Touchscreen & Bedienelemente:

Wie eingangs bereits kurz erwähnt, stattet Wiko das Birdy mit einem 4,5“ TFT-Touchscreen aus. Mir persönlich ist die Größe immer noch sehr sympathisch, denn die Geräte mit solchen Display-Diagonalen sind meistens auch im Ganzen noch recht kompakt und spielen auch gewichtsmäßig in einer angenehmen Liga. Genau diesen Eindruck vermittelt auch das Birdy, wobei hier durchaus noch ein etwas größerer Screen im Gehäuse Platz gehabt hätte: Sowohl seitlich als auch an der Ober- und Unterseite sind noch reichlich Platz vorhanden. Doch ein größeres Display hätte wiederrum eine höhere Auflösung und dadurch unter Umständen auch einen andere Prozessor samt Akku erfordert, womit man letztendlich die Abmessungen doch gesprengt hätte.
Fakt ist: Das Birdy mit seinem 4,5“ Touchscreen ist trotz der nicht mehr wirklich zeitgemäßen Auflösung von 480x854 Pixel noch ausreichend; auch hier sollte man einfach wieder die Zielgruppe des Geräts und den preislichen Rahmen im Auge haben. Für die Aufgaben bzw. Anwendungen, die man mit dem Gerät ausführen möchte bzw. kann, reicht die Auflösung aus. Bei der normalen Bedienung erkennt man auch bei genauem und näherem Hinsehen keine störenden Pixel-Fragmente (mal ganz davon abgesehen, dass man das Display sowieso nie direkt vor die Nase hält…). Das Birdy verfügt zur Regelung der Displayhelligkeit über einen Sensor. Dieser funktionierte im Alltagsbetrieb sehr zuverlässig. Bei Bedarf lässt sich die Helligkeit natürlich auch manuell auf einen bestimmten Wert fixieren. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann man zwar noch Inhalte auf dem Display erkennen, wirklich „Spaß“ macht das dann aber nicht mehr. Dies ist allerdings kein Problem mit dem das Birdy alleine dasteht – im Gegenteil: Recht viele Smartphones – egal von welchem Preissegment wir sprechen – haben das Problem, dass die Helligkeit gerade bei starkem Sonnenlicht nicht wirklich berauschend ist.
Das mag einerseits an der Displaytechnik, andererseits aber mit Sicherheit auch etwas den Energiespar-Gedanken der Entwickler geschuldet sein. Denn die logische Rechnung lautet je höher die Displayhelligkeit, desto mehr Energie wird verbraten. Wie gesagt – die Helligkeit ist ausreichend, sodass man noch gut etwas auf dem Display erkennen kann.

In Sachen Bedienelemente konzentriert sich beim Birdy natürlich auch fast alles auf das Display, denn darüber wird der Großteil der Bedienung abgewickelt. Während der Nutzung kam es ab und an mal vor, dass speziell im seitlichen Randbereich etwas genauer bzw. gefühlt auch stärker getippt werden musste, damit das Gerät die Eingaben erkennt und akzeptiert. Zudem verfärbt sich das Display, sobald man etwas stärker auf die Scheibe drückt. Zugegeben: Dafür muss man schon so stark drücken, dass dies im Alltag nicht vorkommen wird, doch immerhin ist das der Beweis dafür, dass Wiko beim Birdy offenbar nicht auf Gorilla Glass setzt. Schade (ich hab den Gorilla mittlerweile echt liebgewonnen
), jedoch wohl auch eine Frage des Preises. Die weiterführende Bedienung des Birdy läuft über die drei Sensortasten unterhalb des Displays. Diese sind zwar beleuchtet, jedoch lässt sich die Beleuchtung immer noch nicht individuell vom Nutzer festlegen. In der Praxis bedeutet das, dass der Nutzer im Dunkeln die Tasten immer erst suchen muss – nachdem man sie dann gefunden hat, geht die Beleuchtung an: Für ganze 5 Sekunden. Das ist irgendwie auch nicht Sinn der Sache und gehört unbedingt gefixt; denn wenn ich keine Regelung vornehmen kann lasse ich die Beleuchtung entweder weg, oder aktiviere sie dauerhaft. Dem Akku dürfte dieser zusätzliche Verbrauer keine nennenswerten Schwierigkeiten bereiten.
Menü:

