


Also ein kleiner Tipp in Richtung Alcatel an dieser Stelle: Überarbeitet das User-Interface nochmal etwas. Auch hier stimmt die Grundrichtung, jetzt geht es daran diese Richtung zu verfeinern und der Community anzupassen. Der Vorteil an dieser Geschichte ist ganz klar die Tatsache, dass sich sämtliche der oben aufgezählten „Probleme“ per Software-Update beheben lassen könnten. Leider scheint Alcatel in Sachen Update noch nicht so flott unterwegs zu sein (auch wenn ich mein Mini direkt nach dem Auspacken erstmal mit einem 870 MB großen update versorgen durfte
).
Was gibt es sonst noch zum Menü zu sagen? Im direkten Vergleich zum Samsung Galaxy S II (welches auch mit einem Dual-Core Prozessor und einem nahezu gleichen Display arbeitet) ruckelt das Idol Mini doch ab und an – selbst bei der Bedienung in normalen Untermenüs. Auch hier scheint noch Luft nach oben zu sein. Übrigens: Alcatel bepackt das Idol Mini ab Werk mit einer extremen (!) Menge an vorinstallierten Apps. Darunter sind ab und an mal ganz nützliche Dinge (Virenscanner, Taschenlampen-App), doch irgendwelche Spiele-Demos oder Facebook-Widgets benötige ich sicher nicht bereits ab Werk auf einem Gerät. Diese lade ich mir doch ganz gerne bei Bedarf selbst auf das Handy, zumal diese sich dann auch wieder ohne Probleme entfernen lassen. Das ist leider bei einem Teil der vorinstallierten Apps nicht der Fall.
Kamera:

Das Idol Mini wurde von Alcatel mit einer 5 Megapixel Kamera samt Autofokus und LED-Leuchte bepackt. Die Kamera dient beim Idol Mini als zusätzliches kleines Design-Merkmal; was durch die herausstehende Linse bzw. das herausstehende Kameramodul im Ganzen deutlich wird. Es kann sich hier nicht nur um eine technische Notwendigkeit gehandelt haben, dafür passt das Modul zu gut ins Gesamtbild. Doch auch wenn es sich hier um eine designtechnische Maßnahme handelt muss man deren Sinn zumindest in Frage stellen, denn die eigentliche Linse ist zwar von einer Scheibe geschützt – diese schließt allerdings bündig mit dem gesamten Modul ab und läuft deshalb prinzipiell Gefahr, irgendwann zu verkratzen. Das muss in der Praxis allerdings die Zeit zeigen.
Kommen wir zur eigentlichen Kamera: Nachdem diese über das Menü gestartet wurde dauert es ca. eine Sekunde, bis der Nutzer loslegen kann. Ein sehr guter Wert der das Aufnehmen von Schnappschüssen definitiv erleichtern wird. Das Kamera-Interface ist beim Idol Mini sehr spartanisch gehalten: Hat man bei Samsung (beispielsweise) etliche Einstellungen wie ISO-Wert, Belichtung, etc. pp. zur Wahl, kann der Nutzer beim Idol Mini nur die wichtigsten Funktionen beeinflussen:
- - Wechsel zwischen Haupt- und Frontkamera
- - LED-Leuchte: Ein, Automatisch, Aus
- - Wechsel zwischen Foto- und Videomodus
- - HDR: Ein / Aus
- - Panorama: Ein / Aus
- - Nacht: Ein / Aus
- - Vollbild: Ein / Aus (entfernt die schwarzen Ränder hinter den Einstellungsmöglichkeiten im Sucher-Modus – keine Auswirkungen auf das Foto bzw. das Video)
- - Berühren – aufnehmen: Ein / Aus (nachdem der Nutzer das Bild fokussiert hat, wird automatisch das Bild aufgenommen)
- - Auslöserton: Ein / Aus
- - Bildgröße: Groß / Mittel / Klein (2560x1440/2048x1152/1280x720 Pixel)
- - Timer: 3 Sek., 5 Sek., 10 Sek., Aus
- - Standard wiederherstellen
Etwas versteckt findet sich die Funktion der Serienbildaufnahme: Diese kann vom Nutzer über die seitliche Lautstärke-Wippe oder über dauerhaftes Betätigen des Auslösers aktiviert werden.
Das war es dann auch schon. Im Videomodus hat der Nutzer zusätzlich zur Regelung der LED-Leuchte und dem Wechsel zwischen den beiden Kameras noch die Möglichkeit, die Videoqualität einzustellen. Leider sind diese drei Qualitätsstufen nur mit „Fein/Hoch/Mittel“ beschrieben, sodass dies dem Nutzer ohne praktischen Test relativ wenig sagen wird. Positiv: Das Idol Mini besitzt einen dauerhaften Fokus, der auch bei Videos aktiv bleibt. Das bedeutet dass während einer Videoaufnahme problemlos zwischen Objekten in der Weite und in der Nähe gewechselt werden kann – der Fokus regelt automatisch nach. Sollte dies mal nicht direkt funktionieren kann der Nutzer mit Hilfe einer Bildschirmberührung aber auch den Fokusbereich festlegen bzw. korrigieren.

