Mich betrifft die Sache zwar überhaupt nicht, aber die Aufregung kann ich schon ein wenig verstehen. Ich denke, dass das auch ein wenig damit zu tun hat, wie o2 das Bonus-Programm früher vermarktet hat (nämlich als Treue-Bonus, bei dem der Kunde "sogar noch extra" sparen kann). Das Gefühl gerade etwas gespart zu haben, ist ja auch ganz angenehm (und ein elementarer Teil vieler PR-Kampagnen: bloß das absolute Maximum rausholen) - das Gefühl übergangen worde zu sein, dagegen nicht.
Ob es nun von o2 okay ist, nach Umsätzen zu differenzieren, sei mal dahingestellt. Klug ist es aber nicht, wegen derartigen Peanuts Kunden zu verärgern.
Um das Beispiel Bahn noch einmal aufzugreifen: das ist etwas anders gelagert, da der Preisunterschied zwischen 1. und 2. Klasse so erheblich ist, dass es sich "gefühlt" für viele nicht lohnt und zudem fährt nun mal der größte Teil der Passagiere in der 2. Klasse. Vielleicht erinnert sich ja sogar noch jemand an die Zeit, als es eine 3. Klasse gab - da wäre es dann vielleicht etwas anders.
Ich sehe das einfach vom Marketing-Standpunkt und halte es daher für keinen klugen Zug, mit soetwas überhaupt anzufangen. Man stelle sich mal vor, man kommt bei der Tankstelle seines Vertrauens, die auch ein Bonus-Programm hat, vorbei und möchte seine Punkte gegen eine Prämie eintauschen. Daraufhin schaut der Kassierer aus dem Fenster, lacht und fragt: "Wie sie fahren nur einen Skoda*? Hätten Sie in der Schule ein bißchen besser aufgepasst, könnten Sie sich jetzt einen BMW leisten. Die Prämie gibt's nicht." Das wäre vergleichbar: ein 7er-Fahrer wird in der Regel auch höhere Laufleistung, höheren Verbrauch und höhreren Umsatz haben als jemand in einem 3-Zylinder Fabia. Trotzdem wäre es unvorstellbar soetwas zu machen, da man dem Kunden vor den Kopf stoßen würde.
[small]* Nichts gegen Skoda. Fiel mir nur gerade so als Beispiel ein.[/small]