Beiträge von tobias2k

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    Original geschrieben von DUSA
    Was Du imho machen kannst ist, Dich als "Co-Abhängiger" informieren, wie Du für Dich am besten mit der Situation umgehst - genauso die Eltern. Wie Du schon richtig erkannt hast, kannst Du bei der Erpressung "WoW oder ich" nur verlieren - d.h. überlege, wie Du zwar sachlich Konsequenzen aufzeigen kannst, gleichzeitig aber die Beziehungsebene stärkst. Mach bei nem Treffen z.B. deutlich, dass Du nicht über WoW reden möchtest, sondern über alles andere und unterbreche Deinen Kumpel immer wieder, wenn er damit anfängt.

    Auch wenn es absurd klingen mag aber er ist sich den Konsequenzen seines Handelns (keine abgeschlossene Ausbildung --> kein Job) größtenteils bewußt. Nur ist er davon fest überzeugt, seinem Schicksal eines Tages durch ein Wunder (Lottogewinn, Erbschaft, reiche Ehefrau) entgehen zu können. Für mich es ziemlich klar, dass dieses Wunder ausbleiben wird, für ihn jedoch nicht.



    Bei unseren Treffen versuche ich schon instinktiv das Thema WoW zu umschiffen aber schlußendlich landen wir doch immer wieder dort. Er kennt meine Einstellung zu dem Spiel genau und weiß, dass ich mit seinen Informationen absolut gar nichts anfangen kann. Selbst wenn wir über irgendein anderes Thema reden, schafft er es, über zig Umwege doch wieder auf das GAme zurück zu kommen. Beispielsweise Außenpolitik ---> Gildenpolitik oder Rufsystem im Spiel. Dinge, die einen selbst begeistern, möchte man anderen natürlich nahe bringen. Insoweit kann ich seine Begeisterung und sein Mitteilungsbedürfnis ja gut nachvollziehen. Aber er redet selbst dann weiter, wenn ich völlig geistesabwesend & stumpfsinnig aus dem Fenster schaue. Jedem anderen wäre sofort klar "der hört mir ja gar nicht zu", er scheint das jedoch nicht mehr zu bemerken.




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    Original geschrieben von uwm
    Sprich : Kümmer dich um dein Leben und nicht um das Leben von jemand anderem, wenns auch am Anfang vielleicht weh tut, hat es mir auch, aber wie gesagt bin ich mittlerweile heilfroh das Problemkind los zu sein. :rolleyes:


    Zu dieser Ansicht bin ich nach den zahlreichen Antworten hier im Thread auch gelangt. Wie ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, werde ich den Kontakt jedoch nicht vollkommen abbrechen, sondern auf ein Minimum reduzieren. Ein Treffen alle paar Wochen kann ich auch noch vertragen und sollte er tatsächlich mal ein Einsehen haben, werde ich ihn sicher ein Stück auf seinem Weg zur Normalität begleiten. Was ich jedoch mit sofortiger Wirkung einstellen werde, ist mir über seine Situation Gedanken zu machen. Ich habe die letzten ~3,5-4 Jahre (die Beta erschien imho 2004) versucht, ihn wachzurütteln, jetzt ist er an der Reihe mal etwas zu unternehmen.

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    Original geschrieben von Sebastian
    Wenn seine Eltern sich wirklich 16 Semester hinhalten lassen, um das Vor(!)diplom hinzubekommen, scheint mir das Problem auch irgendwo auf ihrer Seite zu liegen. Vielleicht lassen sie sich diesen Mist nur allzu gern verkaufen, um den Problemen nicht ins Auge sehen zu müssen.

    Das ist zu 100% richtig. Allerdings steht dahinter auch eine längere Geschichte, die diesen Umstand zumindest teilweise erklärt. Darauf näher einzugehen, würde den Rahmen des Threads jedoch sprengen.


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    All das ist eine Zwickmühle, das ist klar. Aber die Frage ist, ob ausgerechnet Du derjenige sein sollst/kannst, der ihn rettet.

    Für mich geht es nicht allein um die Frage seiner Rettung. Es steht auch eine Entscheidung für mich im Raum. Jedesmal, wenn wir ein Treffen ausmachen, fahre ich mit der Hoffnung dahin, das mich mein alter Kumpel erwartet, mit dem man über Gott und die Welt reden kann. Stattdessen werde ich fast die ganze Zeit über mit irgendwelchen WoW Informationen überschüttet, mit denen ich nichts anfangen kann und die mich auch nicht interessieren. Auch wenn es sentimental klingen mag, auf dem Heimweg bin ich immer enttäuscht darüber, dass es irgendwie nicht mein Freund war, den ich getroffen habe. Gleichzeitig ärgere ich mich jedesmal über mich selber, wie ich doch nur so naiv sein konnte, zu hoffen, dass sich die Gespräche diesesmal um was anderes als WoW drehen könnten.
    Das muss sich unheimlich kitschig anhören, triffts aber recht gut.




