biketunE
Deine persönliche Lebenssituation kann und möchte ich nicht bewerten, allerdings gefällt mir dieser zuvor getroffene Vergleich mit dem Hamsterrad sehr gut.
Ich kann aber was zum Studium einer Ingenieurwissenschaft sagen, da ich selber auf Umwegen über Bundeswehr, Rumgammelei und Ausbildung diesen Weg genommen habe.
Besonders zu Beginn des Studiums habe ich viele Studenten erlebt, die mit sowas wie einem kreativ-technischen Entwicklungsdrang ihr Studium begonnen haben und schnell durch Mathe und Physik enttäuscht wurden.
Die Gründe dafür sind unterschiedlich.
1. Falsche Erwartungshaltung. Maschinenbau ist eine Wissenschaft, und wird als solche gelehrt, auch wenn das vielfach mit dem späteren Beruf nicht immer viel zu tun hat, allerdings unterschätzt man häufig die gute und notwendige wissenschaftliche Grundausbildung, die zu einem tieferen Verständnis beiträgt - das hat man dann später z.B. einem Technischen Zeichner voraus.
2. Nochmal falsche Erwartungshaltung. Studieren ist ein Vollzeitjob bei dem man sich selber zwingen muss am Ball zu bleiben, manche behaupten auch, dass das ganze Studium ein einziger Test sei um zu beurteilen ob man selbständig und gewissenhaft arbeiten kann, ohne das ständig jemand mit der Peitsche hinter einem steht. Es gibt natürlich auch Fächer die wirklich Spaß machen, mir hat zum Beispiel Verbrennungsmotoren großen Spaß gemacht, erst da habe ich Thermodynamik halbwegs verstanden, trotzdem musste man sich trotz großen Interesses reinbeißen, da es was anderes als das Lesen der Autobild ist.
3. In den ersten beiden Semestern wird massiv gesiebt, besonders mit Mathematik, das gilt wahrscheinlich für jede Ingenieurwissenschaft an jeder Hochschule, damit sollte man sich einfach abfinden und es als Durchhaltetest ansehen. Gehe mal davon aus, dass es kaum einen Ingenieur gibt, der wirklich Spaß an Mathe hatte, da galt bei vielen nur "Vier gewinnt", sogar bei manchen die am Ende mit ner Eins aufm Diplom abschließen.
Ich hoffe das hört sich jetzt nicht zu negativ an, soll vielleicht nur ein wenig die Geisteshaltung beschreiben, weshalb es bei manchen nicht mit dem Studium klappt.
Das ist aber ein wenig der Preis dafür, dass man sich für eine höherqualifizierte Arbeitsstelle empfiehlt, um dann etwas zu machen, was einem hoffentlich wirklich Spaß macht, denn andersrum kann bei hoher Erwartungshaltung an die eigene Arbeit, der Frust schnell später eintreten, wenn man mangels Qualifikation nur eine langweilige und stumpfsinnige Aufgabe hat...