Sorry, aber Hostel ist wirklich keine Perle am Filmhimmel - nicht mal gemessen am eigenen Genre. Die Geschichte hätte prinzpiell viel mehr Gänsehaut- und Horrorpotential gehabt, wenn mehr Wert auf die psychologischen Aspekte gelegt worden wäre. Man merkt einfach extrem, daß er auf das (junge) amerikanische Publikum zugeschnitten ist - gerade die ersten 45 Min (in Softporno Optik) hätte man sich getrost sparen können... die hätte man eher in Filmen wie "Eurotrip" erwartet. Da hätten auch die Klischées über Amsterdam und Osteuropa besser hingepasst. Nicht mal als B-Splatter Movie würde mich der Film interessieren.
IMHO hätte man viel mehr aus der "Hauptgeschichte" an sich herausholen können. "SAW" ging da definitiv schon mehr in die richtige Richtung, was den psychischen Horror anging. Spannungsfaktor gleich null - schlechte Kameraführung, schlechtes Timing und unpassende Musik. Die 2-3 Ekelszenen wirken einfach nur künstlich platziert und tragen wirklich nichts zum Film bei - außer, daß ein paar Teenies kichernd aus dem Kino kommen. Da gab es in der Kinogeschichte schon schlimmeres - auch wenn man es dort nicht so explizit gesehen hat.
Die Menge an Blut trägt ja nichts zur Qualität des Films bei - oder findet jemand, daß "Braindead" ein Horrorschocker ist?
Das einzige, was wirklich gut gemacht ist, ist die PR-Arbeit und das Werbekonzept des Films. Pünktlich vor Kinostart berichten Nachrichtensendungen über den Film, der "die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet" und mit "noch nie dagewesener Brutalität" aufwartet... klar, daß sich das Zielpublikum dann erst Recht dazu animiert fühlt, den Film zu sehen. Tarantino noch als Name dazu, dann läuft das Ding von selber. Der Kinoerfolg hier zu Lande wird sich trotzdem in meinen Augen nicht so einstellen wie erhofft, da sich viele der Zielgruppe den Film eh im Eselkino anschauen werden. So gesehen ist es wenigstens keine Geldverschwendung, sondern einfach nur 120 Minuten ihres Lebens, die sie nie wieder bekommen.