Beiträge von tobias2k

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    Original geschrieben von autares
    Du vergisst hierbei allerdings, dass das ganze Zeugs auch hier konsumiert werden muss. Zumal Deutschland wohl ins keinster Weise von Importen abhängig ist, sondern vielmehr von den Exporten.

    Bei einer rein zahlenmäßigen Betrachtung unserer Außenhandelsbilanz hast du vollkommen recht. Materiell gesehen sind wir jedoch massiv abhängig.


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    Ich wiederhole das, was ich schon immer gesagt habe: Deutschland kommt nur aus der Krise durch Bildung!


    Wie willst du einen technologischen Fortschritt erreichen, wenn wir hier nur Bild-Leser haben - metaphorisch gesprochen.

    Das unterschreibe ich direkt.
    Auch wenn ich den derzeitigen Bildungsstand in der Bevölkerung noch ein wenig optimistischer einschätzen würde, hast du vollkommen recht. Wenn nicht langsam was in der Bildungspolitik passiert, steuern wir auf amerikanische Verhältnisse zu. Eine relativ kleine Elite und eine große breite Masse.

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    Original geschrieben von polli
    Folgende Frage ist nicht persönlich gemeint: VWL oder BWL hast du nie studiert, oder?

    Keine Angst, in anonymen Foren nehme ich grundsätzlich nichts persönlich.
    Aber um deine Frage zu beantworten: ich bin Dipl.-Kfm. ;)


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    Das Subventionsbeispiel "Siemens Mobile" in einem Beitrag zu schreiben in welchem du davon sprichst der Staat solle sich im Bereich digitaler Kameras betätigen kann ich nicht nachvollziehen

    Der Zusammenhang erschließt sich jetzt mir nicht. Das Ende von BenQ Mobile und auch der Abzug von Nokia aus Bochum sind Beispiele für die Handlungsweisen der privaten Wirstschaft. Subventionen werden gerne mitgenommen, sobald die mit den gezahlten Subventionen einhergehenden Bedingungen erfüllt wurden, schaut man sich auch schonmal gerne nach anderen Standorten um.


    Bleiben wir doch gerade mal bei Siemens / BenQ Mobile und werden etwas konkreter.
    Siemens Mobile wollte sich gerne möglichst elegant von der Mobilfunksparte trennen und versüßte BenQ die Übernahme durch insgesamt 350 Millionen an Investitionen und Abschreibungen. Dazu gabs noch einen nicht näher konkretisierten zweistelligen Millionenbetrag. Natürlich ließ es sich BenQ auch nicht nehmen, rund 1 Milliarde Euro in Form von Patenten und Vermögensgegenständen zu verschieben, bevor man sich aus dem Staub machte. Damit der Staat nicht ganz zu kurz kommt, darf er sich über Einnahmeeinbußen in Form von entgangener Lohnsteuer freuen und darf obendrein ALG1 oder ggf. mittlerweile ALG2 zahlen. Denn 2007, fast 1 Jahr nach der Schließung, fanden gerade mal 850 der rund 3000 Beschäftigten wieder eine Stelle.


    Ich denke mal, du wirst mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass es der Staat nicht hätte schlechter machen können.


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    - andere Staaten haben vor vielen Jahren im Elektronikbereich die Oberhand gewonnen.

    Schlag mich, falls ich mich irren sollte, aber dieser Know-How Vorsprung ist doch nicht in Zement eingemeißelt. Die Chinesen betätigen sich zunehmend im Automobilsektor, weshalb sollten wir nicht in der Lage sein, im Elektronikbereich mitzumischen?


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    Einer der Gründe dafür war das ein gewisser Max Grundig bestimmte technologische Entwicklungen nicht mitgehen wollte und den Asiaten das Feld überlies (vgl. Sony im MP3 Bereich).

    Vor Fehlentscheidungen ist niemand gefeit.


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    Herrn Grupp und Trigema als Beispiel erfolgreichen Wirtschaftens zu nennen, in einem Beitrag in welchem du von Shareholder Value sprichst ist ebenso ominös.

    Nur weil ich in einem Beitrag an unterschiedlichen Stellen zwei Dinge nenne, heißt das noch lange nicht, dass diese auch unmittelbar etwas miteinander zu tun haben :)


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    Ich mag Herrn Grupp und sein Auftritte im TV - ist dir aufgefallen das sein Ziel ist die Arbeitsplätze für seine Mitarbeiter zu sichern?

    Ihm scheint der Begriff stakeholder Value jedenfalls nicht völlig unbekannt zu sein. Von Grupp persönlich halte ich absolut nichts. Er ist überheblich, arrogant und widersprüchlich. Ich habe jedoch Respekt vor seiner Leistung, nämlich ein Unternehmen zu führen, dessen Eigenkapitalquote bei 100% liegt. Zumindest nach eigenen Aussagen.


