Interessante Diskussion.
Ich würde auch sagen man muss offen mit den Eltern darüber reden wie sie sich das vorstellen was man als Pate leisten sollte. Und dann fände ich es ehrlich wenn da nicht um den heißen Brei geeiert wird, sondern das man offen sagt wie man dazu steht und das man sich das einfach (momentan) nicht zutraut dies und jenes zu Leisten. Es ist auch wirklich besser das noch vor der Geburt zu klären, denn nach der Geburt kann ich mir vorstellen das die verzückten Eltern "wie kann er nur unser süßes kleines Würmchen nicht mögen" denken und beleidigt sind. Vor der Geburt sind sie da auch evtl etwas rationaler -denn dann liegt es nicht an DEM Kind 
Zu den Aufgaben : Ich würde mal den Satz "Ich kann nix mit Kindern anfangen" auseinander nehmen.Kannst du mit Menschen von 0-18 garnix anfangen oder hast du nur Schiss vor den (für nicht Eltern unberechenbaren) 0-x Jährigen? Ich kann mir evtl spontan auch nicht vorstellen einen Säugling zu betreuen. Aber wie schon gesagt, das sind die ersten Jahre und da hat man als Pate IMHO eigentlich wenig damit zu tun - wenn man den Eltern klar macht das man sich nicht für einen geeigneten Babysitter hält.
Wie gesagt rein juristisch hat es ja keine Konsequenzen, und in den ersten Jahren ist idR auch immer noch Familie (Oma, Opa) vorhanden die dann natürlich das Sorgerecht bekommen würden.
Die eigentliche Aufgabe als Pate fängt ja IMHO viel später an. Im sehr streng kirchlichen Sinne ja AFAIK um später mal bei Vorbereitung Kommunion/Konfirmation mitzuwirken. Auch hier muss man den Eltern ehrlich sagen wie man dazu steht- ob man in diesem Punkt eine Stütze sein kann & will. Das hängt ja auch sehr davon ab wie religiös die Eltern selber sind.
Evtl kannst du dir SPÄTER aber schon vorstellen für ein größeres Kind da zu sein- d.h. für mich als Ansprechpartner für das Kind da zu sein, z.b. wenn evtl das Kind mal noch minderjährig Entscheidungen in für seine schulische/berufliche Zukunft fällen will und u.U. einen neutralen Vermittler zu den Eltern oder einfach nur einen Ideengeber und Berater braucht.
So ein Ansprechpartner kann man natürlich nicht sein, wenn dein Patenkind nur deine Telefonnummer für Notfälle kennt. Dazu muss man natürlich auch eine Bindung zu diesem Kind aufbauen wollen und das Kind über die Jahre kennen lernen, damit es auch Vertrauen zu dir aufbauen kann. Ein Fremder der jeden Monat 10€ zahlt oder zur Konfirmation ein dickes Geschenk ankarrt und sich sonst nicht blicken lässt- der könnte mir gestohlen bleiben.
Wie gesagt, mit Säuglingen fühle ich mich auch unsicher- weil ich einfach keine Erfahrung habe. Trotzdem bin ich Pate geworden und der kleine ist aus dem gröbsten Raus und kann einem mitteilen was er in etwa will. Das macht die Sache für mich einfacher und ich freue mich schon jetzt darauf bzw. hoffe, wenn der Frechdachs mal z.B. im Schulalter ist, dass er dann in den Ferien mich länger mal besucht und ich l die Möglichkeit habe mit Ihm in den Zoo zu gehen, ein bisschen Kicken zu gehen, evtl sogar Radeltouren zu machen, Zelten zu gehen etc. und Ihn dabei kennen zulernen.
Also sprich mit den Eltern darüber. Wenn es evtl nur die "Babysitterangst" ist, aber du dir mit einem Jugendlichen schon was anfangen könntest, dann mach das den Eltern klar. Dann wissen sie auch unabhängig von der Patenentscheidung, dass sie dich als Babysitter nicht ansprechen brauchen- und das das dann nix mit IHREM Kind zu tun hat.
Übrigens: Statistisch wohl viel wahrscheinlicher als der spontane Tod beider Eltern ist was ganz anderes. Nämlich eine Scheidung, die dann ja leider all zu oft auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. In diesem Fall sehe ich es auch als Aufgabe der Paten für das Kind da zu sein und für seine Interessen einzutreten.
D.h. für mich ist jemand der von vornherein Kritisch an die Sache herangeht und auch bereit ist den Eltern mal Kontra zu geben als Pate eigentlich geeigneter.
Sollte es nämlich zu so einer Situation kommen, muss man bereit sein beiden mal den Kopf zu waschen und auch insbesondere dem, der einen zum Paten berufen hat. Man müsste also IMHO bereit sein, sich im Notfall -wenn es für das Kind die bessere Entscheidung ist- , auch gegen sein Familienmitglied oder Freund stellen und das Kind vertreten.