Was die tatsächliche, praktische Leistung des Idol Mini in Sachen Foto / Video angeht, habe ich Euch – wie gewohnt – am Ende des Testberichts ein paar Bilder und Videos direkt verlinkt, eine größere Auswahl gibt’s via Download-Link.
Zur Qualität der Kamera: Man sollte generell auch heute noch keine Wunder von den Kameras in Smartphones erwarten (wenn man die aktuelle Lumia-Reihe von Nokia mal außen vor lässt). Bei guten Lichtverhältnissen gelingen die Bilder und Videos des Alcatel One Touch Idol Mini auch in recht guter Qualität. Kritisch wird das Ganze aber bei etwas schlechteren Bedingungen. Das liegt nicht nur daran, dass der Sensor weniger Licht bekommt (was schlechtere Bilder mit hohem Rauschen zur Folge hat), sondern auch daran, dass Alcatel dem Gerät relativ wenig Einstellungsmöglichkeiten (siehe oben) spendiert hat. Ein Weißabgleich fehlt komplett, der Nutzer kann lediglich mit Hilfe der HDR-Funktion zwei Bilder aufnehmen und hoffen, dass eines davon in einer relativ guten Qualität auf den internen Speicher gebannt wird. Weiterer negativer Punkt: Das Gerät verfügt zwar über eine LED-Leuchte, diese ist aber relativ schwach und besitzt daher eine sehr geringe Leuchtweite. Jetzt könnte man ja sagen, dass das dann vielleicht für Makro-Aufnahmen von Vorteil ist, doch leider trifft auch das nicht zu: Hier ist die LED nämlich zu stark und wird dann auch nicht heruntergeregelt. Schade ist im Übrigen die Tatsache, dass die LED Leuchte auch nicht zur Fokussierung der Fotos genutzt wird. Dies hat zur Folge, dass sich der Autofokus in dunklen Umgebungen natürlich sehr schwer tut, überhaupt ein scharfes Foto möglich zu machen.

Noch kurz zu den vom Idol Mini aufgenommenen Videos: Diese gelingen in erstaunlich guter Qualität. Zwar werden die Videos „nur“ im 3GP-Format gespeichert, dennoch genügt die Auflösung mit 1280 x 720 Pixel bei 30 Frames pro Sekunde dem aktuellen Standard. Etwas überrascht hat mich dass der Sound der Videos sehr hochwertig daherkommt – deutlich besser als bei meinem Samsung Galaxy S II.
Über die Endresultate der Kamera könnt Ihr euch wie erwähnt am Ende des Berichts selbst ein Bild machen.
Bedienung:

Ich muss zugeben dass ich einen Großteil in Sachen „Bedienung“ bereits im Unterpunkt „Menü“ mit aufgeführt habe, dennoch habe ich mir einen kleinen Teil für diesen Punkt aufgehoben: Nämlich das praktische Handling mit dem Idol Mini. Meiner Meinung nach ist der Trend zu immer größeren Display-Diagonalen gepaart mit einer Maximierung der Auflösung absolut überbewertet. Für mich zeichnet sich ein Smartphone immer noch durch seinen praktischen Nutzen und der kompakten Bauform aus (für alles andere gibt’s Tablets) – und genau diese Punkte kommen beim Idol Mini wieder voll zur Geltung. Nicht umsonst besitze ich bis heute noch das Samsung Galaxy S II: Die Größe des Displays ist gepaart mit der Bauform bis heute optimal für mich. Beide Geräte ähneln sich hier extrem, denn das Idol Mini hat mit seinen Abmessungen von 127,1 x 62 x 7,9 mm liegt es nicht nur sehr angenehm in der Hand – das deutlich leichtere Gewicht von nur 96 Gramm macht das Gerät für mich besonders attraktiv. Es lässt sich ohne Probleme mit nur einer Hand bedienen und durch die schlanke Bauform auch sicher in der Hand halten. Auch die recht glatte Rückseite wirkt sich hier nicht nachteilig aus.
Akku, Sprachqualität & Empfang:


