Wenn man sich selber fragt, was man als Richter geben würde, kann man nur warnen da zu einfache Milchmädchenrechnungen zu machen:
1 Mord = 1xLebenslänglich=15Jahre
X Morde=sind X x LL = X mal 15 Jahre
Das ist unfug.
Ausgedachtes Gegenbeispiel: ein Vater erschießt 3 verurteilte Peiniger seiner ermordeten Tochter nach der Verhandlung. -->Sind da 3x LL= 45 Jahre gerechtfertigt? Sind da überhaupt 15 Jahre gerechtfertigt? Man kommt in Versuchung ihn wesentlich milder zu bestrafen, obwohl es ein geplanter Mehrfachmord war.
Übrigens ist Lebenslänglich nicht mit 15 Jahren irgendwo festgelegt. Laut wikipedia beträgt 1x Lebenslänglich statistisch im Schnitt ca. 19 Jahre.
Verfolgt man das Beispiel von oben, sagt man sich, jo, das ist ja eine verständliche Tat des Vaters, das muss milder bestraft werden wegen dem Hintergrund der Tat.
So stellt sich mir nun die frage, was ist schlimmer:
a)Ein Mord an einem Bankangestellten aus Habgier um sich persönlich zu bereichern
b)Ein Mord an einem Penner aus reiner Mordlust, ohne weiteren Hintergrund.
c)Ein Mord aus politischer Überzeugung, noch dazu ohne persönlichen Führungsanspruch (keine Putschisten), ohne Habgier , in der Überzeugung etwas gutes für das Volk zu tun.
Zu a)
Ist ein Mord wegen 100 € schlimmer als wegen 2Mio€?Schließlich ist der Grund wegen 100€ zu töten nichtiger.
Oder ist ein Mord wegen 2Mio schlimmer denn der Mörder war viel habgieriger!
Zu c) Ich bin innerlich gewillt die RAFlern aufgrund der historischen Situation und heutigen Distanz milder zu beurteilen, doch dann fragt man sich ob man einem Rechtsradikalen ebenso einen politischen Mord heute "durchgehen" lassen würde. Nein, plötzlich bin ich wieder der Meinung solche Leute müssten bei Mord wirklich bis zu ihrem Todestag einsitzen.
Es gibt keine allumfassende Lösung. Jeder Mord, jeder versuch das Strafmaß sinnvoll anzupassen scheitert hier. Es bleibt nur eine einigermaßen gerechte Lösung: Jeder Mord ist gleich, egal aus welchen Gründen. Jeder Mörder muss ,sofern er kein Gefahr für sieen Mitmenschen mehr ist, die Chance erhalten neu anzufangen. Es Macht keinen Sinn 20-jährige zu 50 Jahren Knast zu verurteilen, was sollen die mit 70 wieder auf freiem Fuß? Ist es nicht sinnvoller sie nach 20 Jahren rauszulassen und ihnen eine Ausbildung im Knast zu geben. Dann haben sie wenigstens einen Hauch einer Chance nochmal im Leben Fuß zu fassen, und ein wenig für ihre Rente zu arbeiten.
Muss ein Mörder reue zeigen?
Ich halte rein ganix davon wenn am Ende im Gesetz verankert ist, dass ein Reuebekenntnis die Haft verkürzt. Was bringt das? Nur Lippenbekenntnisse, um die Haft zu erleichtern.
Kann ich ernsthaft erwarten das ein intelligenter Mensch der für seine politische überzeugung mit aller Gewalt gekämpft hat,dafür eingesperrt wurde, nach 25 Jahren die 'das politische System' ihn dafür eingesperrt hat und man ihn nicht als den "ersehnten Freiheitskämpfer" annerkannt hat, dass der nun das System komplett anders sieht und von sich aus sagen kann, er habe das falsche getan.
Hat Die DDR Führung etwa geglaubt, wenn ein Mauerflüchtling nach 10 Jahren isolationshaft wieder rauskommt, dass der sich hinstellt und nun überzeugter Sozialist/Kommunist ist und sagt,"Aus heutiger Sicht kann ich garnicht verstehen warum ich über die Mauer wollte, ist doch alles so schön hier.Ich bereue es. "
Ich finde es ehrlicher wenn jemand zu seiner damaligen Entscheidung steht, oder auf freien Stücken Fehler erkennt und einräumt. Immerhin kann die RAF für sich behaupten ein Teil der Geschichte zu sein, die die BRD geprägt hat. Und das nicht unbedingt zum schlechten, niemand kann sagen wo wir heute wären wenn es dieses Kapitel nicht gegeben hätte.
Zu der Sache mit der Unzumutbarkeit der Reuebekundung für die Opfer: Hier mag es wie Hohn klingen,aber sieht man den Fall des ,ich bin mir nicht ganz sicher, Sexualstraftäters, der öffentlichkeitswirksam aus dem Knast heraus versuchte eine all gemeinnützige Stiftung zu gründen( unter seinem Namen) um weitere Verbrechen zu verhindern oder so... Diese öffentlich breitgetretene Inzenierung von Reue fand ich wirklich einen kalten Schlag ins Gesicht der angehörigen. Selbst wenn es ehrlich gemeint war.
Die Antwort, nichts davon ist besser oder schlechter. Mord bleibt Mord