Also auch wenn ich grundsätzlich rein vom Bauchgefühl der Auffassung bin, dass sich Arbeit "lohnen" muss, kann man nicht wegdiskutieren, dass es Tätigkeiten gibt, die so wenig abwerfen, dass es da schwierig wird einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn zu erwirtschaften der diesem Anspruch genügt.
Es gab auch früher schon diese typischen - ich sage mal - Ehefrauenberufe wie Arzthelferin, Friseurin, Floristin, Bäckereifachangestellte, Verkäuferin, was auch immer, wo eigentlich allein mit diesem Gehalt, nicht auszukommen ist.
Immerhin sind diese genannten Beispiele Berufe im Dienstleistungsbereich, den man nunmal naturgemäß nicht nach Ostasien oder Osteuropa auslagern kann.
Um auch da nochmal beim schon genannten Beispiel der Verkäuferin zu bleiben, so hängt ihr Gehalt natürlich auch an der Preisgestaltung des Geschäftes in dem sie arbeitet.
Da ist man dann auch schnell wieder bei dem "billig fressen - teuer schei*en"-Problem, da muss man sich nur mal die ganzen TT-Threads angucken, wo es in der Hauptsache billig sein muss.
Da freuen sich einerseits manche nen Bein ab, dass man z.B. bei der Auflösung von Walmart ne Jeans für einen Euro abgreifen kann, oder geht wider besseren Wissens um die Arbeitsbedingungen bei Lidl oder Schlecker einkaufen, während andere sich beklagen, dass man als Verkäuferin nicht mehr als Hartz4 bekommt.
Bei sehr gering qualifizierten und vielleicht im Einzelfall sogar wenig produktiven und auslagerbaren Tätigkeiten wie Produktionshelfern, Lagerhelfern und ähnlichem, entscheidet dann letztlich der Markt welche Löhne dort bezahlt werden können. Viele dieser Arbeitsstellen würden letztlich einfach wegfallen, wenn die Firmen die Mindestlöhne bezahlen (müssten) wirtschaftlich weniger erfolgreich wären oder sogar pleite gingen.
Und diese Entwicklung wird durch die Globalisierung noch zunehmen. Man kann - um mal wieder bei nem plakativen Beispiel, stellvertretend auch für andere Branchen zu bleiben - nicht einerseits von der Globalisierung profitieren und bei Aldi nen Paar Schuhe aus Kambodscha für 5 Euro kaufen, und gleichzeitig erwarten, dass der Produktionshelfer der in Deutschland nen ähnlichen Schuh fertigt, dafür 8 Euro Stundenlohn bekommt.