ZitatOriginal geschrieben von CLK
Aber was im Elternhaus nicht beigebracht wird in der Erziehung, kann später schlecht bis gar nicht nachgeholt werden.
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Ich (auch als Vater) finde es schrecklich, wenn immer alle Verantwortung auf die Kindergärten/Schule abgewälzt werden.
Da kann ich nur zustimmen. Wenn ein Kind mit ~6 Jahren eingeschult wird, dann ist es mit der Erziehung zu spät- viel zu spät. Schule sollte ja eigentlich nur lehren und nicht erziehen. Doch das wird wirklich immer mehr den Lehrern zugeschoben- die dann natürlich für das lehren weniger Zeit übrig haben.Wenn in jeder Klasse, in jedem Jahr, in jedem Fach jeder Lehrer erstmal ein viertel Jahr braucht um sich Respekt zu verschaffen um als "Führungskraft" akzeptiert zu werden , dann ist da was faul. Ganz davon abgesehen, das es unmöglich ist 30 Kinder gleichzeitig zu erziehen. Erziehen ist vermutlich die kräfte- und nervenzehrendere Aufgabe.
Auch ist es für Lehrer oft Wahnsinn mit welchen Eltern sie konfrontiert werden. Wenn beispielsweise ein Grundschüler einen Verweis per Post, "abfängt" und krakelig unterschrieben abgibt, der Leher wütend die Eltern einbestellt und die dann nur das Kind für die Fälschung in Schutz nehmen -"ach der gute wollte ja bestimmt nur dass wir uns nicht Sorgen machen". Tja was soll man da als Lehrer machen? Also heiße Ohren gabs bei mir wirklich sehr sehr selten, aber sowas wäre definitiv ein Fall dafür gewesen -mit Recht.
Auch ist es unglaublich, dass es Kinder gibt denen Mami noch in der 4 Klasse die Büchertasche bis vors Klassenzimmer trägt und noch klein Mäxchen die Schuhe binden muss. Und in der Pause? Da muss dann die Lehrerin die Schuhe binden... ach wie gut das es ja den Klettverschluss gibt -es lebe der Fortschritt :p
Meine Eltern haben mich im letzen Frühjahr/Sommer alleine in den Kindergarten gehen lassen- warum auch nicht, wenige Wochen später muss ich das ja auch zur Schule schaffen.
Zitat...
Wenn manches Elternteil mal bei der Erziehung des eigenen Kindes mehr Zeit und Kraft investieren würde, würde einiges besser laufen in der Zukunft dieser Kinder.
Wobei einfach viele Eltern überfordert sind, weil sie selbst nicht wissen was Erziehung ist. Und das ist kein alleiniges "Unterschichten" Problem wie es der unregelmäßige Konsum der Super Nanny gerne vorgaukelt -es sind höchstens die Probleme unterschiedlich. Die einen prügeln und schreien weil die Eltern keine klaren Grenzen und Konsequenzen ziehen , die anderen zicken, bocken weil Mami ihnen jeden noch so teuren Wunsch erfüllt und bisher alles nach Ihrem Kopf gegangen ist.
Wenn es um Erziehung geht, glaube ich der Staat sollte viel mehr tun. Das Jugendamt muss weg vom "wir sperren deine Kinder ins Heim" Image, wo sogar ein Akademikerpaar Herzklopfen kriegt und die Türen verrammelt. Ich denke, grade im Hinblick auch die Vernachlässigungsfälle der letzten Jahre, sollte das Jugendamt hunderte von "Supernannys" einstellen die in regelmäßigen Abständen bei den Familien auf nen Kaffee vorbeikommen und einfach als Ratgeber vom Babybaden bis Pubertät fungieren können und den Eltern zeigen das sie jederzeit unbürokratisch auch mal Hilfe in Erziehungsfragen bekommen können. Wenn man Supernanny & Co sieht, sieht man das ein Blick in die Familie und ein paar wirklich simple Tips&Regeln oft vieles in die richtigen Bahnen lenken kann bevor das Chaos ausbricht.