während des gesamten Testbetriebs beobachten. Es kam zwar zu keinen Verbindungsabbrüchen, dennoch nervt diese sensible Darstellung im alltäglichen Gebrauch. Nun ja – solange der praktische Nutzen davon nicht beeinträchtigt wird, lasse ich das mal als kleineren „Fehler“ durchgehen. Evtl. kann man hier via Update noch nachbessern (natürlich nur, wenn die jetzigen sprunghaften Änderungen nicht auch praktisch so vorhanden sind – alles andere wäre ja Manipulation).