Fazit:
Im Grunde genommen hinterlässt das Wiko Highway Pure einen zwiespältigen Eindruck, wobei sich das jetzt vielleicht eher negativer anhört, als es letztendlich tatsächlich gemeint ist. Fakt ist, dass das Gerät mit den technischen Daten eigentlich eher im Einsteiger-Segment platziert werden muss / sollte – speziell wenn man die Geräte anderer Hersteller mit in den Vergleich einbezieht. Betrachtet man sich dann aber isoliert den Preis des Highway Pure, legt dieser eher die Platzierung im Mittelklasse-Segment nahe. Dafür spricht auch ganz klar das Design bzw. die Verarbeitung des Highway Pure.
Mit Spezifikationen wie einem HD-Display oder einer 8 Megapixel alleine lockt man heut zu tage keinen mehr hinter dem Ofen hervor, auf die Kleinigkeiten kommt es an. Diese müssen dann allerdings auch auf den Markt getragen werden, damit der potenzielle Käufer sie auch kennt und entsprechend beurteilen kann. Zu den „Kleinigkeiten“ gehört für mich wie gesagt das Design und die Verarbeitung des Highway Pure: Die Vorder- und die Rückseite bestehen aus einer Glasoberfläche, die 8 Megapixel Kamera wurde absolut bündig im Gehäuse „versenkt“ und optisch mit Hilfe eines silberfarbenen Kamerarings etwas hervorgehoben. Das Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar; wobei dies teilweise auch stark vom Betrachtungswinkel abhängig ist. Den Trumpf spielt das Gerät aber – genau wie das Ridge 4G – in Sachen Audio-Performance aus: Nicht nur bei der Wiedergabe über das mitgelieferte (sehr hochwertige) In-Ear Headset punktet das Highway Pure durch kraftvolle und gut klingende Akustik. Auch der rückseitige Lautsprecher kann – trotz der geringen Gerätedicke – durch eine recht ausgewogene und bei Bedarf sehr laute Wiedergabe überzeugen. Die mitgelieferte Schutzhülle erfüllt damit nicht nur ihren eigentlichen Zweck (= Schutz des Smartphones), sondern verschafft dem Lautsprecher auch noch etwas „Luft“, sofern man das Gerät mit der Rückseite irgendwo auflegt, denn: Ohne Hülle schließt der Lautsprecher absolut bündig ab, sodass man eine extreme Minimierung der Lautstärke hinnehmen muss.
Kurzum: Das Wiko Highway Pure überzeugt durch kleine, aber feine Unterschiede; die so bei anderen Herstellern zwar vereinzelt auch zu finden sind; aber eben nicht in einem Gerät. Da mir die Highend-Geräte heut zu tage auch langsam zu groß und zu schwer werden, warte ich ja immer noch auf ein höherklassiges Gerät im „Taschenbuch-Format“. Das Highway Pure ist schon mal ein guter Baustein in diese Richtung…
Vorteile:
- - Das Gerät ist mit 5,1 mm nicht nur auf dem Datenblatt das dünnste LTE-Smartphone in Deutschland – es fühlt sich auch praktisch so an; trotz montierter (mitgelieferter) Schutzhülle
- - Das Design in Kombination mit den Abmessungen ist hervorragend gelungen! Eine Kamera die nicht über das Gehäuse hinaussteht und optisch dennoch auffällt bekommt nicht jeder hin. Dazu kommt:
- - die hochwertige Anmutung und Verarbeitung. Beidseitig mit Glas-Oberflächen versehen wirkt das Gerät edel, was allerdings ohne die Nutzung der Schutzhülle recht schnell zu Verschmutzung bzgl. im schlimmsten Fall zu Kratzern o. ä. führen könnte
- - Im Verhältnis zur Größe des Smartphones hat Wiko einen sehr kraftvollen und lauten Lautsprecher im Highway Pure verbaut. Leider fehlt auch hier ein Abstandshalter (der deutlich zu Lasten des Designs / der Handhabung gegangen wäre, daher in diesem Fall zu verzeihen). Abhilfe: Gerät umgekehrt aufs Display drehen und Schutzhülle montieren.
- - Überragende Audio-Performance (ähnlich Wiko Ridge 4G), qualitativ hochwertiges Headset bereits im Lieferumfang enthalten
- - Menügestaltung: Klar, ein Smartphone ohne App-Drawer mag nicht jedermanns Sache sein – mir persönlich gefällt allerdings der neue “Wiko-Style” recht gut. Und da kürzlich mit dem Rainbow Lite ein Einsteiger-Gerät mit Android Lollipop samt neuer UI vorgestellt wurde, wächst die Hoffnung auf ein Lollipop-Update auch beim Highway Pure
Nachteile:
- - Fest verbauter Akku – schade, man kommt zwar locker über den Tag – dennoch bin ich immer noch ein Verfechter der Freiheit in Sachen Akkuwechsel

- - Kein Speicherkartenslot. Und hier liegt das viel größere Problem, den 16 GB interner Speicher, von denen der Nutzer ab Werk “nur” ca. 12 GB beschreiben (sprich: nutzen) kann, sind heute einfach zu wenig. Da zieht auch das Argument von wegen „ich lad mir das in die Cloud!“ nicht – denn die Cloud bringt mir im Falle von keinem/schlechten Empfang recht wenig. Den internen Speicher hätte man bei Verzicht auf eine Erweiterungsmöglichkeit mit mind. 32 GB doppelt so groß bemessen müssen.
- - Verhältnismäßig “teuer”. Im Vergleich zu anderen Wiko-Phones ist das Gerät – gemessen an den technischen Daten – eher als “hochpreisig” einzustufen. Bezieht man allerdings den Formfaktor und ggf. den Lieferumfang mit ein (Schutzcover), relativiert das den höheren Preis wohl etwas.
- - Wiko äußert sich weiterhin nicht bzgl. künftiger Firmware-Updates. Der Nutzer wird hier alleine im Update-Dschungel stehen gelassen. Etwas mehr Info-Fluss wäre klasse
Mit dem Rainbow Lite wurde zwar zwischenzeitlich ein Gerät mit aktueller UI auf Basis von Android Lollipop vorgestellt – dennoch fehlen offizielle Infos zu anderen, bereits verfügbaren Smartphones.