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    Sicherlich ist dir bekannt das Herrn Grupp die deutschen Abnehmer davon gelaufen sind und er deswegen einen kompletten Teil der Wertschöpfungskette auslässt um zu Wettbewerbsfähigen Preisen selbst zu verkaufen ("Testgeschäfte")?

    Er hat diesen Teil der Wertschöpfungskette nicht ausgelassen, sondern ins eigene Unternehmen verlagert. In BWL Kreisen nennt man sowas eine horizontale Diversifzierung ;)
    Unter dem Gesichtspunkt der Beschäftigung ist es völlig egal, ob jemand Trigema Produkte bei Karstadt oder im firmeneigenen Shop verkauft.


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    Loewe hat übrigens ein ähnliches Problem erlebt wie die o.g. Sony und Grundig - sie waren zu langsam und konnten den Technologievorsprung nur durch ausländische Investoren ausgleichen = Sharp kann Loewe als Designabteilung nutzen und die Wertschöpfungstiefe in Deutschland so weit zurück fahren wie es notwendig ist um die (Sharp!) Produkte hier zu verkaufen.

    Damals, als VW und Porsche noch locker verbandelt waren, nutzte Porsche im Cayenne auch Motoren und Technik von VW. Da es in Deutschland keine Panel Produktion gibt, ist Loewe dazu gezwungen, welche von Sharp zu kaufen. Weshalb auch nicht?
    Übrigens kauft Sony trotz eigener Fertigungsstraßen auch bei Sharp ein.


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    Es handelt sich dabei um Schritte welche ein Staat noch weniger erkennen und gehen kann als es ein Privatunternehmer gehen kann

    Die mangelnde Flexibilität und das notorische Scheitern staatlicher Projekte habe ich schon ganz am Anfang der Diskussion als K.O. Argument genannt. Deswegen ist meine hier dargestellte Ansicht auch nichts weiter als eine Fantasievorstellung.



    Ursprünlich wollte ich nur sagen, dass sich durch eine staatliche Beteiligung in der Wirtschaft nicht nur der arbeitsmarktpolitische Einfluss erhöhen, sondern auch die heimische Produktpalette vergrößern ließe. Letzteres würde uns zu einem stärkeren Selbstversorger machen, was wiederrum zu einer erhöhten Immunität gegenüber Wirtschaftskrisen und zu einer schwächeren Abhängigkeit vom Import und damit vom Euro/Dollar Verhältnis führt. Womit wir wieder beim eigentlichen Thema sind.
    Okay, ist mir nicht ganz gelungen ;)

    Ich meine damit den Aufbau und Betrieb von (halb-)staatlichen Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in Bereichen, in denen die privaten Unternehmen aus Gründen der Gewinnmaximierung hier oder gar in ganz Europa nicht unterwegs ist.


    Das heißt nicht, dass wir jetzt China/Taiwan auf breiter Front Konkurrenz machen, aber im bereich hochwertiger Artikel gibt es genügend Betätigungsfelder, die auch unter Berücksichtigung unserer landestypischen Gegebenheiten mit einer schwarzen Null zu produzieren sein müssten.


    Beispiel:
    - Digitale (spiegelreflex-) Kameras: So gut wie jeder hat eine, trotzdem dürfte der Aufdruck "Jenoptik" auf einer 50 Euro Kamera das Höchste der Gefühle sein, in Bezug auf "Made in Germany"
    - Kleidung: Jeder trägt sie und trotzdem importieren wir jedes Jahr Kleindung im Wert von mehreren Milliarden Euro aus China.


    Deutschland hat im Ausland im Großen und Ganzen einen recht guten Ruf. Sei es als Auto- oder Maschinenbauer. Was spricht dagegen, daran anzuknüpfen?
    Meine Meinung: Wenn wir uns in diesem Punkt ganz allein auf die Privatwirtschaft verlassen, sehe ich zumindest ein dunkles Grau. Solange der Shareholdervalue im Mittelpunkt des Handelns steht, wird das Kapital immer dorthin wandern, wo die Gewinnspanne am höchsten ist.
    Gut, das kann man natürlich abwenden, indem immer wieder neue Subventionen gezahlt werden. Wie das Enden kann, zeigte Siemens --> BenQ --> Liquidation


    Beispiele, die mich im Glauben an den Wirtschaftsstandort Deutschland bestärken:
    - Nokia: Es war laut Zeitungsberichten möglich, zumindest kostendeckend in Deutschland eine breite Palette von Handys zu bauen.
    - Trigema: Im Gegensatz zu Adidas scheint es doch möglich "Produktionsstandort Deutschland" sowie "Lukrativität" unter einen Hut zu bringen
    - Loewe: Trotz (afaik von Sharp) zugekaufter Panels kann man anscheinend in Deutschland LCD Fernseher herstellen und sich damit am Markt halten.



    Ganz allgemein möchte ich festhalten, dass ich nicht die ultimative Wahrheit für mich beanspruche. Jedem steht es frei, seine eigenen Ansichten zu haben und mitzuteilen.

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    Original geschrieben von tkjever
    Das nennt sich Kommunismus, mein Freund...

