Nachdem der Thread etwas abgeschweift ist, möchte ich ihn wieder aufnehmen bzw. einige Infos beisteuern.
Persönlich betroffen ( nicht besoffen
) spreche ich in erster Linie für den Bereich technischer Kundendienst ( das sind die, die zu guterletzt beim Kunden zu Hause aufschlagen und alles was vorher schiefgelaufen ist Auge in Auge abkriegen)
"Sie können ja nichts dafür, aber....." So fängt meistens das Gespräch an und wenn die Arbeit erledigt ist rückt der selbe Kunde noch Trinkgeld raus !!!!!
Also kann diese erbrachte Leistung nicht schlecht gewesen sein, bzw. hat zumindest das vorherige etwas gekittet.
Was den Verdienst angeht ist der auch nicht höher als der eines vergleichbaren Technikers z.B bei Siemens, abgesehen von den Stunden aber die wurden uns ja unter Lohnverzicht aufs Auge gedrückt.
Außerdem soll es an den Stunden nicht liegen, die meisten Kollegen schieben 30-100 Stunden vor sich her weil keiner nach 34Std den Hammer fallen lässt.
Das Hauptproblem für den "schlechter gewordenen Service" liegt in den immer wieder neuen Abläufen, falsche automatisierung, Personaleinsparung an wichtigen stellen.
Der Schreibkram dauert mitlerweile länger als die eigentliche Arbeit. Von Update zu Update werden die Aufträge schlechter, sodass man den Kunden fragen muss welches Anliegen hat (hat er vorher bestimmt schon 6x erzählt), bzw. man muss den Kunden erstmal suchen, weil die Anschrift falsch ist.
**** Wie soll denn sowas Leistungsabhängig bezahlt werden ******
Vor 2-3Jahren war es noch möglich 13 Aufträge zu schaffen und in der Mittagspause noch schnell in den Aldi zu springen.
Heute schafft man vielleicht noch 6-7 Aufträge ohne Mittagspause + Aldi und das liegt nicht daran das die jetzt Scanner-Kassen haben.
Dann hat man versucht die fehlende Manpower mit Sub-Unternehmern zu lösen was die Angelenheit noch verschlimmert.
Da diese ja nur pro Auftrag (Leistungsabhängig) bezahlt werden, versuchen diese sich beim kleinsten Anzeichen von Schwierigkeiten aus dem Staub zu machen ( s.O. die sind einfach nicht erschienen).
Das sind die eigentlichen Probleme, die aber von keinem neuen Vorstand angepackt sondern eher verschlimmert werden.
Wenn wir im Außendienst nicht die ganze Zeit gegen diese Systeme arbeiten würden währe der momentane Kollaps schon vor 2 Jahren gekommen.
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Aber es geht bei dem Streik um was ganz anderes
Wenn die Telekom Vorderungen durchkommen, stehen schon die nächsten Obermanns in den Startlöchern um das gleiche in Ihren Firmen/Bereichen durchzusetzten, Post, Metro,......
Dienstleister können nicht wie Produktionen ins billige Ausland abwandern
sondern müssen das Billiglohnniveau im eigenen Land einführen.
Es ist doch mitlerweile in Mode gekommen trotz Gewinn, Leute zu kündigen damit die Zahlen noch besser aussehen
Die Versicherungen haben es vorgemacht, die Banken haben nachgezogen.
Wenn dann doch wieder Bedarf da ist werden die Leute kurzfristig über Leihfirmen geordert.
Die Obermänner streuen dann noch Neid " die Verdienen viel zu viel"
Es wird immer einen oder eine Branche geben die mehr Verdient, wenn es aber die Telekom mit 50.000 auf einen Schlag schaffen sollte hat keine Firma mehr Skrupel es gleich zutun.
***** Darum streike Ich ******
Oder glaubt hier einer wenn die Lohnspirale immer weiter nach unten gedreht wird
das Bereiche wie z.B. Gebäudereiniger wo es noch nicht einmal Mindestlohn gibt, davon verschont bleiben.????
Wenn ich für den gleichen Hungerlohn einen Studierten kriege, dem ich die Adresse nicht 3x buchstabieren muß, ( ist nicht abwertend gegenüber der Berufsgruppe gemeint, soll nur mehr Ausdruck verleihen),
ist auch hier die Entscheidung schnell getroffen.
***** Und noch ein Grund warum ich Streike *****
Da ich zu der aussterbenden Rasse derer gehöre, die sich für 2 Kinder entschieden haben, habe ich ein Problem wenn mir jemand 20-40% aus der Tasche ziehn will für Probleme die Er oder seine Vorgänger zuverantworten haben.
***** Darum streike ich ***** Lohndumping verbessert keinen Service