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    Original geschrieben von Martyn
    Das wird aber sicher kein einfacher Weg. Denn wenn er damals schon nicht zufrieden war es er Schüler war und seine Peer Group auch Schüler waren und heute dann feststellen muss das seine Bekannten von damals ihr Studium erfolgreich beendet haben und seit Jahren im Berufsleben stehen und evtl. Familie haben, und er noch nichtmal das Vordiplom dann kann das durchaus ne Kriese geben.

    Es gibt kurze Momente, in denen seine Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation recht offensichtlich wird. Diese Augenblicke sind jedoch nur von kurzer Dauer. An der jetzigen Situation ist er aber definitiv nicht unschuldig. Schon vor Jahren habe ich ihm Alternativen (Uni wechseln, Fach wechseln, Ausbildung machen) nahegelegt, ohne das von ihm auch nur eine näher in Betracht gezogen worden wäre.



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    Und da hier die Sucht extrem ausgeprägt ist und auch schon extrem lange andauert, würde ich auch sagen das du allen oder intern im Freundeskreis allein nichts machen könnt. Denke da muss auf jeden Fall professionlle Hilfe durch Suchtexperten her, evtl. auch eine Selbsthilfegruppe.


    Nachdem ich etwas im Internet gegooglet habe, komme ich zum gleichen Ergebnis.
    Ihn zum Besuch zu eines Experten zu überreden, dürfte komplett unmöglich sein, schließlich ist er ja der festen Überzeugung, nicht von dem Spiel abhängig zu sein.


    So traurig wie es ist aber wenn ich ihn vor die Wahl stellen würde, sich zwischen der Konsultierung eines Experten (bzw. mit dem Spielen aufhören / die Spielzeiten reduzieren) oder der Kündigung der Freundschaft zu entscheiden, dann würde ich ganz klar verlieren :(




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    Original geschrieben von Quindan
    Wende dich nicht ab, aber zieh dich ein wenig zurück. Sei für deinen Freund da, wenn er dich braucht.

    Nachdem ich hier eure zahlreichen Meinungen zu diesem Thema gelesen habe (Danke hierfür!), werde ich diesen Vorschlag in die Tat umsetzen.
    Erst wenn er selbst erkannt hat, dass keine Gilde der Welt eine echte Freundschaft ersetzen kann, werde ich den Kontakt wieder intensivieren. Gerade in Hinblick auf das kommende Addon wird bis dahin wohl noch eine ganze Weile vergehen. Schließlich gilt es ja erstmal 10 Figuren hochzuleveln, neue Instanzen zu erkunden und und und ....
    Ich denke mal, diese Variante wird auch für mich die beste Lösung sein. Im jetzigen Stadium können wir beide eh nicht so viel miteinander anfangen.

    Richtig Tacheles habe ich mit ihm noch nicht geredet, weil schon leichte Andeutungen meist das klassische "Süchtlingsverhalten" hervorruft. Auf die Frage, ob er nicht ein bißchen viel spielt, kommt dann etwas ala "Ne, das ist ganz normal. Wenn man was erreichen will, muss man da viel Zeit investieren". Bohre ich dezent weiter, wird der Ton schon etwas schärfer. So viel Zeit würde er ja gar nicht investieren, außerdem wäre es ja seine Sache, was er mit dem Tag anfängt.
    Bevor ich dann im Cafè oder in der Einkaufsstraße noch einen hitzige Diskussion entfache, lasse ich es dann meist gut sein.
    Nicht das jetzt ein falsches Licht auf ihn fällt: Im allgemeinen kann man gut mit ihm diskutieren, nur die Spielerei ist ein heißes Thema.

    Nach langen Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, den folgenden Sachverhalt mal zur Diskussion zu stellen, um so ggf. mal ein paar andere Meinungen bzw. Ideen zu bekommen.


