Zitat
Original geschrieben von Brainstorm
Jedem Bürger pauschal einen bestimmten Betrag zu überweisen, zu dem er sich dann wenn er will, noch etwas dazuverdienen kann, halte ich für sehr "faulheitsfördernd". Und außerdem für verdammt teuer für den Staat. Von den 25% Mwst. kann der das bestimmt nicht finanzieren.
ich glaube, du hast das Interview nicht ganz verstanden (nicht persönlich nehmen ;))! Es geht ja darum, dass immer wenig Arbeit benötigt wird, was ja ein Fakt ist. Arbeiten werden immer mehr von Maschinen übernommen, was sich sicher noch stark fortsetzen kann, und momentan wird die Arbeit ja immer auf weniger Schultern verteilt (Stichwort: Massenentlastungen). Außerdem soll die Mwst. ja 48% betragen.
Ich habe mich auch schonmal gefragt, ob es überhaupt möglich ist, den 5 Millionen Arbeit zu geben. Ich meine, offensichtlich braucht Deutschland diese 5 Millionen Arbeitsplätze (bis auf manche, unterbesetzte Bereiche, wie z.B. den Lehrbereich) nicht, daher ist es eigentlich utopisch, außer, der Staat subventioniert diese und schafft durch Zwang neue Arbeitsplätze. Aber wie man sieht, sind diese doch wirklich nicht von Nöten. Daher gilt das Argument des Faulheitsförderung garnicht, da Nicht-Arbeiten der Menschen eben keine Faulheit darstellt, sondern anders nicht geht.
Und ich bin mir 100%ig sicher, dass noch recht viele Menschen trotz Bürgergeld arbeiten würden, da wir hier einfach an den Luxus gewöhnt sind, und dafür reichen 1300 EUR im Monat nunmal nicht. Dafür würden diese Leute dann wieder arbeiten. Dann dürften sicherlich die Dauerbschäftigungen auch abnehmen, sodass man nur noch dann arbeitet, wenn man mehr Geld möchte, bzw. wenn gerade irgendwo Arbeit gebraucht wird und man sich etwas hinzuverdienen möchte. Gleichzeitig können die Armen & Schwachen oder die ohne ausreichende Bildung von dem Bürgergeld leben, und je nach dem auch mal die eine oder andere Arbeit machen (der Dienstleistungsbereich wird ja schon noch vorhanden sein, wenn man manches davon mittelfristig auch durch Robotik ersetzen kann, aber sicher nicht alles, wie z. B. Nachhilfe).
Gleichzeitig könnte man auch die Rente abschaffen, da die Senioren ja ebenfalls das Bürgergeld bekommen würden.
Interessanter habe ich den Bürgergeld-Ansatz mal in einer Obdachlosenzeitschrift (welche ich nur empfehlen kann, da sie einem mal eine völlig andere, jedoch nicht falsche, Sichtweise zeigen) gelesen, und fand ihn damals schon ganz gut, dort war das Argument auch, dass man eine Grundexistenzsicherung bekommen, und so nur noch der, der wirklich will, arbeiten sollte. Jedoch war die Idee dort nicht wirklich durchdacht, das Modell des DM-Chefs dagegen ist ja schon gut durchdacht, ich könnte mir schon vorstellen, dass das funktioniert.
Drogen wären ja dann auch mit 48% besteuert, somit auch nicht günstig, und da könnte man ja statt einer Steuer eine strengere Überwachung einsetzen (z.B. Verkauf von Drogen in vom Staat eingerichteten Läden) oder halt dort die Mwst. als einzige Ausnahme höher setzen.
Zitat
Original geschrieben von <registered> Zu diskutieren wäre auch noch, ob sich ein Land eine derart hohe Mehrwertsteuer leisten kann, wenn das restliche Europa meist viel niedrigere Mehrwertsteuern hat.
Warum denn nicht? Ich meine, wo soll da das Problem sein?
Du sagst ja selbst, dass dies schon in Nord-Europa der Fall ist - und gerade die nordeuropäischen Staaten sind ja in Sachen Wirtschaft und Bildung oft ein Vorbild. 
Zitat
Original geschrieben von Ray
Wenn die MwSt. bei 25% liegt, heisst das nicht, daß 25% von dem Geld, daß er ausgibt an den Staat geht:
Einkauf 100,00 Euro brutto
-> dann beträgt die MwSt. bei einem Satz von 25%: 20,00 Euro
Und 20,00 Euro sind nicht 25% von 100,00 
D.h. von dem Nettopreis bekommt der Staat 25%, aber nicht von dem was der Kunde ausgibt. Ein großer Unterschied 
Alles anzeigen
Da die ganzen Besteuerungen für das Unternehmen wegfallen würden, gäbe es doch auch kein Brutto und Netto mehr, d.h. 48% Mwst. sind dann auch tatsächlich 48% des Produktpreises. 
Also ich halte sehr viel von dem Modell, befürchte jedoch genauso wie m@artin und <registered>, dass die Politik und die Öffentlichkeit das nicht ohne Weiteres annehmen würden. Die Wirtschaftsverbände hätten sicher die Macht, die Politik davon zu überzeugen (es gibt ja auch noch genügend andere Themen, mit denen man Wahlkämpfe gewinnen kann, in den letzten Jahren steht halt die Arbeitslosigkeit im Vordergrund), der Öffentlichkeit könnte man das durch eine langsame Heranführung und gute Erklärungen durch Politik, Medien und besondere Aktionen auch schmackhaft machen. Aber dafür müsste es erst mal so weit kommen.
Vielleicht wäre eine Kampagne im Stile von"Du bist Deutschland" ja für den ersten Schritt brauchbar.