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Original geschrieben von oleR
...Und was passiert mit den Milliarden u.a. aus Deutschland, wenn die angeblich "über ihre Verhältnisse" lebenden Griechen nicht einmal mehr lebensnotwendige Medikamente besorgen?...
Nicht angeblich sondern offensichtlich! Da gibt es jede Menge Beispiele zum "über die Verhältnisse" leben, die bei den Verhältnissen in Griechenland keine Ausnahme sondern wohl eher die Regel darstellen.
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...Ich stelle einfach mal fest: Deutschland hat - gemeinsam mit den anderen Euroländern - ein völlig instabiles System gebaut und selbst sehr stark davon profitiert....
Du kannst uns sicher auch sagen wer "Deutschland" ist, das ja so viel vom Euro profitiert hat.
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... Jetzt kollabiert das System und in Deutschland hat man Schiss, dafür auch zahlen zu müssen. Gehe ich davon aus, dass es nicht das oberste Bedürfnis eines Menschen ist, Geld zu besitzen, dann zahlen die Kosten aber gerade andere. Massenarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, zusammenbrechende medizinische Versorgung und so weiter. Das betrifft viele Millionen Menschen. Was spüren wir in Deutschland direkt in dieser Form von der Krise? Nichts. ...
Deutschland ist schon fleissig am Zahlen. In Schulen hierzulande bröckelt der Putz von der Decke, unzählige Schulstunden fallen aus, weil nicht geügend Lehrer da sind, ich fahre fast täglich über eine Stoßdämpferteststrecke usw.uws. .... Um da was zu ändern ist kein Geld da. Aber schwarze Löcher ohne Boden mit Hunderten von Milliarden zu stopfen ist kein Problem.
Genau, "die Deutschen" (und natürlich die Bürger der anderen Geberländer) haben vom Euro massiv profitiert. Zahlen müssen das jetzt Griechen, Spanier, Italiener usw. ohne vorher überhaupt irgendwas davon gehabt zu haben. 
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....Griechenland ist ein Fiasko für alle Beteiligten. Quatsch, dass das ganze Land samt Gesellschaft einfach weiter machen will wie bisher....
Genau diesen Eindruck konnte man in den letzten Jahren gewinnen. Da das aber an seine Grenzen stößt, versuchen die größten Profiteure des bisherigen Systems ihren Schäfchen ins Trockene zu bringen - und schaffen das offensichtlich auch zumeist. Die vielen kleinen Profiteure sind - wie überall - die sprichwörtlich Letzten, die die Hunde beissen.
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...So blöde und realitätsfern, wie mancher das offensichtlich darstellt, ist man auch südlich der Alpen nicht....
Blöd genug, auch weiterhin die bisherigen Politiker und die Elite weiterhin "im Amt" zuhalten und immer wieder zu wählen, ist man ja. Ich würde mich auch nicht wundern, wenn Berlusconi nach der nächsten Wahl wieder dran ist.
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...Offenbar ist es aber nicht möglich, das Land innerhalb weniger Monate so weitgehend zu reformieren und dabei gleichzeitig voll in alte Systeme samt Verpflichtungen einzubinden. Ich hatte zuletzt ehrlich gesagt den ganz starken Eindruck, dass vielen Griechen schon länger klar ist, dass der alte Kurs nicht haltbar ist. Und daraus ziehen sie ihre Schlüsse: Man verteidigt seine Privilegien, führt soziale Kämpfe und verlagert, wenn möglich, Vermögen im Milliarden- bis Billionenbereich in sicherere Gefilde. Was da abgeht, hat nichts zu tun mit "weiter zu machen wie bisher"! Im Gegenteil....
Die Krise, speziell in Griechenland, dauert jetzt schon einige Jahre. Da sollte man ja zumindest einige wenige kleine Schritte vorweisen können. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall. Die Fortschritte, die die Troika und unsere Politiker festgestellt haben sind nur mit Blindheit und blühender Fantasie zu erklären.
Gruß
Pitter