    Ich habe von einem stärkeren Engagement des Staates gesprochen, nicht von einer völligen Übernahme der Wirtschaft.
    Was spricht dagegen, wenn versucht wird in Bereichen eine Entwicklung & Produktion aufzubauen, in denen schon seit Jahrzehnten nichts mehr passiert ist? Beispielsweise Digitalkameras.
    Alternativ können wir auch die bisherige Strategie weiterführen: Wir schieben interessierten Firmen einfach so lange Subventionen in den Rachen, bis die Firma aufgrund von besseren Konditionen und ausgelaufenen Verpflichtungen wieder abwandert.


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    Original geschrieben von tkjever
    Ich denke nicht dass wir eine alte, ineffizient Deutsche Bundespost wieder wollen, in denen zehntausende Menschen eine dauerhafte Beschäftigungstherapie machen und die Gesellschaft das bezahlt.

    Anscheinend hast du vergessen, dass die privatisierte Post und Telekom knapp 25.000 ehemalige Beamte mit 45 Jahren und weniger auf der Uhr in Frühpension geschickt hat. Ich glaube, ich muss dir nicht erläutern, wer für diese Zahlungen aufkommt. Im Gegenzug müssen die verbleibenden Postbeamten immer mehr Arbeit bewältigen. Wer hier der Gewinner sein soll, müsstest du mir mal zeigen.


    Mit der Bahn wird es genauso laufen, sofern sie eines Tages privatisiert wird.

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    Original geschrieben von Mozart40 Egal ob Spielzeug, Kleidung, Elektonik ... alles "Made in China" und unser Konsumverhalten ist maßgeblich mit daran Schuld, weniger die Politik.

    Ich würde es noch etwas konkretisieren: Unser Konsumverhalten (Geiz ist geil) und die unersättliche Profitgier der Privatwirtschaft.


    Vielleicht könnte man das von dir angesprochene 300 Euro Notebook nicht in Deutschland bauen, ein gutes Gerät ab der gehobenen Mittelklasse (~800+ Euro) dürfte sich aber auch in Deutschland kostendeckend herstellen lassen. Das Nokia Werk in Bochum beispielsweise schrieb trotz der hohen Lohn(neben)kosten schwarze Zahlen. Das Werk samt Mitarbeiter ist allerdings der Gewinnmaximierung zum Opfer gefallen.


    Ich persönlich vertrete schon lange die Ansicht, dass der Staat sich wieder stärker in der Wirtschaft engagieren sollte. Nachdem die Zügel bei Telekom und Post abgegeben wurden, sollte nun der umgekehrte Weg eingeschlagen werden. Eine kostenneutrale Produktion im Inland schafft Arbeitsplätze, gäbe dem Staat mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt einzugreifen, macht uns unabhängiger von ausländischen Erzeugnissen und führt möglicherweise zu neuen Kompetenzen in Deutschland.


    Das einzige, was dem im Wege steht, ist der Staat ansich. Der Staat ist in meinen Augen unfähig, irgendwas über einen längeren Zeitraum angemessen zu managen. Entweder kommt das Projekt gar nicht auf die Beine oder es kostet hinterher 5-mal so viel wie ursprünglich geplant oder es wird viel zu spät fertiggestellt.

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    Original geschrieben von ironmaidenxxx
    naja ich würde nich aufgrund von rechtschreibschwäche über menschen urteilen weil es garnichts über können und intelligenz aussagt.

    Mit Letzterer kanns aber auch unabhängig von den Rechtschreibfehlern nicht weit her sein. Kein halbwegs intelligenter Mensch würde hier eine Diskussion vom Zaun brechen, die eigentlich niemand führen will :)


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    ich könnte auch die rechtschreibkorektur anmachen dan würde es garnich auffallen.

    Dieses Stück Software muss erst noch erfunden werden :)

    Die DM800 basiert auf dem Broadcom 7401, einem klassischen SoC. Schon allein um den Abnehmern Entwicklungsarbeit abzunehmen und so schneller und mehr verkaufen zu können, wird es da die ein oder andere Referenz-Implementierung geben. Gut möglich, dass DMM da ein eigenes Layout benutzt, während die Nachahmer auf ein (ggf. größeres) 08/15 Design setzten. Entsprechend gepatchte Images scheints für die Nachbauten ja zu geben, sofern man google glauben darf :)

    Ich sehe das auch als schrittweise Einführung eines festen PayPal Zwangs.


    Die nächste Mail lautet dann in der Art


    "Nach der äußerst positiven Resonanz auf die Einführung einer Bezahlung via PayPal im Einsteigersegment freuen wir uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Bezahlung mit PayPal nun auf der gesamten Ebay Verkaufsplattform möglich ist.
    Verkäufer müssen nichts weiter tun, als ihre PayPal Zahlungsadresse in ihrem Profil einzutragen. Selbstverständlich sind auch weiterhin andere Bezahlformen wie Überweisung und Nachnahme möglich."