Mit diesem Punkt kommen wir zu einem Aspekt, welcher in der heutigen Zeit eigentlich immer wichtiger wird: Die Power des Akkus. Selbstverständlich kann man sich hier entweder einen Zusatzakku für das Gerät kaufen oder im Falle einer fest verbauten Energiequelle (wie hier beim Idol Mini) eine portable Ladestation anlegen. Doch das ist für mich nicht die optimale Lösung. Ein Akku in einem Smartphone muss mich – mindestens – über einen Arbeitstag bringen, ansonsten hat das Gerät bei mir keine Chance. Aus diesem Grund ist bereits das S II mit dem großen 2000 mAh starken Akku versehen.
Das Idol Mini hingegen kommt ab Werk – wie oben erwähnt – mit einem fest verbauten Akku daher. Eigentlich wäre das schon ein K.O.-Kriterium für mich, wenn es um einen Nachfolger für mein S II geht, wobei man hier natürlich immer auch einen Blick auf die Kapazität des Stromspeichers haben muss. In diesem Fall rüstet Alcatel das Gerät mit einem 1700 mAh fassenden Li-Ion Akku aus. Die Laborwerte werden von Alcatel wie folgt angegeben:
- - Standby-Zeit: 540 Std. im 2G Modus, 450 Std. im 3G Modus
- - Gesprächszeit: 20 Std. im 2 G Modus, 9 Std. im 3G Modus
- - Betriebszeit Musikplayer: 30 Std.
- - Ladezeit: 3,5 Std.
Wie bei jedem anderen Hersteller auch, können die Werte aufgrund von individuellen Bedingungen in der Realität abweichen. Bei meinem Nutzungsverhalten welches neben der dauerhaften Aktivierung von Hintergrunddaten auch das Surfen, Telefonieren, Nachrichten schreiben und Musikhören beinhaltet beginnt das Idol Mini so um die Nachmittags-/ Abendzeit zu schwächeln. Vor allem in Verbindung mit einer etwas höher gestellten Displayhelligkeit kann man der Akku-Anzeige bei manchen Anwendungen recht schnell beim Entladen zuschauen. Für mich meistens kein Problem, da ich häufig Stromquellen in der Umgebung habe und das Gerät dann via USB-Verbindung laden kann. Doch den Akku dürfte das bzgl. der Anzahl an Ladezyklen die sinnlos verbratet werden nicht gerade freuen.
Anscheinend soll sich das Gerät im Falle eines Akkutauschs aber relativ „leicht“ öffnen lassen (via „Schieber“ in die USB-Buchse, um den Akkudeckel abnehmen zu können); getestet habe ich das natürlich nicht. Zwischenfazit also hier: 1700 mAh für mich leider nicht ausreichend.
Bei der Sprachqualität des Idol Mini bin ich komplett überzeugt. Sowohl über den vorderen Lautsprecher als auch über den Hauptlautsprecher auf der Rückseite kommen Gespräche bei Bedarf sehr laut und in einer angenehm natürlichen Tonlage herüber. Keine Spur von blecherndem Klang oder zu niedrig dimensionierter Lautstärke – sehr erfreulich. Beim Annehmen von Anrufen kann der Nutzer über das von der Displaysperre bekannte „Wählrad“ den Anruf ablehnen, annehmen oder alternativ eine Nachricht an den Anrufer verschicken. Bei laufenden Gesprächen können zudem Tonaufnahmen getätigt werden. Auch beim Empfang kann ich keine negativen Aspekte anbringen. Mit dem Idol Mini befand ich mich auf einem dem Galaxy S II sehr ähnlichen Niveau. Die Verbindung brach während des Testbetriebs nicht ab und es kam auch sonst zu keinerlei Störungen oder Beeinträchtigungen.