Weiter geht’s beim Menü: Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass Wiko auch beim Birdy wieder recht wenig Hand an die Software angelegt hat – und das meine ich keinesfalls ironisch. Entweder man geht solche Geschichten „richtig“ an wie das beispielsweise bei Samsungs „TouchWiz“ oder der „Sense“-Oberfläche von HTC der Fall ist, oder man lässt es bleiben und liefert dem Nutzer „Vanilla Android“; also die Software ohne große Abänderungen. Und für den letzten Weg entscheidet sich Wiko hier. Ab Werk kommt das Gerät daher mit allen nötigen Anwendungen und Funktionen daher, die man als Nutzer standardmäßig auch benötigt (Dateimanager, Kalender, Video- und Musikplayer, …). Ein weiterer Vorteil dieses „reinen“ Systems ist die Tatsache, dass das Gerät – zumindest theoretisch – sehr flott mit den neusten Android-Updates versorgt werden könnte. Fraglich ist nur, ob Wiko diese Taktik auch tatsächlich fahren wird und wenn, ob das dann auch für die Geräte im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment gilt.
Doch wie es immer ist im Leben, gibt es bei Sonnenschein auch irgendwo gezwungenermaßen Schattenseiten. In diesem Fall bezieht sich das auf wirklich kleine schattige Flecken, namentlich genannt zum Beispiel ein Menü, das nicht individuell eingerichtet werden kann (Ordner, Sortierung, etc.). Hier hat der Nutzer im Nachhinein natürlich noch die Möglichkeit, einfach einen zusätzlichen Launcher aus dem PlayStore zu installieren. Ich finde solche „Umwege“ zwar – speziell für weniger bewanderte Nutzer – nicht ganz optimal, immerhin hat man hier aber seine Freiheiten.
Was die weitere Navigation innerhalb des Menüs angeht kann ich erfreulicherweise das Fazit ziehen, dass hier alles sehr einfach und verständlich gehalten ist. Die tieferen Menüebenen sind auch alle recht gut aufgeräumt und die Navigation selbst gestaltet sich flüssig und ohne allzu lange Ladezeiten oder Denkpausen.
Kamera:

Bei der Kamera setzt Wiko auf einen 5 Megapixel Sensor mit Autofokus, der zudem von einer kleinen LED Leuchte bei schlechten Lichtverhältnissen unterstützt wird. Auch hier zeigt sich also, dass man mehr Wert auf ein gut ausgestattetes Allround-Paket legt, als in einem bestimmten Bereich den Top-Score abzuräumen. Die Kamera selbst kann bei ausreichend guten Lichtverhältnissen auch recht ansehnliche Bilder machen. Bei schlechteren Lichtverhältnissen oder in komplett dunkler Umgebung hingegen schleicht sich schnell Bildrauschen ins Blickfeld. Die LED kann in naher Umgebung ausreichend Licht produzieren um die fotografierten Objekte kenntlich zu machen, jedoch sollte man sich hier keine allzu großen Wunder erwarten, denn eine ausreichende und vor allem gleichmäßige bzw. natürliche Belichtung sieht eben doch etwas anders aus. Dies trifft vor allem auch auf den Videomodus zu. Die LED lässt sich hier zwar dauerhaft aktivieren, Bäume entwurzeln kann diese aber nicht.
Erfreulich hingegen ist die Tatsache, dass Wiko im Bereich der Kamera-Software wohl Hand angelegt hat. Die Bedienung im Kamera-Menü selbst gefällt mir deutlich besser und geht vor allem schneller von der Hand, als das noch beim Highway 4G der Fall war (auch wenn das Gerät hardwaretechnisch dem Birdy überlegen ist – Software-Optimierung zeichnet sich eben doch aus…). Viele der Kamera-Einstellungen lassen sich direkt aus dem Sucher erreichen, ohne dass man sich durch lange Menüeinträge quälen muss. Dazu kommt, dass nicht nur die Performance ordentlich ist; auch die Funktionen können sich für ein Lowend- bzw. Midrange-Gerät doch sehen lassen. Szenen-Modi sind ebenso integriert wie ein HDR-Modus, der auch noch recht schnell auslöst (= geringe Wartezeit beim Zusammenführen bzw. dem Speichern der Bilder).