    Es geht um einen guten Kumpel, den ich quasi mein ganzes Leben (Nachbarn) kenne. Wir haben quasi alles seit klein auf gemeinsam gemacht, zum selben Kindergarten gegangen, die gleiche Schule besucht, etc.
    Mit dem Aufkommen bezahlbarer PCs waren wir beide im Alter von 15-16 Jahren die Spielesucht quasi gleichzeitig erlegen. Über mehrere Jahre hinweg war unser Tagesablauf immer identisch: Aufstehen, frühstücken, Schule, PC, Bett. Mehrmals die Woche haben wir die Rechner jeweils zum anderen geschleppt und bis spät abends im Netzwerk diverse Spiele gespielt. Obwohl unsere schulischen Leistungen dadurch natürlich drastisch in den Keller gingen, haben wir beide mit Hängen und Würgen unser Abi doch noch geschafft.


    Während des Zivildienstes traten so langsam die ersten Unterschiede in Sachen PC-Spiele auf. Während ich mich langsam aber sicher von den Spielen löste, weil irgendwie der Reiz abhanden gekommen war, zockte mein Kumpel mit dem selben Einsatz wie eh und je weiter. Da ich auch noch recht regelmäßig spielte, hielt ich das für ganz normal.


    Direkt im Anschluss sind wir beide von zu Hause ausgezogen, um zu studieren. Zugegeben, ehrgeizigsten Studenten waren wir sicher nicht, zumindest in den ersten Semestern. Die im Vergleich zur Schule zur Verfügung stehenden Freiheiten waren einfach zu verlockend, als das man sie hätte ausschlagen können :) . Während ich die "freie" Zeit gerne mal dazu nutzte, um etwas länger schlafen zu können oder um andere Dinge zu erledigen, verbrachte mein Freund jede Minute mit zahlreichen Games.


    Irgendwann so mitte des zweiten Semesters habe ich mich dann fangen und den Weg in den typischen Studentenalltag finden können. Ein Schritt, den mein Kommilitone leider nicht geschafft hat. Semester um Semester gammelte er rum und schaffte mit Ach und Krach gerade mal 1-2 Klausuren je Semester zu schreiben, von denen dann die eine oder andere auch noch in die Hose geht.


    Den absoluten Höhepunkt erreichte das Ganze dann mit Erscheinen der World of Warcraft Beta. Seit diesem Moment zählte bzw. zählt nichts anderes mehr.


    Jetzt sind wir beide 29 Jahre alt. Seine Eltern überweisen ihm immer noch jeden Monat regelmäßig die Lebensunterhaltskosten (Miete + Studiengebühren + Taschengeld), in der Hoffnung, dass ihr Sohn nach 16 Semestern endlich sein Vordiplom macht. Er erzählt ihnen immer wieder, dass ihm nur noch eine Klausur fehlt, obwohl es in Wahrheit noch 10 sind.


    Wir beide sehen uns, im Gegensatz zu früher, auch nur noch relativ selten. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen hat er seinen Tagesablauf komplett auf das Spiel ausgerichtet. Konkret heißt das nicht vor 12 Uhr aufstehen (weil noch keiner online ist), dafür aber bis morgens 3-4 Uhr spielen. Vormittags treffen fällt dadurch schonmal flach. Abends geht zumindest ohne langfristige Vorankündigung auch nicht, weil 5 Tage die Woche Raid angesagt ist. Die anderen beiden Tage wird dann "gefarmt".


    Zum anderen drehen sich unsere Gespräche, wenn wir uns dann mal treffen, sehr zu meinem Leidwesen zu 90% auch nur um WoW, dessen Patches und dem kommenden Addon. Obwohl ich auch mal 1 Monat WoW gespielt habe, kann ich mit Begriffen wie Epic Mounts, Sunwell Instanzen und T6 Rüstungsset herzlich wenig anfangen.


    Auf diverse dezente Anregungen über die Jahre hinweg, mal etwas anderes zu machen (Buch lesen, Kino, Sportverein ...) bekomme ich immer die gleichen Antworten: Keine Zeit, keine Lust, kein Geld. Was mich aber gerade hinsichtlich unserer gemeinsamen Vergangenheit richtig trifft, sind die unterschwelligen Botschaften, denen zufolge ihm seine virtuellen Kontakte mehr bedeuten, als ich und das obwohl ich quasi sein letzter Real-Life Kontakt bin, nachdem sich seine anderen Freunde nach und nach verabschiedet haben.



    Irgendwie bin ich mit meinem Latein am Ende. Wenn wir uns nicht schon so lange kennen würden und so viel zusammen erlebt hätten, wäre der Kontakt meinerseits schon lange abgebrochen worden.
    Prinzipiell schwanke ich zwischen zwei Extremen: Entweder schließe ich mich seinen anderen Ex-Freunden an und breche den Kontakt ab, in der Hoffnung, dass er irgendwann mal wieder zur Besinnung kommt (worauf ich wahrscheinlich lange warten kann) oder ich stecke seinen Eltern die Wahrheit, damit die ihren Sohn wachrütteln.
    Momentan tendiere ich zu Option 1, da ich so nicht mit der "Schuld" leben müsste, ihn hintergangen zu haben und die Möglichkeit besteht, irgendwann mal wieder an die alten Zeiten anknüpfen zu können.