Die allgemeinen Einstellungsmöglichkeiten des Birdy 4G im Kameramodus:
- - Zum Normalmodus wechseln
- - Live-Fotomodus
- - Beauty-Modus
- - Panorama-Modus
- - Galerie-Shortcut
- - Video-Auslöser
- - Foto-Auslöser
Die Einstellungsmöglichkeiten im Foto-Modus:
- - GPS-Standort: Ein / Aus
- - Belichtung: Wahlmöglichkeit von Stufe 0 bis Stufe +3
- ¬- Farbeffekt: Keine, Mono, Sepia, Negativ, Aqua, Tafel, Whiteboard
- - Szenenmodus: Automatisch, Normal, Nachtaufnahme, Sonnenuntergang, Party, Portrait, Landschaft, Nachtportrait
- - Weißabgleich: Automatisch, Tageslicht, Glühlampenlicht, Neonlicht, Bewölkt, Dämmerung, Schatten, Neonlicht (warm)
- - Bildeigenschaften: Schärfe, Farbton, Sättigung, Helligkeit, Kontrast
- - Anti-Flimmern: Auto, Aus, 50 Hz, 60 Hz
- - ZSD (Zero shutter delay“: Ein / Aus
- - Gesichtserkennung: Ein / Aus
- - Lächeln-Foto: Ein / Aus
- - HDR: Ein / Aus
- - Selbstauslöser: Aus, 2 Sek., 10 Sek.
- - Serienaufnahme: 40 Aufnahmen, 99 Aufnahmen
- - Bildgröße: QVGA, VGA, 1 Megapixel, 1,3 Megapixel, 2 Megapixel, 3 Megapixel, 5 Megapixel
- - Vorschaugröße: Vollbild, Standard (3:4)
- - ISO: Auto, 100, 200,400, 800, 1600
- - Gesichtsschönheit: Standard

Die Einstellungsmöglichkeiten im Videomodus:
- - EBS (Elektronischer Bildstabilisator): Ein / Aus
- - Mikrofon: Ein / Aus
- - Audiomodus: Normal, Treffen
- - Zeitrafferintervall: Aus, 1 Sekunde, 1,5 Sekunden, 2 Sekunden, 2,5 Sekunden, 3 Sekunden, 5 Sekunden, 10 Sekunden
- - Videoqualität: Niedrig, mittel, hoch, fein
Wie man sieht, hat Wiko in Sachen Software hier ordentlich vorgelegt. Wenn dieser Umfang gepaart mit der einfachen und schnellen Bedienung im Kameramodus bei den zukünftigen Modellen beibehalten werden kann, bin ich für die Zukunft sehr optimistisch, klasse!
Eine eigene Meinung zu den Kamera-Qualitäten des Wiko Birdy 4G könnt ihr euch wie gewohnt am Ende des Testberichts mit Hilfe der dort verlinkten Dateien machen. Mehr Bilder findet ihr außerdem auch auf http://www.facebook.com/handyinsider .
Bedienung:

Eigentlich müsste das Birdy beim Unterpunkt „Bedienung“ ja richtig abräumen – immerhin hat es mit der 4,5“ Display-Diagonale und Abmessungen von 132 x 67 x 9,6 mm bei einem Gewicht von 141 Gramm eigentlich die optimalen Voraussetzungen dafür. Und genau so ist es auch. Das Birdy liegt bei der normalen Bedienung, als auch beispielsweise im Kameramodus (Querformat) richtig schön angenehm in der Hand. Dank den kompakten Abmessungen lässt sich das Smartphone bequem ohne weitere Umstände mit nur einer Hand bedienen (dürfte auch bei Menschen mit kleineren Händen kein Problem sein). Neben der Erleichterung der Bedienung sind diese Umstände auch in Sachen Schutz vor möglichen Sturz-Schäden nicht komplett außer Acht zu lassen, denn: Ein Gerät dass man bequem und ohne Umstände bedienen kann, liegt in der Regel auch recht sicher in den Händen und ist so vor möglichen Schäden geschützt. Das ist beim Birdy umso wichtiger, denn das Display ist hier nicht durch einen hervorstehenden seitlichen Überstand oder ähnliche Konstruktionen geschützt. Allerdings sollte das Display aufgrund der Tatsache, dass kein Gorilla Glass (bzw. alternativ Dragontail etc. pp.) zum Einsatz kommt – so ist zumindest das Display selbst weiter bedienbar.
In Sachen Software habe ich den Großteil eigentlich bereits unter dem Punkt „Menü“ erwähnt: Die Bedienung geht im normalen Menü und bei normalen Anwendungen wie den Media-Playern (Musik und Video) sowie auch in der Galerie sehr flott von statten. In der Galerie werden Videos zum Beispiel sogar animiert als Vorschau-Bildchen dargestellt. Etwas – aber wirklich nur etwas – schlechter sieht die Performance des Geräts beim Gaming aus. Gut – jetzt werden sicherlich einige hier denken „is ja auch kein hardcore Gaming-Phone mensch!“ – und damit habt Ihr auch Recht, liebe Leser. Doch ab und an ein Game wird mit Sicherheit jeder einmal auf dem Smartphone gezockt haben. Und genau hier geht dem Gerät bei detailreichen Anwendungen doch irgendwann die Puste aus. Ggf. sollten Personen die doch häufiger am Zocken sind das Phone vorher testen (sofern möglich), oder aber eine Preisklasse höher in den Wiko-Regalen schauen. Dank des mittlerweile recht breiten Produktsortiments sollte man hier keine Schwierigkeiten haben, einen weiteren potenziellen Kandidaten zu finden
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