    Mich interessiert nun, wie ihr handeln würdet. Möglicherweise sehe ich das Ganze auch einfach nur zu eng.





    Ps: Sorry für den langen Text aber irgendwie hatte ich das Bedürfnis mir das alles mal von der Seele zu schreiben.

    Was die technischen Abläufe hinter den Kulissen angeht, habe ich als Außenstehender keinerlei Einblick. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass bei Bargeldabhebung auf EC-Kartenbasis beim ausstellenden Kreditinstitut eine Echtzeitabfrage gestartet wird, aus der neben dem angeforderten Betrag noch eine Reihe weiterer Informationen wie z.B. Automatennummer und zugehöriger Bank hervorgeht. Insofern dürften Änderungen wie 2. Pin, SMS oder komplette Sperrung eigentlich gar nicht so schwer zu implementieren sein.


    Wie gesagt, dass waren nur ein paar hypothetische Überlegungen. In der Realität scheint es, wie so häufig, nicht ganz so einfach zu gehen ;)

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    Original geschrieben von Siemensanier
    Und genauso finde ich es positiv, den Karteneinzug "uneben" und beleuchet zu gestalten. Denn dieses erschwert das Vorsetzen einer Leseeinheit erheblich.

    Das hilft aber kaum, wenn die Verbrecher gleich die komplette Front nachbauen, wie z.B. hier zu sehen.


    In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Betrugsfälle mit deutschen Karten im Ausland stattfinden, wäre es imho die einfachte Lösung, wenn die Banken ihren Kunden optional erlauben, die Karten für den Auslandseinsatz komplett zu sperren, eine andere PIN für den auswärtigen Einsatz vergeben oder bei nicht-EU Anwendung eine Bestätigung per Handy anfordern.

    @ diger
    Was den ruckartigen Karteneinzug angeht, hast du recht. Der ist in der Tat schon überwunden. Bezüglich des Magnetfelds gibts aber noch keine Infos, ob die Hürde bereits genommen wurde.


    Quoth
    Das schlimme ist, um auf anderer Leuts Kosten irgendwas einzukaufen, bedarf es nichtmal der Pin. Vielen Unternehmen reicht doch die blanke Unterschrift.

    Es muss ja nicht gleich ein neuer Standard sein, es würde ja schon reichen, wenn hier in DE die vorhandene Technik ausgereizt wurde.
    In einer C't vor ein paar Monaten wurde das Thema Skimming ausführlich behandelt. Einer der Ansätze hörte sich recht leicht umsetzbar an: Während des Karteneinzugs wird von einem kleinen Kästchen innerhalb des GAA ein Magnetfeld erzeugt, welches ein Auslesen mittels vorgelagerter Kartenleser unmöglich macht. Erst nachdem die Karte vollständig eingezogen ist, wird das Magnetfeld ausgeschaltet und die Karte gelesen. Damit dürfte ein Auslesen der Magnetstreifeninformationen unmöglich werden und den Betrügern die Existenzgrundlage entzogen werden.


    Es ist ja anscheinend nicht so, als ob die Banken gar nichts unternehmen. Den ruckeligen/stotterigen Karteneinzug, den man bei vielen Automaten findet, habe ich immer für einen Defekt gehalten. Tatsächlich aber soll er aber verhindern, dass sich der vorgeschaltete Kartenleser nicht mit der Karte bzw. dem Magnet streifen synchronisieren kann und infolge dessen auch keine brauchbaren Informationen erhält.

    Die Kamera sieht in der Tat sehr unprofessionell aus. Eigentlich sollte sich die Bank dafür schämen.


    Ich achte auch bei jedem Geldautomatenbesuch peinlich genau auf irgendwelche auffälligen Manipulationsversuche. Dennoch habe ich mir schon gelegendlich die Frage gestellt, wie man im Falle eines offensichtlich manipulierten Automaten reagieren sollte.
    Einerseits möchte man die Verbrecher auffliegen lassen, was aber ein unauffälliges Verhalten und damit auch eine reguläre Geldabhebung voraussetzt, andererseits will man seine Karteninformationen nicht so einfach preisgeben.


    Wie würdet ihr denn handeln, wenn ihr auf einen manipulierten Automaten stoßen würdet?